Tour de France 2019. Warten drei

Mit seiner Begeisterung für die berühmteste Radlrennfahrerei der Welt hat Sie, geneigte Oenologin, gewogener Oenologe, Monsieur Rudolf schon das eine oder andere Mal beglückt, konfrontiert oder belästigt, je nachdem wie positiv, neutral oder negativ Sie dem Rudl seinen Worte zur Tour de France oder dem Rennen selber halt gegenüber stehen.

Dieses Mal unter dem Blickwinkel des Wartens

Am meisten wird weltweit auf das ewige Leben gewartet. Und wenn Sie meinen, das sei nicht zeitgemäß, dann werfen Sie einen kleinen Blick in das Regal mit den Anti-Ageingprodukten der Drogerie Ihres Vertrauens. Das Monopol ist, wie ein paar andere auch, halt weggefallen, noch wahrscheinlicher ist es durch ein anderes ersetzt worden. Abgesehen davon hat sich beim ewigen Leben in den letzten zwei- oder dreitausend Jahren nicht viel getan.

Am zweitmeisten wird dann wahrscheinlich eh schon auf die, beziehungsweise bei der Tour de France gewartet. Das behauptet der Rudl jetzt einmal so, beziehungsweise stellt er es in den Raum, solange ihm die Digitalisierung noch einen lässt. Darum ist es letzte Woche gegangen.

Warten auf die Tour de France I

Beginnen tut das Warten auf die Tour ungefähr bei der Etappe, ab der klar ist, wer die Gesamtwertung gewinnen wird. Da machen sich beim Rudl Spuren von Wehmut breit und er überlegt sich, wie der Streckenverlauf im kommenden Jahr sein könnte oder sollte, wenn es nach ihm ginge. Ab diesem Zeitpunkt consultiert Herr Rudolf immer wieder die Internetseite des Rennens, um nach Hinweisen zum Datum der Streckenverlautbarung zu suchen. Der Rudl wartet.

Warten auf die Tour de France II

Irgendwann schreiben Sie dann, dass der Streckenverlauf am soundsovielten Oktober in Paris verraten wird. Der Rudl wartet.

Warten auf die Tour de France III

Einer der schönsten Momente der Tour de France ist jedes Jahr dann, wenn bei der Übertragung der Streckenpräsentation auf einem namhaften europäischen Sportfernsehkanal die Kamera über die stark virtualisierte Strecke fliegt. Der Rudl erkennt dann die Vogesen, den Mont Ventoux, auf alle Fälle die Alpen und die Pyrenäen. Dort ist er mittlerweile fast so daheim wie in Illmitz, Maxglan und der Bundeshauptstadt, der Bundeshauptstadt, die beim Warten auch kein Lercherl ist. Der Rudl hat manchmal den Verdacht, dass in Wien fast alles zum Warten ist, vor allem wenn es um Behörden, Verkehrsmittel oder die Post geht. Das scheint geradezu in der DNA dieser Stadt zu liegen. Wer weiß, vielleicht ist Wien ja entstanden, indem viele Menschen darauf gewartet haben, dass sie jemand über die Donau bringt, nach Stammersdorf hinüber oder nach Mistelbach. Und da haben sie sicher ein ganz schönes Zeitl gewartet, vor der Erfindung von Rollfähre und Hoovercraft. Bei der Warterei könnten sie sesshaft geworden sein. Wie auch immer, in Wien hat man Zeit zu haben. Überall, nur nicht beim Anstellen für Speisen und Getränke. Dort versucht der gelernte Wiener, in diesem Fall bewusst ungegendert, die ganze Zeit, die er auf Ämtern, in Apotheken und in der U6 gewartet hat, wieder gutzumachen.

Warten auf die Tour de France IV

Zieht der Rudl physische Präsenz bei einer Etappe in Betracht, dann wartet er ab der Streckenpräsentation auf eine Gelegenheit, in der eine einschlägige Unterbreitung seiner Ideen am ehesten auf positive Resonanz stoßen könnte. Der Rudl wartet, manchmal ziemlich lang.

Warten auf die Tour de France V

Unter der Voraussetzung, dass Warten IV nicht für die Haare gewesen ist, recherchiert Monsieur Rudolf sodann nach Quartieren, die den Besuch am Streckenrand erleichtern. Dieses Warten fällt zeitlich nicht besonders ins Gewicht und ist genaugenommen auch kein Warten, sofern man selbiges als passiven Vorgang versteht.

Warten auf die Tour de France VI

Nach einer allfälligen erfolgreichen Buchung eines Urlaubsquartiers in, respektive in der Näher der französischen Alpen beginnt das längste Warten. Nur merkt der Rudl davon nix, weil spätestens im November eines Schulmeisterjahres ein derartiges Holodaro einsetzt und bis Ende Juni nachhält, dass es dem Rudl schwer fällt, über die Zeit nach Schulschluss einen klaren Gedanken zu fassen. Rein theoretisch wartet der Rudl, nur merkt er davon nichts.

Warten auf die Tour de France VII

Irgendwann steht Caviste Rudolf mit ausgeschaltetem Telefon am Streckenrand, genießt die Atmosphäre und würde sich die Überraschung, wer als Erster daher radelt, von keinem Streamingdienst der Welt nehmen lassen.

Brüssel

Dort fahren sie nächstes Jahr weg, als Reverenz an Eddie Merckx, der 1969 seine erste von fünf Touren gewonnen hat. Es gibt in Belgien Weinbau. Damit ist dem Rudl seine Kompetenz in Sachen belgischer Wein erschöpft. Darum kann er Ihnen auch keinen offerieren.

Champagne

Über die Champagne, wo es extraordinaire gute Weine, von diesen aber anteilsmäßig so wenige wie selten irgendwo gibt, radeln sie dann nach Lothringen. Dort machen sie den berühmten Vin gris. Auch das muss theoretisches Wissen bleiben. Weiter in die Vogesen.

5. Etappe: Gewurztraminer „La Chapelle“ 2013, Domaine Zusslin, AOP Vin d’Alsace

Eine der Entdeckungen von Caviste Rudolf in diesem Jahr. Gewusst hat der Rudl von diesem Weingut. Und dass die dort einen Gewurztraminer haben, das hat er angenommen. Ein Jahr zuvor hatte sich Monsieur Rudolf in den Kopf gesetzt, an der nördlichen Rhône oenologisch zu forschen. Er ist auf seinen Vorbehalten gegenüber dieser Region sitzen geblieben. Trotzdem hat er ein Jahr später im Elsass unter vergleichbaren Voraussetzungen dasselbe probiert, mit zumindest den Weinen von Zusslin als Unterschied zu Hermitage. Du sollst dir kein Bild machen, zumindest kein endgültiges. Weil es schade wäre.

