Baskischer Eisenberg – für ganz kurze Zeit ein fünftes Weingut aus Irouléguy und von diesem alle 25er, Donnerstag, 1. Oktober, 17 bis 21 Uhr

Kleine Weinproduzenten

Rudolf Polifka versucht sich selbst als Weinmacher. Jedes Jahr vinifiziert er circa zehn Flascherl. Da kann er mit den Weinbaumeistern, deren Weine der Rudl verkauft, nicht mithalten, quantitativ nicht und qualitativ natürlich sowieso nicht. Das ist auch nicht sein Anspruch. Das Weinmachen ist eine Spielerei, das Weingeschäft ist das stete Bemühen, die besten heimischen Weine, sowie die besten Weine aus den französischen Alpen und Pyrenäen im Sortiment offerieren zu können; keine möglichst vielen gefälligen Weine, keine sogenannten „Geheimstipps“, die es im Zeitalter der anti-sozialen Medien nicht geben kann, und schon gar keine Weine mit einem „Preis-Leistungs-Verhältnis“. Dem Rudl seine Weine leisten nix. Die besten Weine aus den oben genannten drei Gegenden! Wenn Sie, geneigte Oenologin, gewogener Oenologe, es mit Karl Popper halten, dann vom Rudl aus halt die Weine, die er für die besten von dort hält. Ist der Rudl einmal von einem Wein überzeugt, dann lässt er sich am Weg zu diesem Wein nicht so leicht entmutigen. Und wenn die Tür zu so einem Wein dann nach dem soundsovielten Versuch auch nur einen kleinen Spalt offen ist, freut sich Caviste Polifka über jede noch so kleine Zuteilung. Nach dem Preis fragt er nicht.

Appellation Irouléguy Contrôlée

Die Appellation Irouléguy ist mit etwa zweihundert Hektar Weingärten bestockt. Der große Großteil davon wird von einer Genossenschaft verarbeitet, der weniger große Großteil vom einzigen wirklich größeren privaten Weingut. Viel Rebfläche bleibt da für die anderen nicht mehr. Aber es bleiben sehr oft die besonders interessanten kleinen Parzellen, nicht zu selten mühsam in der Bewirtschaftung und gering im Ertrag. Die beiden Weingüter, mit denen der Rudl vor fast zwanzig Jahren diese Appellation für sich entdeckt hat, – Arretxea und Ilarria – bewirtschaften ungefähr zehn Hektar, die später dazu gekommenen deutlich weniger. Dieser Umstand prädestiniert sie für eine Zusammenarbeit mit einem so kleinen Weingeschäft, wie der Weinhandlung Rudolf Polifka et fils. Der Vollständigkeit halber erlaubt sich der Rudl die Binsenweisheit, dass ein kleines Weingut nicht per se gute Weine machen muss. Darum hat Caviste Rudolf Polifka im vergangenen Sommer zehn Tage lang – abgesehen von Kaffee, Tee, Wasser und Bier – ausschließlich Weißweine aus Irouléguy getrunken und sich auf diese Art einen Überblick über die Produktion der vielen neuen Weingüter verschafft. Eines davon ist ihm dabei so positiv aufgefallen, dass er dessen Wein (!) unbedingt in sein Sortiment aufnehmen wollte. Bereits im Sommer 2022 war der Rudl bei einem Kollegen in Saint Jean de Luz auf die Domaine Espila aufmerksam geworden. Es war damals auch bereits ein Termin zum Weinkauf vereinbart. Nur ist aus dem dann blöderweise nichts geworden. Zwei Jahre später hat es der Rudl wieder probiert. Da war ausverkauft. Im dritten Anlauf ist er heuer in den Keller von Monsieur Carricaburu vorgedrungen. Gelegentlich erntet der Rudl Kopfschütteln für seine Beharrlichkeit, die ihm manche als Mangel an Stolz auslegen, wenn er erzählt, dass er diesen oder jenen Wein erst im vierten oder fünften Anlauf bekommen hat. Egal. Mit Begriffen wie „Stolz“ oder „Ehre“ hat der Rudl sowieso nie viel anfangen können. Da gefallen ihm Demut und Dezenz viel besser. Aber freilich kann man auch stolz sein. Dann muss man sich halt mit marktschreierischem Blabla begnügen. Erklärungen wie jene von Monsieur Carricaburu über die Kämpfe zwischen Klerikern und Laizisten bekommt man dann keine. Und die sechs Flaschen Espilako Xuria 2025 auch nicht. Für den Rudl wird das nie eine Option sein.

