Nochsaison … in Italien und im Kras, Donnerstag, 22. Oktober, 17 bis 21 Uhr

Italien

Wie wahrscheinlich viele Österreicherinnen und Österreicher hat auch der Rudl das Meer zum ersten Mal in Italien gesehen. Das ist lange her. Nach dem ersten Mal hat er es ganz, ganz lange gar nicht mehr gesehen, dann dafür aber gleich den Ozean. Darum ist heute seine Erstassoziation mit Meer eher der Golf von Biskaya oder die Bretagne als Caorle und San Remo. Wenn der Rudl an Italien denkt, hat er ein Bild, das der Herr Kurt in Nochsaison zeichnet, vor seinem geistigen Auge. Während der Saison ist es ihm am Mittelmeer zu heiß. Gut, heiß ist es heutzutage während der Saison auch am Golf von Biskaya oder am Golf de Morbihan, bedauerlicherweise kann es dort auch verdammt trocken sein. Aber es geht halt fast immer ein Wind. Und dann ist da noch die Sache mit den baskischen Weinen und der baskischen Küche. Aber Italien ist auch schön. Und sprachlich sind Italien und das Baskenland für den Rudl eh mehr oder weniger dasselbe. Er versteht weder die eine noch die andere Sprache. Im nördlichen Teil des Baskenlandes reden allerdings mehr Menschen Französisch als in Italien. Vielleicht ist Irouléguy so etwas wie das Aostatal des Baskenlandes. Dort reden sie bekanntlich auch Französisch. Davon profitiert der Rudl. Aber als alter Lateiner kommt er manchmal auch im Rest von Italien zu dem, was er will. So oder so, im Herbst stellt Italien für ihn eine veritable Alternative zu Saint Jean de Luz, Hendaye und Hondarribia dar. Das hat man etwa am vergangenen Samstag beim Critérium der fallenden Blätter in der Lombardei sehen können. Kommende Woche kann man es in der Weinhandlung Rudolf Polifka et fils im Glas schmecken.

2023 Malvasia, Marco Sara, Povoletto, Colli Orientali, Friuli (4,50/7)

Mit Friaul ist es so eine Sache. Oeno-daministrativ ist es eingeteilt in Carso, Collio und Colli Orientali. Wirklich anfangen kann der Rudl nur mit den Weinen aus dem Carso oder – noch schöner – Kras etwas. Mit den anderen beiden Denominationen tut er sich schwer. Das ist nicht sein Revier. Wenn Monsieur Rudolf mit einem Gebiet nicht zurecht kommt, das aber nicht akzeptieren will, dann macht er sich manchmal an dessen äußersten Rändern auf die Suche. In Friaul war das in den Hügeln von Ramandolo der Fall, präziser in Savorgnano del Torre. Marco Sara ist dem Rudl schon aufgrund seines Namens aufgefallen. Robert und Josef Sara haben für ihn immer etwas Sirhaftes verkörpert. Kein Wunder, dass sie mit Felix Gasselich, Prof. Prohaska und Kurt Jara in der Nationalmannschaft gespielt haben. Aber Marco Sara ist mit den beiden Kickern aus der Donaumetropole Kaisermühlen nicht verwandt. Der bewirtschaftet acht Hektar Weingärten im westlichsten Eck der Colli orientali, ein bissl auf einer Anhöhe. Dass prädestiniert ihn für den Rudl auch insofern, als dieser sich bekanntlich Weinen aus den Alpen und den Pyrenäen verschrieben hat. Und der Zugang von Signore Sara hat den Rudl sowieso ziemlich schnell überzeugt. Kulturelle Praktiken, die den Boden und das Jahr sein lassen, was sie sind: Terroir. Und weil sie das sein dürfen, regenerieren sie sich weitgehend selbst und bilden Resistenz; Interventionen im Keller, wenn notwendig, aber keinen Millimeter weiter. Hauptrolle spielt Flysch oder Ponca, wie sie das Gestein dort nennen; Mergel und Sandstein aus dem Eocène. Und dann gibt es dort einen ziemlich berühmten Süßwein, Picolit, möglicherweise schon im Römischen Reich, ganz bestimmt aber seit dem Zweiundachziger Jahr des siebzehnten Jahrhunderts.

  • 2016 Cuvée d’Émile, Giulio Moriondo, Quart, Aosta (8/12)

Alt und heimisch ist und war Nebbiolo rose im Aostatal auch. Aber daraus macht Giulio Moriondo einen eigenen Wein. Cuvée d’Émile ist der Wein aus den ganz alten roten Rebsorten, die man außerhalb des Aostatales sowieso nicht und im Aostatal auch immer weniger kennt: Petit Rouge 53%, Premetta 16%, Vien de Nus 16%, Vuillermin 9%, Mayolet 6%

  • 2018 Air des Cîmes, Les Petits Riens, Aosta, (7/11)

gleichgepresster Gamay von einem Gneisterroir

Und zumindest am Beginn der Lehrveranstaltung gibt es auch noch etwas von:

  • 2024 Pinot gris, Dankbarkeit, Podersdorf am See, Neusiedlersee (5/8)
  • 2023 Schiste, Domaine des Ardoisières, Cevins, IGP Vin des Allobroges (8,50/13)
  • 2023 Jacquère, Domaine H, Torméry, AOC Vin de Savoie (4,50/7)
  • 2023 Apremont, Domaine Giachino, Chapareillan, AOC Vin de Savoie (4,50/7)

DONNERSTAG, 22. Oktober von 17 bis 21 Uhr

Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils

Reindorfgasse 22

In den Herbstferien (26.10. bis 1.11.) bleibt die Weinhandlung Rudolf Polifka et fils geschlossen.

Im Übrigen ist der Rudl der Meinung, dass der 27. Jänner, der Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Konzentrationslager Auschwitz, zu einem gesamteuropäischen Feiertag erklärt werden muss.

Un-smart grüßt der Rudl!

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Weinhandlung Rudolf Polifka et fils, Reindorfgasse 22, 1150 Wien