6. Etappe: Sélection 1998, André et Mireille Tissot, AOC Arbois, Jura

Auf ihrem Weg quasi diagonal durch Frankreich kommen sie dann durch den Jura. Und vom Jura ist es nicht weit zur Côte d’Or.

7. Etappe: Chassagne-Montrachet 1er Cru „Les Grandes Ruchottes 2007, Bernard Moreau et Fils, AOC Chassagne-Montrachet, Bourgogne

Dort ist der Rudl selber mit dem Radl gefahren. Im Neuner Jahr ist es gewesen. Auf der berühmten D973 noch dazu. Möglicherweise ist es oenologisch im Hinblick auf Transportkapazitäten auf keiner Straße so egal, mit dem Fahrrad unterwegs zu sein, wie auf der D973. Die Weine, die man dort kaufen könnte, braucht man eher nicht zu seinem Glück. Freilich gibt es sogar an der Côte d’Or Weine, die man ganz gerne kaufen würde. Nur heben sie dort nicht einmal das Telefon ab, wenn man entsprechende Kaufinitiativen entwickelt. Von Ab-Hof-Verkauf an jemanden, der nicht schon seit den Achtziger Jahren Stammkunde ist, kann bei Coche-Dury und auch bei ein paar nicht ganz so Prominenten gar keine Rede sein. Nur Michel Lafarge in Volnay hat dem Rudl seinerzeit die Tür aufgemacht, ihn sogar ein paar Weine kosten lassen. Dass Herr Rudolf damals nicht mehr mitgenommen hat, das tut ihm jetzt noch leid.

Die Radler werden auf der 7. Etappe andere Sorgen haben, aber anders als der Rudl damals am Abend oder zumindest im Ziel ein paar Glasl Meursault von Coche-Dury trinken können.

Es gibt Radsportfreundinnen und Radsportfreunde, für die es bei der Tour de France ausschließlich um den Besten, das Gelbe Trikot, geht. Darum für das Gelbe Trikot:

13. Etappe: Hégoxuri 2014, Domaine Arretxea, AOC Irouléguy, Sud Ouest

Und es gibt Radsportfreundinnen und Radsportfreunde, für die es bei der Tour de France um die Gesamtheit der Spitzenleistungen aller Art von allen beteiligten Athleten geht. Der Rudl hat vor jeder Abfahrt und sogar vor der Passage eines Kreisverkehrs von jedem einzelnen Teilnehmer mehr Respekt als vor Manchester City und Paris Saint Germain zusammen.

Für die Alpenetappen eine Streuung an Spitzenleistungen in unterschiedlichen Kategorien, samt und sonders Weine, die es zumindest in diesen Jahrgängen noch nicht offen beim Rudl gegeben hat:

  • Giac‘ Potes 2017, David und Fred Giachino, Chapareillan, AOP Vin de Savoie (3/5)
  • Altesse 2017, David und Fred Giachino, Chapareillan, AOP Vin de Savoie (4/6)
  • Big Bang 2016, Maxime Dancoine, Aiton, Vin de Pays des Allobroges (4,50/7)

Fünfzig Percent Jacquère, fünfzig Percent Altesse. Von Jacques Maillet selbst als würdig befundener Nachfolger von dessen P’tit Canon, nur dass es vom Big Bang noch weniger gibt. Maxime Dancoine bewirtschaftet weniger als einen Hektar. Aber nicht irgendeinen. Dazu ein anderes Mal viel mehr.

  • Chignin-Bergeron „Les Friponnes“ 2017, Gilles Berlioz, Chignin, AOP Vin de Savoie (5/8)
  • Apremont „Lisa“ 2017, Jean-Claude Masson, Apremont, AOP Vin de Savoie (3/5)
  • Argile Blanc 2017, Domaine des Ardoisières, Cevin, Vin des Allobroges (4,50/7)Die folgenden hat es schon offen gegeben:
  • Chassagne-Montrachet 1er Cru „Les Grandes Ruchottes 2007, Bernard Moreau et Fils, AOC Chassagne-Montrachet, Bourgogne (12,50/19 – ohne Probieren „en avance“)
  • Hégoxuri 2014, Domaine Arretxea, AOC Irouléguy, Sud Ouest (5/8)
  • Sélection 1998, André et Mireille Tissot, AOC Arbois, Jura (6/9)
  • Gewurztraminer „La Chapelle“ 2013, Domaine Zusslin, AOP Vin d’Alsace (5/8)

(in Klammern zuerst der Preis für das Sechzehntel, dann der für das Achtel)

In Paris gäbe es auch Wein. Der hat den Rudl bis jetzt nicht gereizt.

Diese Weine, aber auch noch einen ganzen Haufen andere, zum Beispiel etliche orangene, gibt es glasweise diese Woche wieder zu den gewohnten Öffnungszeiten

am Mittwoch, den 21. November und am Freitag, den 23. November

jeweils von 16 bis 22 Uhr

in der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22

Nachrichten aus dem Flaschensortiment

Weine von folgenden fünf Weingütern in Savoyen sind ab sofort flaschenweise verfügbar (Preis in Klammern):

Domaine Giachino

  • Giac‘ Potes 2017 (13,50)
  • Apremont 2017 (14,50 Euro)
  • Marius et Simone 2017 (19,50)
  • Mondeuse 2017 (17)
  • Persan 2017 (19,50)
  • Don Giachino (Méthode traditionelle) 2015 (18,50)
  • Altesse 2017 (18)
  • Prieuré Saint Christophe Blanc 2016 (30)
  • Prieuré Saint Christophe Rouge 2016 (30)

Domaine Partagé. Gilles Berlioz

  • Les Friponnes 2016 und 2017 (25)
  • Les Filles 2017 (32)
  • Les Fripons 2016 (32)

Jean-Claude Masson et Fils

  • Lisa 2017 (14,50)
  • La Déchirée 2017 (18,50)
  • La Centenaire 2016 (27)

Domaine de l’Aitonnement

  • Big Bang 2016 (19)
  • Solar 2016 (27)

Domaine de l’Ardoisières

  • Argile Blanc 2017 (20)
  • Schiste 2016 (37)
  • Quartz 2016 (70)

Vorschau auf die Lehrveranstaltung vom 28. und 30. November:

Warten IV. … Weine, die noch viel vor haben

Im Übrigen erwartet Rudolf Polifka, dass man den 27. Jänner, den Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Vernichtungslager Auschwitz zu einem europäischen Feiertag erklärt.

Herr Rudolf grüßt, wartet und freut sich!

 

Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22, 1150 Wien

Öffnungszeiten: Mittwoch und Freitag, 16 bis 22 Uhr, an Schultagen

kostenlose und CO2-minimierte Zustellung innerhalb von Wien ab einem Bestellwert von 57 Euro

Sizilianische Pomeranzen, Frauenkirchner Pommes de terre und orange Weine. Warten II. Diese Woche ausnahmsweise am Dienstag und am Mittwoch geöffnet, Freitag geschlossen, Samstag Weinauktion zugunsten des Integrationshauses

Natürlich oder selbstverständlich?