Domaine Espila

2004 hat sich Paul Carricaburu im elterlichen Haus aus dem Jahre 1763 niedergelassen. Eineinhalb Hektar bewirtschaftet Monsieur Carricaburu. 2016 hat Paul Carricaburu begonnen, seine kleinen Parzellen auf biologische Landwirtschaft umzustellen und zwei Jahre später den ersten Wein herausgebracht. Mit dem Jahrgang 2021 ist der Rudl auf dieses Weingut aufmerksam geworden. Vier Parzellen auf drei Terroirs: roter Sandstein, Kalk und vulkanischer Ophite; 2500 Stöcke Petit Manseng, 3100 Gros Manseng und 1300 Petit Courbu; ein Wein …

… Espilako Xuria:

Der einzige Wein, den Paul Carricaburu macht, nennt sich lapidar „Espilako Xuria“. Der baskische Name heißt übersetzt „Weißer vom Haus mit dem zerbrochenen Stein“. Die Geschichte über diese Namensgebung hat einen guten Teil der Erklärungen Pauls ausgemacht, inclusive Einsichtnahme in sehr alte Zeitungen. Es ist um einen zerbrochenen Stein gegangen. Dieser zerbrochene Stein ziert heute nicht nur das Eingangsportal, sondern auch das Etikett des Weinguts. Zerbrochen ist der Stein während eines Krieges zwischen klerikalen und laizistischen Truppen. An diesen Kämpfen haben Vorfahren des Winzers auf unterschiedlichen Seiten teilgenommen, eine komplexe Angelegenheit. Paul betrachtet sich als Personifizierung dieser verwandtschaftlichen Gespaltenheit, sitzt quasi zwischen allen Sesseln. Und genau das ist es, was den Rudl an diesem Gespräch zu Mittag am Sonntag, den 19. Juli 2026 so beeindruckt hat. Der Wein von Paul Carricaburu hatte das schon vier Jahre vorher getan.

  • 2025 Welschriesling, Weinbau Mittl, Bildein, Eisenberg (2,50/4)
  • 2024 Welschriesling Klassik, Weingut Jalits, Badersdorf, Eisenberg (3/5)

Der eisenhältige Boden verbindet diese beiden Weine mit Irouléguy: Schiefer in den Rieden Paigl und Szapary am Eisenberg, Grünschiefer und Dolomit am Königsberg; Kräuter, frisches Heu und Wiesenblumen

  • 2022 Irouléguy rosé, Domaine Ilarria, AOC Irouléguy, Sud Ouest (4/6)
  • 2025 Espilako Xuria, Domaine Espila, AOC Irouléguy, Sud Ouest (8/12)
  • 2020 Ardan Harri, Domaine Xubialdea, Lasse, AOC Irouléguy, Sud Ouest (8/12)
  • 2013 Eztia, Domaine Améztia, Saint Etienne de Baigorri, AOC Irouléguy (6/9)
  • 2021 Irouléguy Rouge Tradition, Domaine Arretxea, AOC Irouléguy, Sud Ouest (4,50/7)
  • 2021 Méthode Naturelle, Domaine Ilarria, Irouléguy, Vin de France (6/9)

Donnerstag, 1. Oktober von 17 bis 21 Uhr

in der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils,

Reindorfgasse 22

Im Übrigen ist der Rudl der Meinung, dass der 27. Jänner, der Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Konzentrationslager Auschwitz, zu einem gesamteuropäischen Feiertag erklärt werden muss.

Un-smart grüßt Monsieur Rudolf!

Schicken Sie ein entsprechendes E-Mail, wenn Sie keine Nachrichten der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils bekommen möchten.

Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22, 1150 Wien

Vertikale Riesling Wieland Mantlerhof 2013 bis 2023 mit Lücken, dafür aber Gästen, DONNERSTAG, 24. September, 17 bis 21 Uhr

Mantlerhof

Den Mantlerhof hat der Rudl relativ spät für sich entdeckt. Aber wahrscheinlich ist es immer relativ spät, den Mantlerhof zu einem bestimmten Zeitpunkt für sich zu entdecken, wenn man ihn auch schon früher für sich entdecken hätte können. Auf alle Fälle war es im Fall vom Rudl ungefähr zu der Zeit, als er zum ersten Mal am Geyerhof war, eine Spur früher vielleicht, Ende Neunzigerjahre. Höchstwahrscheinlich hat das auch damit zu tun gehabt, dass der Rudl bei seinem Blick auf die seinerzeit über alles geschätzte, ja bewunderte Wachau das Kremstal ein bissl übersehen hat. Erst nachdem der Rudl dann seinen Wohnsitz in die Bundeshauptstadt verlagert hatte, sollte sich das ändern, ja umdrehen. Wenn der Rudl heute in Richtung Krems denkt, hat er nicht mehr Hans Moser oder die Riede Achleiten, sondern Oberfucha und den Mantlerhof vor seinem geistigen Auge. So oder so, irgendwann im Achtundneunziger- oder Neunundneunzigerjahr ist der Rudl dann endlich zum Mantlerhof gefahren. Von ihm gelesen hatte er schon davor. Er wollte dort den Grünen Veltliner Spiegel 1997 kaufen. Der war zu diesem Zeitpunkt aber bereits ausverkauft. Ein einziges Flascherl hat der Rudl noch bekommen. Das hütet er seither wie einen Schatz, was es ja auch ist. Mehr war vom Riesling Wieland zu bekommen. Zum Glück hat Rudolf Polifka seinerzeit ziemlich schnell überrissen, dass es sich dabei um einen ganz extraordinairen Wein handelt und von den folgenden Jahrgängen immer wieder einmal etwas gekauft.

Riesling Wieland

Ein Riesling auf Lössrohboden ist nicht das Alleralltäglichste. Allerdings ist die Lössauflage vergleichsweise schmächtig. Dafür beliefert oberflächliches Konglomerat der Ur-Traisen die Weinreben mit steinigen Nährstoffen. Eine Subriede von Wieland heißt „Steindl“. Gegen Westwind ist Wieland geschützt, gegen Hagel leider nicht. 1980 wurde sie mit klassischen Rheingauer Riesling-Klonen und solchen aus Geisenheim bestockt. Dass der Riesling Wieland Opulenz mit Eleganz verbindet, erinnert den Rudl wieder an einen Wein, den er in den letzten Monaten immer wieder erwähnt, aber immer noch nicht getrunken hat. Auch der wächst auf Löss und beweist, dass Opulenz und Eleganz einander nicht widersprechen müssen, nur halt in der Nähe von Avignon.

  • 2023 Grüner Sylvaner, Mantlerhof, Brunn im Felde, Kremstal (4,50/7)
  • 1997 Riesling Zehetnerin, Mantlerhof, Brunn im Felde, Kremstal (6/9)
  • 2023 Riesling Wieland, Mantlerhof, Brunn im Felde, Kremstal (8,50/13)
  • 2019 Riesling Wieland, Mantlerhof, Brunn im Felde, Kremstal (9/14)
  • 2017 Riesling Wieland, Mantlerhof, Brunn im Felde, Kremstal (9/14)
  • 2016 Riesling Wieland, Mantlerhof, Brunn im Felde, Kremstal (9/15)
  • 2013 Riesling Wieland, Mantlerhof, Brunn im Felde, Kremstal (9/15)

Und zumindest am Beginn der Lehrveranstaltung gibt es auch noch …

  • 2024 Hirschkäfer, Elisabeth und Andreas Tscheppe, Glanz an der Weinstraße (10/15)
  • 2023 Goldmuskateller „Schwalbenschwanz“, Elisabeth und Andreas Tscheppe, Glanz an der Weinstraße (10/15)

DONNERSTAG, 24. September von 17 bis 21 Uhr

Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils

Reindorfgasse 22

Im Übrigen ist der Rudl der Meinung, dass der 27. Jänner, der Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Konzentrationslager Auschwitz, zu einem gesamteuropäischen Feiertag erklärt werden muss.

Smart ist das neue Weiß. Deshalb grüßt der Rudl un-smart wie nur was!

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Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22, 1150 Wien

Andreas Tscheppe, Jahrgang 2024; Jiddische Hühnerleberpastete, Dankbarkeit; Mangalitzawürstel, Josef Göltl. DONNERSTAG, 17. September, 17 bis 21 Uhr

Weingut Elisabeth und Andreas Tscheppe, Glanz an der Weinstraße

In zwei oder drei Wochen wird Ihnen, geneigte Oenologin, gewogener Oenologe, Caviste Rudolf Polifka über seine anfängliche Schwärmerei für das Weinbaugebiet Wachau erzählen. Die Begeisterung für die Wachau als Landschaft ist beim Rudl ungebrochen. Oenologisch schaut er woanders hin. Und fast genauso verhält es sich mit der zweiten Weinbauregion, die dem Rudl seinerzeit als Jungoenologen ganz besonders am Herz gelegen ist, der Südsteiermark; landschaftlich zumindest in den Teilen, die seither nicht zubetoniert worden sind, immer noch gewaltig schön. Aber viele Weinbaubetriebe, bei denen der Rudl seinerzeit Wein gekauft hat, gibt es heute nicht mehr. Manch einer ist auch mutwillig von überheblichen Wapplern zugrunde gerichtet worden. Ohne die Winzer von Schmecke das Leben oder Herbert Sternat-Lenz würde der Rudl heute vermutlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Südsteiermark fahren. Gekippt ist das Ganze für den Rudl ziemlich genau an einem Nachmittag vor etwa zwanzig Jahren bei einer Steiermarkverkostung im Museumsquartier vor dem Stand von Andreas Tscheppe, damals noch Burgweinbau Riegersburg. Von Stand zu Stand hatte sich der Rudl an diesem Nachmittag gefragt, was er dort eigentlich mache. Am Stand von Andreas Tscheppe ist es ihm dann wieder eingefallen.

Jahrgang 2024

… von Elisabeth und Andreas Tscheppe ist in der Weinhandlung Rudolf Polifka et fils verfügbar, bei gleichzeitigem Erwerb einer Flasche französischen oder valdôtainischen Weins je Flasche von Andreas Tscheppe.

Jiddische Hühnerleberpastete und Mangalitzawürstel

… gibt es ab sofort auch wieder, von der Dankbarkeit, beziehungsweise von Josef Göltl.

  • 2020 Jacquère, Domaine Dupasquier, Aimavigne, AOC Vin de Savoie (3/5)
  • 2024 Morillon „Salamander“, Elisabeth und Andreas Tscheppe, Glanz an der Weinstraße, Steiermark (8,50/13)
  • 2024 Sauvignon blanc „Blaue Libelle“, Elisabeth und Andreas Tscheppe, Glanz an der Weinstraße, Steiermark (8,50/13)
  • 2024 Gelber Muskateller „Segelfalter“, Elisabeth und Andreas Tscheppe, Glanz an der Weinstraße, Steiermark (8,50/13)
  • 2024 „Hirschkäfer“, Elisabeth und Andreas Tscheppe, Glanz an der Weinstraße, Steiermark (10/15)
  • 2024 Goldmuskateller „Schwalbenschwanz“, Elisabeth und Andreas Tscheppe, Glanz an der Weinstraße, Steiermark (10/15)
  • 2024 Giac‘ Potes, Domaine Giachino, Chapareillan, AOC Vin de Savoie (4,50/7)

Und zumindest am Beginn der Lehrveranstaltung kann man auch den halb-orangen …

  • 2020 Les Grandes Jorasses, Dominique Belluard und Domaine du Gringet, Ayse, Haute-Savoie, Vin de France (9/14)

… noch erforschen.