Sie können heutzutage das ganze Jahr über Orangen kaufen. Natürlich ist das nicht, selbstverständlich aber schon, zumindest in einer Zeit, in der Zeit keine Kategorie mehr zu ein scheint. Vieles ist heute synchron. Die Ver-e-isierung macht das möglich. Und was die Rückdimensionierung des Lebens auf das Wischbrettl an Zeit einspart, entschleunigen WapplerInnen, die mit ihrer Wischerei den Betrieb auf Rolltreppen, Trottoirs und anderen Bereichen des öffentlichen Raums aufhalten. Alles aufkommensneutral quasi.

Alter gibt es auch keine mehr.

Individuell nicht und historisch sowieso nicht. In den Lehrplänen für Geschichte ist das chronologische Prinzip überwunden. Fast alles ist fast immer möglich. X-zig ist das neue X-minus-zwanzig. Das Obst- und Gemüseregal im Supermarkt, in der Größe eines Fußballfeldes, schaut das ganz Jahr gleich aus. Essen kann man das meiste davon nicht, zumindest nicht blind, wenn man es trotzdem erkennen will. Alles ist zeitlos. Wirklich alles? Nein, Wein bietet der Zeitlosigkeit den letzten Widerstand, zumindest seriöser Wein, der mehr als Kracherl mit Alkohol, sogenanntes Glouglou – Naturglouglou oder Industrieglouglou – sein will.

Seriöser Wein will erwartet werden. Und die Orangen von Nino Crupi auch. Auf die darf der Rudl noch warten. Darum schmecken sie ihm so gut.

Abgesehen davon kommt sich der Rudl oft vor wie in einem Film, den jemand seinerzeit beim Urknall gedreht hat und der jetzt mit der Rücklauftaste abgespielt wird. Alles zurück aus Raum und Zeit, zuerst zurück auf zwei Wischdimensionen, aber in der Bude vom Apfelmeister arbeiten sie vermutlich längst an der Eliminierung der zweiten Dimension.

Vor diesem Hintergrund kann der Rudl ja auch das Aufhebens um allfällige 3-D-Drucker nicht ganz nachvollziehen. Müsste man nicht in die entgegengesetzte Richtung entwickeln, ein Druck wo dann nicht mehr ein Blattl, sondern ein Punkt, mathematisch nicht ganz korrekt maximal ein Fliegendreck heraus kommt.

Wein ist anders. Darum wird er heute anders schmecken als morgen. Und wenn sich das halbe Silicon Valley gemeinsam mit allen plastischen Chirurgen und Gewächshausparadeiserzüchtern dieser Welt auf den Kopf stellt.

Pomeranzen

Etymologisch sind die eine Kreuzung aus italienischen Äpfeln (pomo) und bitteren Marillen (arancia). Das möchte man vielleicht gar nicht meinen, wenn man das unreif geerntete Hochglanzzeug probiert. Die Orangen von Nino Crupi werden erwartet, zuerst von den Erntemeistern, dann vom Rudl und von ein paar anderen auch. Das schmeckt man, kommt zumindest dem Rudl vor.

Pommes de terre

Das ist auch kein Lercherl gewesen, bis die von den Anden zu uns herüber gebracht worden sind. Und irgendwie dürften manche aus dieser Dislocierung trugschließen, dass Erdäpfel besser schmecken, wenn man sie lange herum kutschiert. Darum bauen sie die irgendwo in Ägypten an. Der LKW bringt’s dann nach Holland zum Waschen, ein anderer nach Griechenland zum Schälen, bevor sie dann wieder von einer anderen Drecksschleuder nach Portugal gefahren und dort zu Erdäpfelpüree vergatscht werden. Pulverisiert wird das Ganze dann vermutlich in Polen und zu Chips verarbeitet in Marokko. Die Rudl seine zweitliebst Musikkapelle singt darüber ein ganzes Lied. Exportförderung fällt die eine oder andere an. Profitieren tun fast alle dran, mit Ausnahme vielleicht vom Erdäpfelanbauer und dem, der diese Chips dann essen muss. Und halt das Klima. Aber die Klimakatastrophe scheint dem Rudl ja eher mehr etwas Platonisches zu sein, präziser ausgedrückt die Maßnahmen zur Abwehr derselben erscheinen ihm platonisch. Wer auf sich hält, warnt mit mahnender Stimme, veranstaltet eine Enquete oder ein Schulprojekt, haut sich dann einen Kaffee aus der Alukapsel hinein, in den gepanzerten Esjuwi und heim in die klimatisierte Wohnung. Freiwilliger Komfortverzicht ist nicht zeitgemäß, es sei denn in Form einer Diät.

Etymologisch betrachtet

könnte man Orangeweine als Kreuzungen, in der Linguistik heißt man so etwas Kontamination, aus guten Erdäpfeln und reifen Orangen betrachten, zumindest etwas frei etymologisch betrachtet.

Dass so viele Veranstaltungen rund um die diversen Gärprodukte mit Hautkontakt im November stattfinden, das weiß Caviste Rudolf nicht. Er nimmt das Eintreffen der ersten Orangen von Nino Crupi zum Anlass, den braunen bis rosaroten Weinen die Reverenz zu erweisen.

Um diesen Anlass hervorzuheben, bekommt jeder Gast nach Wahl eine unbehandelte Orange vom Ätna oder eine gekochte Bioerdäpfel der Sorte Laura aus Frauenkirchen.

Jetzt noch kurz wegn dem Wein

Organic Anarchy 2013, Aci Urbajs, Rifnik, Slowenien

Chardonnay, Welschriesling und Kerner. Archäologenwein von einem extraordinaire schönen Platz

Le Blanc du Casot 2010, Le Casot de Mailloles (Alain Castex), Banyuls-sur-Mer

Garagenwein im wörtlichen Sinn. Wo seit zehn Jahren Alain Castex Wein macht, sind davor Kraxen der Marke Citroën repariert worden.

Das nicht gerade als laut zu bezeichnende Hinweisschild auf den Wandel des Gewerbes in den Mauern der ehemaligen Citroën-Werkstatt hat der Rudl 2011 aus dem Fenster eines eher nicht so feinen Hotels in Banyuls erblickt. Nach ein paar Läutversuchen hat der Rudl dann gegen Ende des Urlaubs den Meister persönlich angetroffen und eine Flasche vom angeblich weißen Casot de Mailloles erworben. Jahrgang zehn, aber das steht natürlich nicht am Etikett, weil so ein Wein weder dem gewohnten Geschmacksbild eines Banyuls noch dem eines nicht mit Branntwein aufgebesserten Collioures entspricht, deswegen als Vin de France klassifiziert wird und auch nur ein lateinisches X auf den Jahrgang hinweisen darf. Etwa zwei Drittel Grenache Gris und eines Grenache Blanc. Insgesamt produziert Herr Castex fünftausend Flaschen im Jahr. Das erklärt vielleicht auch, warum diese Weine nicht in jeder zweiten Vinothek stehen.

Geschwefelt, filtriert, geschönt oder dergleichen wird nicht.

Wachsen tun diese Trauben auf ziemlich ausgesetzten, vom Tramontana gemarterten, Steinhalden aus schwarzem Schiefer, die man vielleicht als Pendant der Pyrenäen zum Alpenvorland betrachten könnte. Nur dass diese Weingärten auf das Mittelmeer und nicht auf das Salzkammergut hinunter schauen. Weniger grün sind sie auch. Darum brennt es im Sommer öfter.

Casot ist übrigens der Ausdruck für Steinhäusln, die man seinerzeit für die Arbeiter im Weinberg als Schutz vor Sonne, Wind und Unwettern errichtet hat.

Weißer Schiefer (m) 2011, Uwe Schiefer, Südburgenland

Weißburgunder und Welschriesling vom Eisenberg

La Grande Journée 2012, Jean-Yves Peron, Albertville (7/11)

Im Zeitalter des Humanismus und der Aufklärung haben die Maler begonnen, ihre Namen auf die Bilder zu schreiben. Der Rudl weiß nicht, ob es damals schon Weinetiketten gegeben hat. Jean-Yves Peron scheint der Frage nachzugehen, wie weit sich der Mensch aus dem Weinbau zurückziehen kann. Viel weiter eher nicht, wenn Sie den Rudl fragen.

  • Organic Anarchy 2013, Aci Urbajs, Rifnik, Slowenien (5/8)
  • Le Blanc du Casot 2010, Le Casot de Mailloles (Alain Castex), Banyuls-sur-Mer (7/11)
  • La Grande Journée 2012, Jean-Yves Peron, Albertville, Savoyen (7/11)
  • Gemischter Satz 2016, Erich Andert, Pamhagen (3/5)
  • Morillon 2013, Karl Schnabel, Sausal, Steirerland (6/9)
  • Weißer Schiefer (m) 2011, Uwe Schiefer, Südburgenland (6,50/10)
  • Sauvignon Blanc Gräfin 2015, Maria und Sepp Muster, Schlossberg, Steiererland (5/8)
  • Bianco Breg 2008, Josko Gravner, Oslavije, Italien (8/12)
  • Frühroter Veltiner Una, Leo Uibel, Ziersdorf, Weinviertel West (4,50/7)

Diese Weine, aber auch weniger tanninreiche und billigere kredenzt Herr Rudolf diese Woche ausnahmsweise

am Dienstag, den 13. November und am Mittwoch, den 14. November

jeweils von 16 bis 22 Uhr

in der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22

Weinauktion zugunsten des Integrationshaus

17. November. 19 30 im Alten Rathaus in der Wipplinger Straße 8 statt (Bank Austria Salon).

Wie geschrieben, kann man bei dieser Versteigerung gediegene Flascherl für einen mehr als guten Zweck ersteigern und das eine oder andere Glasl für einen ebensolchen trinken. Im Integrationshaus selber kann man das, wovon heute oft die Rede ist, das aber in viel zu geringem Ausmaß praktiziert wird, nämlich professionelle Integration at its best begutachten.

Fernbleiben nur gegen ärztliches Attest.

https://www.integrationshaus.at/de/eventarchiv/22-weinversteigerung-zugunsten-des-integrationshauses

Nachrichten aus dem Flaschensortiment

Herr Rudolf freut sich, einen ganzen Haufen neuer Weine und neuer Jahrgänge aus Savoyen offerieren zu dürfen. Nur die Preise weiß er noch nicht genau.

Vorschau auf die nächste Lehrveranstaltung

Tour de France 2019

Im Übrigen erwartet Rudolf Polifka, dass man den 27. Jänner, den Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Vernichtungslager Auschwitz zu einem europäischen Feiertag erklärt.

Herr Rudolf grüßt, passt und wartet!

Schicken Sie ein entsprechendes E-Mail, wenn Sie keine Nachrichten der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils bekommen möchten.

Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22, 1150 Wien

Öffnungszeiten: Mittwoch und Freitag, 16 bis 22 Uhr, an Schultagen

kostenlose und CO2-minimierte Zustellung innerhalb von Wien ab einem Bestellwert von 57 Euro

Ni Steirischer Junker, ni Beaujolais nouveau. Gewartet haben I

Kairos

Vor den Herbstferien hat Ihnen der Rudl erzählt, dass ihm der richtige Zeitpunkt, genau genommen das Erkennen desselben regelmäßig etwas aufzulösen gibt. Polifka Fils würde sich zwar nicht als langsamen Zeitgenossen bezeichnen, aber er nimmt sich gerne Zeit zur Akklimatisierung, Zeit, die ihm manche Gelegenheiten verweigern und also aufhören, ebensolche zu sein, bevor der Rudl auch nur eines Fußabdrucks von ihnen gewahr worden ist.

Wein oder Jungwein, das ist die Frage

Es ist ja nicht so, dass es nicht schon längst Jungweine aus dem Jahrgang 2018 gäbe. Spätestens seit August düsen die Turbogärheferln durch heimische Weinkeller, und auch durch ein paar im Beaujolais.

Jungweinzeit

Die Auffassung von einem jungen Wein ist vermutlich eine ziemlich relative Angelegenheit. Dominique Belluard etwa erachtet seinen Le Feu 2010 als noch nicht reif, würde 2011 hingegen schon trinken und Thérèse Riouspeyrous findet, dass Hégoxuri 2014 seine beste Zeit noch vor sich hat. So ein Zugang scheint in Österreich zumindest nicht mehrheitsfähig. Daran ist möglicherweise eine der Lieblingsinstitutionen vom Rudl mit schuld, der Heurige. Dort gilt traditionell ein Wein als Heuriger, solange keiner aus dem folgenden Jahr verfügbar ist. Mit seinem Amtsantritt an der Schank macht der neue Heurige dann seinen Vorgänger zum „Altwein“. Als besonderes Kompliment wird man das nicht aufzufassen dürfen, in einem Etablissement mit dem Namen „Heuriger“.

Der junge …

In den Eckgasthäusern und nicht nur in diesen freuen sich die Salz- und Pfefferstreuer ab September, dass sie nicht so alleine herum stehen müssen und ihnen die Taferl mit dem Jungen Wiener, dem Steirischen Junker oder dem Primus Pannonikus Gesellschaft leisten.

Der Steirische Junker

Am Mittwoch vor Martini ist es früher gewesen. Da haben sie den womöglich berühmtesten österreichischen Jungwein präsentiert, den Steirischen Junker. Pfiffige hat dieser Termin aber nicht daran gehindert, noch früher das Angebot durch einen Jungwein welcher Bezeichnung auch immer zu bereichern. Selbst eine gegenderte „Junge Steirerin“ hat der Rudl schon im Regal einer Vinothek gesichtet. Heuer ist auch der Junker schon am 25. Oktober auf dem Markt gewesen. „Vü nimma Darwartn“ sagt der Herr Kurt.