DONNERSTAG, 17. September von 17 bis 21 Uhr

Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils

Reindorfgasse 22

Im Übrigen ist der Rudl der Meinung, dass der 27. Jänner, der Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Konzentrationslager Auschwitz, zu einem gesamteuropäischen Feiertag erklärt werden muss.

Smart ist das neue Weiß. Deshalb grüßt der Rudl un-smart wie nur was!

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Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22, 1150 Wien

Von A wie Altesse bis Z wie Zierfandler. Eine post-feriale Bildungsreise von Amavigne über Quartz, die Prieuré Saint Christophe, Annecy, Belluard nach Gumpoldskirchen! DONNERSTAG, 10. September, 17 bis 21 Uhr

Rebsortenalphabet Altesse bis Zierfandler

Kaum ein Rebsortenname eignet sich derartig gut für den Start eines Bildungsjahres wie jener vom Rudl seiner Lieblingsrebsorte Altesse. Und wenn Caviste Rudolf Polifka eine österreichische Lieblingsrebsorte nennen müsste, wäre das mit Sankt Laurent ziemlich sicher Zierfandler. Das passt allein deshalb ganz formidabel, weil Monsieur Friedrich, dessen Zierfandler im Sortiment offerieren zu dürfen, der Rudl stolz ist, Kultur und Bildung quasi personifiziert.

Darum wird der Rudl kommende Woche etliche Altesses und den Zierfandler von Friedrich Kuczera glasweise kredenzen. 

Altesse

Mit dem ziemlich alten Schmäh, Altesse sei im Kreuzzug von Zypern nach Savoyen transferiert worden, ist der Rudl bereits vor gut zehn Jahren abgefahren. Die unzivilisierten Kreuzritter haben im Orient allerhand Reichtümer, Kulturgüter und Wissen geraubt. Altesse gehört aber nicht dazu. Für ein Bildungsweinprogramm wie das gegenständliche wäre so ein Ursprung von Altesse bei den alles andere als hochgebildeten Horden auch unpassend.

Dass Altesse auf Zypern nicht nachgewiesen werden kann, spricht auch dafür, dass der Transfer der Rebsorte durch Kreuzritter von Zypern nach Frankreich ein Gschichtl ist.

Die moderne Ampelographie ordnet Altesse der Rebsortenfamilie der Sérines zu. Dieser gehören Mondeuse noire und Blanche, Syrah, Marsanne, Roussanne, aber auch Jacquère an. Der Rudl hat dieser Familie im Frühling 2024 eine kaum beachtete dreiteilige Lehrveranstaltung gewidmet. Altesse kommt über die drei Departements Savoie, Haute-Savoie, Ain und Isère kaum hinaus, ein bissl in der Schweiz. Viel mehr ist es nicht. Ganz unkompliziert ist diese Rebsorte nicht. Darum ist sie während der Hochblüte der industriellen Landwirtschaft in den Sechziger- und Siebzigerjahren fast ausgestorben. Seit 1979 wächst der Rebbestand wieder. Ob das ohne Michel Grisard geschehen wäre, bezweifelt der Rudl. Aber auch der Umstand, dass die etwas kapriziöse Rebsorte zu generösen, reichhaltigen, aber trotzdem feinen Weine mit einem ausgesprochen interessanten Reifungspotential fähig ist, macht sie für Weinbäuerinnen und Weinbauern, die nicht auf das „Mochma-liawa-vü“-Dogma eingeschworen sind, interessant.