Monsieur Rudolf braucht derlei nicht zu seinem oenologischen Glück, egal ob sprachlich antiegalitär verdumpft als Junker, noch politisch korrigiert. So oder so, hält es der Rudl da mit Gerhard Polt und wartet.

Drum kredenzt er diese Woche Weine, auf die er schon ein Zeitl gewartet hat.

2008 in Savoyen

Die allerlängste Zeit kein Anlass zur Sorge. Ende August wird es dann nass. Das bleibt es auch. Für die eine oder andere Jacquère ist sich das dann mit der Reife nicht mehr ausgegangen. Altesse, Chignin-Bergeron und vor allem die Roten haben sich noch erfangen, direkt als „blad“, wenn Sie dem Rudl diese umgangssprachliche Bemerkung gestatten, sind sie aber nicht zu bezeichnen.

2008 in Österreich

Ende August wird jedes Jahr der Weinjahrgang, und zwar der desselben Jahres beurteilt. Die Beurteilungsskala ist zweistufig und verbal. Sind die acht Wochen vor der Verlautbarung des Urteils heiß gewesen, wird ein Jahrhundertjahrgang verlautbart, sind sie nicht so heiß gewesen, annonciert man einen Winzerjahrgang. Zweitausendacht hat damals im August ein „Winzerjahrgang“ bekommen. In weiterer Folge sind über diesen Weinjahrgang ein paar Marketingphrasen gedroschen worden. Spätestens wenn ein Großteil der Industrieweine verschachert ist, bleibt eine Mischung aus Jammern und Geringschätzung für so einen Jahrgang über. Zwei Jahre später hat sich das Ganze bezüglich 2010 wiederholt. Der Rudl tendiert dazu, davon auszugehen, dass da in etlichen Jahrgangsbeschreibungen lediglich die Jahreszahlen ausge“besser“t worden sind.

Für Caviste Rudolf ist 2008 ein extraordinär grandioser Jahrgang. Frische, Charakter und Eleganz in perfekter Kombination. Dafür ist Monsieur Rudolf den begnadigten Weinbaumeistern, wie sie der Herr Kurt nennen würde, ziemlich dankbar. Und er stellt sich deren Hacke in diesem Jahr als ganz besonders zach vor. Wasser in allen Aggregatszuständen. Der Gesundheit der Weinbeere ist das nicht immer nur zuträglich. Dem Rudl ist der Weinjahrgang 2008 fast ein bissl so etwas wie die Weinwerdung des Arbeitsauftrages von Jesus, man möge trachten, Salz der Erde zu sein. Von Zucker war keine Rede.

Der Rudl wartet gerne, bis die Weine ein bissl reifer sind. Damit sie dann auch gut schmecken, müssen sie schon ein bissl vif sein. Den Weinen des Jahrgangs 2008, deren Beeren und Trauben gesund gelesen worden sind, kann man diese Vifheit sicher nicht absprechen. Den Umstand, dass gerade ein biologisch arbeitender Weinbauer wie Sepp Mantler in einem wasserreichen Jahr wie 2008 derart hervorragende Weine gekeltert hat, kann man vielleicht auch als Denkzettel für jene verstehen, die immer noch meinen, Bioweinbau sei etwas für vom Wetter besonders begünstigte Jahrgänge. Kulturwein.

Warten eins

Der Jahrgang 2008 und damit das stolze Alter von runden zehn Jahren ist aber nicht das Einzige, was die diese Woche zur Kredenzung gebrachten Weine verbindet. Sie finden sich auch samt und sonders im Sortiment vom Rudl, die meisten halt in Bouteillifizierung ihrer jüngeren Schwester und Brüder. Wenn Ihnen, geneigte Oenologin, gewogener Oenologe, diese Woche ein Wein beim Rudl besonders gut schmeckt, dann können Sie den zwar nicht einszueins mit nachhause nehmen, aber Sie können eines von den erwähnten jüngeren Exemplaren erwerben, daheim in den Keller oder ganz hinten in die Speisekammer legen und das Heranreifen des Weines abwarten. Da ist der Schulmeister Rudolf quasi in seinem Element. Da kann er lehren. Und derlei lehrt der Rudl viel lieber, als dass ein Wein nach rotem Paprika oder grünem Pfeffer schmeckt. Bildungsmeister Rudolf betrachtet das Wartenkönnen, zusammen mit dem Neinsagenkönnen und dem Sichanstrengenkönnen als das Herzstück seines ganz persönlichen Bildungsideals.

Ein Achter schert aber auch diesbezüglich aus. Bianco Breg 2008 von Josko Gravner ist der aktuelle Jahrgang dieses Weins im Sortiment vom Rudl, wobei von dem der Fünfer auch noch verfügbar ist.

  • Sauvignon Blanc 2008, Josef Umathum, Frauenkirchen, Neusiedlersee (4,50/7)
  • Neuburger Hommage 2008, Mantlerhof, Brunn im Felde, Kremstal (4,50/7)
  • Grüner Veltiner Hundsberg 2008, Leo Uibel, Ziersdorf, Weinviertel West (6,50/10)
  • Grüner Veltiner Steinleithn 2008, Geyerhof, Oberfucha, Kremstal (6/9)
  • Les Alpes 2008, Dominique Belluard, Ayze, AOC Vin de Savoie (7/11)
  • Bianco Breg 2008, Josko Gravner, Oslavia, IGT Venezia Giulia (8/12)
  • Sélection Arbois 1998, André et Mireille Tissot, AOC Arbois, Jura (6/9)

Diese Weine, aber auch billigere, nur halt keinen aus 2018 kredenzt der Rudl am

Mittwoch, den 7. November und am Freitag, den 9. November

jeweils von 16 bis 22 Uhr

in der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22

Weinauktion zugunsten des Integrationshaus

Ein Herzensanliegen ist es dem Rudl, auf die diesjährige Weinversteigerung zugunsten des Wiener Integrationshauses hinzuweisen. Sie findet am 17. November ab 19 30 im Alten Rathaus in der Wipplinger Straße 8 statt (Bank Austria Salon)

https://www.integrationshaus.at/de/eventarchiv/22-weinversteigerung-zugunsten-des-integrationshauses

Bei dieser Versteigerung kann man gediegene Flascherl für einen mehr als guten Zweck ersteigern und das eine oder andere Glasl für einen ebensolchen trinken. Im Integrationshaus selber kann man das, wovon heute oft die Rede ist, das aber in viel zu geringem Ausmaß praktiziert wird, nämlich professionelle Integration at its best begutachten.

Nachrichten aus dem Flaschensortiment

Herr Rudolf freut sich

  • Bela, Branko und Vasja Čotar, Komen, Kras, Slowenien
  • Blauer Burgunder 2015, Weingut Dieter Dorner, Mureck
  • Ruländer 2014, Weingut Dieter Dorner, Mureck und vor allem
  • Neuberger 2016,

den Wein zum vierzigjährigen Geburtstag der Bioweine vom Weingut Dieter Dorner

in seinem Sortiment begrüßen zu dürfen.

Vorschau auf die nächste Lehrveranstaltung

Orangen und Orange

Im Übrigen wartet Rudolf Polifka immer noch darauf, dass man den 27. Jänner, den Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Vernichtungslager Auschwitz zu einem europäischen Feiertag erklärt.

Herr Rudolf grüßt und wartet!

Schicken Sie ein entsprechendes E-Mail, wenn Sie keine Nachrichten der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils bekommen möchten.

Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22, 1150 Wien

Öffnungszeiten: Mittwoch und Freitag, 16 bis 22 Uhr, an Schultagen

kostenlose und CO2-minimierte Zustellung innerhalb von Wien ab einem Bestellwert von 57 Euro

Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils bis 6. November geschlossen

Herr Rudolf freut sich über die Strecke für die Tour de France 2019 und sperrt seine Weinhandlung bis 6. November zu.

Der Rudl hat die Ehre!

Vorschau auf 7. und 9. November

Weine zur Junker-Präsentation … aus dem Jahr 2008

Im Übrigen ist Rudolf Polifka der Meinung, dass man den 27. Jänner, den Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Vernichtungslager Auschwitz zu einem europäischen Feiertag erklären sollte!

Schicken Sie ein entsprechendes E-Mail, wenn Sie keine Nachrichten der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils bekommen möchten.

Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22, 1150 Wien

Öffnungszeiten: Mittwoch und Freitag, 16 bis 22 Uhr, an Schultagen

kostenlose und CO2-minimierte Zustellung innerhalb von Wien ab einem Bestellwert von 57

Der Weiße vom Kalk. Irouléguy Blanc, Domaine Ilarria 2010 – 2012 – 2013.

Forschungsreisen nach Frankreich, weit entfernt von Oenolgogie

Die erste unfreiwillige Studienreise nach Frankreich hat der Rudl Fils 1984 unternommen. Im Zentrum seines Interesses sind damals nicht existente Merchandising Artikel von der französischen Fußballnationalmannschaft und Formel 1 Modellautos gestanden, nicht wie von seiner Mutter favorisiert die französische Sprache, die zu erlernen im September desselben Jahres angestanden ist. Die erste mehr oder weniger freiwillige Forschungsreise ebendahin hat ein Jahr später stattgefunden. Zweck der Reise sollte auch dieses Mal der Spracherwerb sein. Dass im Hintergrund bei den Eltern vom Rudl auch andere Überlegungen eine Rolle gespielt haben, kann Herr Rudolf aus heutiger Sicht nicht zur Gänze ausschließen. Seiner persönlichen Erinnerung nach hat er damals, mit sechzehn, siebzehn Jahren seiner näheren Umgebung das Leben nicht nur strapazfreier gemacht, wobei sich die Revolte fast ausschließlich im Kopf beziehungsweise in der Theorie abgespielt hat. Dort aber umso massiver. Die Dienstreise hat sich dann vor allem um Schallplatten gedreht. Kurioserweise hat der Rudl die Single „Das Blech“ von Spliff, 1985 auch in Frankreich schon im Abverkauf, in einem Plattengeschäft im aquitanischen Bergerac erworben. An derlei kann er sich noch genau erinnern, an diese Zeilen am Mittwoch wahrscheinlich bestenfalls rudimentär. Bis 1986, 1987 und auch bis 1989 hat sich am Interesse vom Rudl an mehr oder weniger gepflegter Populärmusik in englischer, französischer, deutscher und Simmeringer Sprache nicht viel geändert. Was letztere betrifft, hat sich daran auch über 1989 hinaus nicht viel geändert. Der musikalische Horizont vom Rudl ist nicht weiter geworden. Anstatt Musikanten wie Alphaville, Picnic at the Whitehouse oder zugegebenermaßen die Scorpions sind dann bald einmal Weinflaschen in den Fokus von Rudolf jun. gerückt. Er meint sich an eine Flasche Monbaziac, die er 1990 von einem Aufenthalt in Bergerac mitgebracht hat, erinnern zu können.

1996 hat sich der Rudl dann schon ziemlich professionell auf eine Weinreise nach Frankreich vorbereitet. Irgendwie ist er über Pierre Frick an ein Ausstellerheft der 14. Europäischen Biomesse in Rouffach geraten, auf ungebleichtem Papier, zu studieren diese Woche in der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils. Da stehen viele Adressen von französischen Bioweinbauern drinnen. Diese hat der Rudl dann, so sie in Reichweite einer Route, die man auch mit sehr viel gutem Willen nicht als direkten Weg von Österreich nach Banyuls-sur-Mer erkennen kann, mit Auslandspostkarten adressiert und um Preislisten und Informationen über allfällig zu erwerbende Altweine gebeten. Teilweise hat der Rudl auch die Routen an den Weingütern orientiert. Und ein kleines Weinbuch von Oz Clark hat ihn damals auch geleitet.

2009

Nach 1996 ist Herr Rudolf einigen Jahre nicht nach Frankreich gefahren. Das sind die letzten aktiven Jahre von Sir Paul Gascoigne gewesen. Die wollten auch in der vierten englischen Liga auf gar keinen Fall versäumt sein.

Und dann ist da diese von wem auch immer in Umlauf gebrachte Schlauheit, dass es dort, in Frankreich, weinmäßig nichts gebe, was es nicht „bei uns“ „eh auch“, „vielleicht sogar besser und billiger“ gebe, gewesen. Der ist Monsieur Rudolf – es hätte keinen Sinn, das heute abzustreiten – ein ganz schönes Zeitl lang auf den Leim gegangen. Das Buch „Terroir“ vom Geologen James E. Wilson ist es dann gewesen, das den Rudl wissen lassen hat, dass er ganz dringend nach Frankreich fahren muss, in das Land, in das ihn fünfundzwanzig Jahre davor seine erste Studienreise geführt hatte. Diese Reise wollte noch viel akribischer geplant sein, aber in Zeiten eines Internetzugangs ist das lange nicht so aufregend gewesen wie 1996, als gelegentlich zweckdienliche Hinweise aus dem Bereich der Oenologie am Abend im Briefkastl gewartet haben.

Von der Schwierigkeit des Moments

Die alten Griechen werden sich etwas dabei gedacht haben, als sie die Zeit im Sinn des richtigen Augenblicks mit einem eigenen Vokabel gewürdigt haben. Monsieur Kohelet hat dem richtigen Augenblick ein literarisches Denkmal gesetzt, der Herr Kurt auf „A schene Leich“ 1988 ein musikalisches. Nichtsdestotrotz muss der Rudl zugeben, dass er am richtigen Augenblick mit verlässlicher Regelmäßigkeit scheitert, vor allem dann, wenn er plant.