  • 2022 Altesse „aVé“, Côteaux des Girondales, Villaz, Haute-Savoie, Vin de France (5/8)
  • 2020 Altesse, Domaine Dupasquier, Aimavigne, AOC Roussette de Savoie (4/6)
  • 2018 Prieuré Saint Christophe Blanc, Domaine Giachino, Fréterive, AOC Roussette de Savoie (7/11)
  • 2018 Quartz, Domaine des Ardoisières, Cevins, IGP Vin des Allobroges (12/18)
  • 2017 Cru Marestel, Domaine Dupasquier, Aimavigne, AOC Roussette de Savoie (6/9)
  • 2020 Les Grandes Jorasses, Dominique Belluard und Domaine du Gringet, Ayse, Haute-Savoie, Vin de France (9/14)
  • 2023 Zierfandler, Friedrich Kuczera, Gumpoldskirchen, Bergwein (2,50/4)

Und zumindest am Beginn der Lehrveranstaltung gibt es auch noch …

  • 2021 Mondeuse « mattäi », Côteaux des Girdondales, Villaz, Haute-Savoie, Vin de France (5/8)
  • 2021 Dolia, Arretxea, AOC Irouléguy, Sud Ouest (7/11)
  • 2019 Dolia, Arretxea, AOC Irouléguy, Sud Ouest (7/11)

DONNERSTAG, 10. September von 17 bis 21 Uhr

Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils

Reindorfgasse 22

Im Übrigen ist der Rudl der Meinung, dass der 27. Jänner, der Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Konzentrationslager Auschwitz, zu einem gesamteuropäischen Feiertag erklärt werden muss.

Smart ist das neue Weiß. Deshalb grüßt der Rudl un-smart wie nur was!

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Benachbarte Jahrgänge – verfügbar: Dolia von Arretxea; Grüner Veltliner Steinleithn vom Geyerhof und Mondeuse von den Côteaux des Girondales, FREITAG, 4. September, 17 bis 21 Uhr

Freitag

Die letzte Sommerschule findet an diesem Freitag statt.

Erratum – Reindorfgassenfest NICHT am 4. und 5. September

Der Rudl hat in seinem Geschäft vor ein paar Wochen irrtümlich das Reindorfgassenfest für das letzte Wiener Ferienwochenende annonciert. Irrtümlich. Es findet in Wirklichkeit eine Woche später, am 11. und 12. September statt.

2 verfügbare Jahrgänge von 3 verschiedenen Weinen

Caviste Rudolf Polifka gesteht dem gegenständlichen Studienthema eine gewisse Sperrigkeit zu. Womöglich ist es erklärungsbedürftig: Immer wieder kommt es vor, dass der Rudl geschäftlich von einem Wein einen Jahrgang kauft, obwohl ein anderer Jahrgang dieses Weines noch verfügbar ist. Privat ist das nicht unüblich. Es gibt Weine, von deren Güte man derart überzeugt ist, dass man keinen Jahrgang versäumen möchte. Geschäftlich trachtet der Rudl, den Lagerbestand unter Kontrolle zu halten. Darum verkauft er einen Jahrgang und erst danach bestellt er den nächsten, sei das der Folgejahrgang, sei es der übernächste oder auch ein viel späterer. Aber dann gibt es Weine, die sich einer derart rationalen Calculation entziehen. Da kann der Rudl quasi gar nicht anders, als den neuen Jahrgang zu bestellen, sofern sich die Gelegenheit dazu bietet. Wenig überraschenderweise sind das Weine, von denen der Rudl dann gerne ein Flascherl einem Weinbauern mitbringt, im Fall eines österreichischen Weins einem französischen Winzer, im Fall eines französischen Weins vice versa.

Dolia 2019 und 2021, Arretxea

Siebzig Percent Tannat, zwanzig Cabernet Franc, zehn Cabernet Sauvignon auf eisenhältigem Sandstein. Mindestens ebenso wichtig erscheint dem Rudl bei diesem Wein das Ausbaugebinde, in dem Dolia sechs bis acht Monate gärt und reift: Amphoren aus baskischem Ton von der ortsansässigen Töpferei Goicoechea. Heuer hat der Rudl es endlich geschafft, diesen Betrieb zu besuchen. Vierhundert Liter gehen in so eine Amphore hinein. Michel Riouspeyrous (Arretxea) und Luc de Conti vom Weingut Château Tour des Gendres in Bergerac haben es gemeinsam mit Monsieur Goicoechea entworfen. Und es ist ein Genuss, vor so einem Gefäß zu stehen und es anzuschauen.