Tour de France

zum Beispiel. Die minutiös geplante Forschungsreise durch die Weinberge Frankreichs sollte 2009 in Savoyen anheben, nach Irouléguy führen, via Bergerac und Saint Emilion Bordeaux anvisieren, dann quasi auf einer Überfuhretappe durch oenologisches Brachland in Saint Andelain und Sancerre einen ersten Höhepunkt erreichen, um dann über die wirklichen großen Kaliber von Pommard, Volnay, Meursault und Chassagne-Montrachet im Elsass auszuklingen. So hatte es der Rudl damals geplant.

Verlauf

Von Belluard hat die Reise dann über Dupasquier zu Gilles Berlioz geführt. Einer Nacht auf der A7, der A9 und der A61 sind dann die erste Flasche Hégoxuri 2007 in einer Weinbar in Biarritz und drei Tage in Saint Jean Pied de Port mitten in der Appellation Irouléguy gefolgt. Für ihn selber ungewohnt zurückhaltend hat sich das Weinkaufsverhalten des Rudls ausgenommen. Ganz besonders vorsichtig hat der Rudl bei der Domaine Ilarria eingekauft. Der Platz in so einem Kübel ist schließlich begrenzt und die ganz prestigeträchtigen Gegenden sind noch vor dem Rudl gelegen. Der Besuch und die Verkostung im Keller von Dagueneau sollten sich dann noch als ziemlich incroyabel erweisen. Abgesehen davon hatte der Rudl bei der Abfahrt aus Irouléguy die Höhepunkte seiner Studienreise aber bereits hinter sich gehabt, was er wiederum erst bei der Abfahrt aus dem Elsass realisiert hat. A blede Gschicht, wie der Herr Kurt in so einem Fall sagt.

Beim nächsten Besuch in der Appellation Irouléguy 2011 ist dann dafür keines der damals zehn Weingüter vom Rudl unbesucht geblieben.

Peio Espil – Domaine Ilarria, Irouléguy

Caviste Rudolf hat Ihnen vergangene Woche im Zusammenhang dem Roten ohne Schwefelzusatz von Ilarria ein paar Details über dieses Weingut übermittelt und erlaubt sich, diese hier herein zu kopieren.

Der Weiße ist insofern bemerkenswert, als er ohne Gros Manseng auskommt, sechzig Perzent Petit Manseng und vierzig Petit Courbu. Die Rebstöcke der Weißen von der Domaine Arretxea, gleich gegenüber stehen auf ganz anderen Böden, Ophite, Schiefer und rostigem Sandstein.

Domaine Ilarria

Peio Espil ist ein Freund der Archäologie und der Kunst. In seiner Jugend hat er für eine NGO, die sich um Flüchtlinge zwischen Äthiopien und Somalia gekümmert hat, und im Bereich der landwirtschaftlichen Entwicklung von Entwicklungsländern und Wüstengebieten gearbeitet. 1987 ist er dann ins Baskenland zurück gekommen. Um diese Zeit hat in Irouléguy das Bewusstsein, es mit einem einzigartigen Terroir zu tun zu haben, eingesetzt. Michel Bourgignon hat die von seinem Vater gegründete Genossenschaft übernommen, Etienne Brana begonnen, höhere und steilere Lagen zu terrassieren, junge Weinbauern neu ausgepflanzt. Monsieur Espil hat 0,75 Hektar Weingarten von seinem Vater übernommen und dann jedes Jahr einen Hektar gesetzt. Jetzt sind es acht, der Großteil davon auf Kalk, ausschließlich die zu Rosé vinifizierten Tannat und Cabernets auf Schiefer.

Heute liest Peio Espil gerne Masanobu Fukuoka, auf Englisch.

In seinen Weingärten resultiert daraus die Rückkehr der natürlichen Begrünung. Keine Bodenbearbeitung, abgesehen von jener der Schafe. Das begrenzt den Hektarertrag auf fünfundzwanzig Hektoliter, wird ab dem siebten Jahr aber ziemlich interessant. Schwefel nur bei der Füllung, und da minimal. Der Irouléguy Rouge sans sulfites ajoutés muss den Abfüllvorgang ganz ohne fremde Schwefelassistenz derpacken.

Seltene Koalition von Sauberkeit und Fülle als Resultat.

  • Irouléguy Blanc 2013, Domaine Ilarria, AOC Irouléguy, Sud Ouest (5/8)
  • Irouléguy Blanc 2012, Domaine Ilarria, AOC Irouléguy, Sud Ouest (6/9)
  • Irouléguy Blanc 2010, Domaine Ilarria, AOC Irouléguy, Sud Ouest (6/9) – unter der Voraussetzung, dass der Rudl bis Mittwoch den Zehner noch findet, was ihm bis jetzt nicht gelungen ist. Andernfalls wird ihn der Zehner Hégoxuri würdig vertreten. Vom Jurançon sec 2010 von der Domaine de Souch ist auch noch etwas da.

(in Klammern die Preise für das Sechzehntel und das Achtel)

selbstverständlich auch billigere Weine gibt es glasweise

am Mittwoch, den 24. Oktober

von 16 bis 22 Uhr

in der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22

Am 26. Oktober ist Nationalfeiertag und die Weinhandlung Rudolf Polkifka et Fils geschlossen. In der Woche vom 29. Oktober bis zum 3. November ist zwar nicht Nationalfeiertag, aber trotzdem zu.

Neues aus dem Flaschensortiment

Ab sofort sind Rotburger Classic und Rosa Pearl vom Weinhof Uibel wieder verfügbar.

Riedenkarten

Ein ambitioniertes Forscherteam hat sich die Erarbeitung neuer Riedenkarten der österreichischen Weinbaugebiete zur Aufgabe gemacht.

Unter dem folgenden Link können Sie nicht nur Ihre Meinungen zum Thema Riedenkarten kundtun, sondern auch etwas gewinnen.

https://bit.ly/2CGk3za

Vorschau auf 7. und 9. November

Weine zur Junker-Präsentation … aus dem Jahr 2008

Wieder einmal nützt der Rudl die Gelegenheit, Sie dazu einzuladen, sich Begleitung für den Wein in die Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils mitzubringen. Der Ossau-Iraty passerte zu den weißen Basken noch viel besser als zu den roten.

Im Übrigen ist Rudolf Polifka der Meinung, dass man den 27. Jänner, den Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Vernichtungslager Auschwitz zu einem europäischen Feiertag erklären sollte!

Monsieur Rudolf grüßt den Moment und alle, die ihn erkennen! Die anderen auch.