Da reden wir noch gar nicht vom Wein. Der ist frisch, erinnert an milde Piments d’Espelette, allerdings nicht an jene, die man im sogenannten Supermarkt kaufen kann. Und für so viel Tannat ist der Wein ausgesprochen früh zugänglich, was man schon als sehr deutliches Indiz für den Einfluss des Gebindes betrachten kann. Der langen Schreibe kurzer Sinn: Wein aus dem wirklichen Feinkostladen Europas

Grüner Veltliner Steinleithn 2022 und 2023, Geyerhof

Welchen besonderen Stellenwert dieser Wein gemeinsam mit dem Spiegel vom Mantlerhof unter den Veltlinern des Landes einnimmt, hat Ihnen, geneigte Oenologin, gewogener Oenologe, Caviste Rudolf Polifka schon drei oder viermal verraten; warum das so ist, detto. Einfacher und überzeugender ist es sowieso, sich davon im Glasl zu überzeugen. Ein paar Hinweise sind vor dem Hintergrund dessen, was sonst so an Grünen Veltlinern angeboten wird, unverzichtbar: Der Grüne Veltliner Steinleithn trägt den Stein nicht nur im Namen, sondern schmeckt aufgrund des kargen Granulitverwitterungsbodens auch so. Er reift auf eine Art und Weise, vor der der Rudl den Hut zieht.

Mondeuse „mattäi“ 2021 und 2022, Côteaux des Girondales

Der Rudl kann sich noch gut erinnern, wie er Anfang Juli 2021 auf der Homepage der Vinothek Rhônalia in Aix-les-Bains ein ihm bis dahin unbekanntes biologisches Weingut entdeckt hat. Heute hat der Rudl längst den Überblick über die immer zahlreicheren neuen Biowinzerinnen und Biowinzer in seiner Lieblingsweinbauregion verloren zu haben. Den Anspruch auf diesen Überblick erhebt der Rudl nicht mehr. Dennoch kauft er sich von jedem ihm unbekannten Bioweingut aus Savoyen ein Flascherl, um es einer gewissenhaften Studie zu unterziehen. So oder so, das erste Flascherl Altesse „aVé“ 2020 von Francis Rousset hat sich der Rudl seinerzeit im Juli 2021 in einer Naturweinbar in Annecy gekauft. Und wenige Tage später ist er bei Francis auf der Tackn gestanden.

Mondeuse ist anspruchsvoll. Darum findet man sie nur in den französischen Alpen. Dort oben in Hoch-Savoyen in Villaz bei Francis Rousset passt sie dafür umso besser hin: lockerbeerig, wirklich tiefschwarz, mit einer ausgeprägte Vorliebe für Kalk oder Schiefer, weniger leicht zu beeindrucken von Peronospora, eher von Oidium.

  • 2023 Grüner Veltiner Steinleithn, Geyerhof, Oberfucha, Kremstal (6/9)
  • 2022 Grüner Veltiner Steinleithn, Geyerhof, Oberfucha, Kremstal (6/9)
  • 2022 Mondeuse „mattäi“, Côteaux des Girondales, Villaz, Haute-Savoie, Vin de France (5/8)
  • 2021 Mondeuse « mattäi », Côteaux des Girdondales, Villaz, Haute-Savoie, Vin de France (5/8)
  • 2021 Dolia, Arretxea, AOC Irouléguy, Sud Ouest (7/11)
  • 2019 Dolia, Arretxea, AOC Irouléguy, Sud Ouest (7/11)

… und zumindest am Beginn der Lehrveranstaltung gibt es auch noch

  • 2024 Pinot noir, Dankbarkeit, Podersdorf, Neusiedlersee (5/8)

FREITAG, 4. September von 17 bis 21 Uhr

Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils

Reindorfgasse 22

Im Übrigen ist der Rudl der Meinung, dass der 27. Jänner, der Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Konzentrationslager Auschwitz, zu einem gesamteuropäischen Feiertag erklärt werden muss.

Smart ist das neue Weiß. Deshalb grüßt der Rudl un-smart wie nur was!

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Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22, 1150 Wien