Schicken Sie ein entsprechendes E-Mail, wenn Sie keine Nachrichten der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils bekommen möchten.

Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22, 1150 Wien

Öffnungszeiten: Mittwoch und Freitag, 16 bis 22 Uhr, an Schultagen

kostenlose und CO2-minimierte Zustellung innerhalb von Wien ab einem Bestellwert von 57

Irouléguy gegen Jurançon, das ist Brutalität.

Zuerst einmal im Sinne der Ausgewogenheit und in diesem Fall sogar ernst gemeint

Der Rudl denkt gerne nach. Auch wenn er etwa diese Zeilen schreibt. Zuerst schreibt der Rudl. Das geht manchmal irgendwie wie von selber. Da muss das heraus, fast ein bissl kathartisch. Dann denkt der Rudl nach. Manchmal sind diese Zeilen schon abgeschickt und dem Rudl fällt noch etwas ein, eine Präzisierung, ein anderes Vokabel, eine Steigerung, eine Abschwächung oder halt irgendetwas. Gscheit ist diese Reihenfolge nicht. Das hat der Rudl nie behauptet.

Vergangene Woche hat der Rudl zum Ausdruck gebracht, dass es ihm schwer falle, Vulgäratheismus ernst zu nehmen und letzteren auch der Schmähfreiheit bezichtigt. Der Vollständigkeit halber möchte der Rudl ergänzen, dass es sich für ihn etwa mit Vulgärkatholizismus gerade genauso verhält. Herr Rudolf meint, die Vertreterinnen und Vertreter desselbigen daran zu erkennen, dass sie da und dort ein Kreuz im öffentlichen Raum fordern und die Frage, was ein Kreuz für sie bedeute, mit einem „Weil das bei uns so der Brauch ist“ quittieren. Der Rudl fragt sich dann, warum sie nicht eine Lederhose aufhängen.

Und noch etwas

Angeblich kritische Medien haben einander letzte Woche rund um den zehnten Todestag von Jörg Haider in der Kategorie Affentheater überboten. Der 10. Oktober ist auch der Todestag von Günter Brödl. Um den wird kein Trara gemacht. Wahrscheinlich passt das zum Trainer.

Am 10.10.2010 ist die Würdigung des zehnten Todestages von Günter Brödl deutlich dezenter ausgefallen. Aber er, der Trainer, hat, wie es Franz Deckenbach auf seiner Homepage www.espressorosi.com unüberbietbar auf den Punkt bringt, „das Leben vieler Menschen zum Positiven verändert“.

So viel Zeit und Raum muss schon sein!

Wein

Dass die Appellation Irouléguy am Fuß der französischen Pyrenäen eine der Lieblingsappellationen vom Rudl werden würde, hat der gewusst, noch bevor er hingefahren ist. Das mit der abfälligen Bemerkung von James E. Wilson hat Ihnen Caviste Rudolf schon erzählt.

Jurançon hat Herr Rudolf erst zwei Jahre später für sich entdeckt. Vielleicht ist das der exponierteren Lage von Irouléguy geschuldet. Vielleicht auch dem höheren Prestige, das den Weinen des Jurançon zugeschrieben wird. Die Geologie von Irouléguy ist vielfältiger als die „poudingues“ des Jurançon. Letztere sind Steinbrocken, die sich auf dem Wasserweg im Gave aus den Pyrenäen heraus nach Norden deplaciert haben.

Ein Vergleich

Diese Woche lässt Caviste Rudolf jeweils drei Winzer der beiden Appellationsnachbarinnen gegeneinander antreten. Weißweinrebsorten haben sie dieselben, Irouléguy erlaubt auch Rotweine, Jurançon genau genommen nur Süßweine, aber es gibt eine eigene Appellation Jurançon sec für trockene.

Das Jurançon

ist die zweitsüdwestlichste Weinbauappellation Frankreichs. Sie befindet sich im Süden und Westen von Pau.

Irouléguy

ist kleiner, geologisch aber vielfältiger als Jurançon.

Domaine Ilarria

Peio Espil ist ein Freund der Archäologie und der Kunst. In seiner Jugend hat er für eine NGO, die sich um Flüchtlinge zwischen Äthiopien und Somalia gekümmert hat, und im Bereich der landwirtschaftlichen Entwicklung von Entwicklungsländern und Wüstengebieten gearbeitet. 1987 ist er dann ins Baskenland zurück gekommen. Um diese Zeit hat in Irouléguy das Bewusstsein, es mit einem einzigartigen Terroir zu tun zu haben, eingesetzt. Michel Bourgignon hat die von seinem Vater gegründete Genossenschaft übernommen, Etienne Brana begonnen, höhere und steilere Lagen zu terrassieren, junge Weinbauern neu ausgepflanzt. Monsieur Espil hat 0,75 Hektar Weingarten von seinem Vater übernommen und dann jedes Jahr einen Hektar gesetzt. Jetzt sind es acht, der Großteil davon auf Kalk, ausschließlich die zu Rosé vinifizierten Tannat und Cabernets auf Schiefer.

Heute liest Peio Espil gerne Masanobu Fukuoka, auf Englisch.

In seinen Weingärten resultiert daraus die Rückkehr der natürlichen Begrünung. Keine Bodenbearbeitung, abgesehen von jener der Schafe. Das begrenzt den Hektarertrag auf fünfundzwanzig Hektoliter, wird ab dem siebten Jahr aber ziemlich interessant. Schwefel nur bei der Füllung, und da minimal. Der Irouléguy Rouge sans sulfites ajoutés muss den Abfüllvorgang ganz ohne fremde Schwefelassistenz derpacken.

Seltene Koalition von Sauberkeit und Fülle als Resultat.

Domaine Arretxea

Der erste nicht-litterarische Kontakt des Rudl mit diesem Wein hat 2009 in einer Weinbar in Biarritz stattgefunden. Nicht dass der Rudl diesen Kommentar zu seiner Weinentscheidung gebraucht hätte, hat der Wirt den Hégoxuri als den besten Weißwein des Südwestens bezeichnet.

Auf der Diretissima ist Michel Riouspeyrous nicht zum Wein gelangt, obwohl sein Opa auch Weinbauer gewesen ist. Die europäische Landwirtschaftspolitik ist schon in den Achtziger Jahren nicht das, was der Rudl als „zukunftsträchtig“ bezeichnen würde, gewesen. Sie hatte den Betreibern gemischter Landwirtschaften wie den Eltern von Michel Riouspeyrous nahegelegt, auf Viehzucht zu setzen. So oder so, hat der junge Riouspeyrous landwirtschaftliche Studien aufgenommen, ist dann ein Zeitl zwischen Argentinien und dem Senegal herumgestudienreist, um zuerst einmal Lehrer für landwirtschaftliche Fächer zu werden, immer noch geprägt von der produktivistischen Dogmatik. Eines Abends ist er dann von der Schule nach Hause gekommen, hat seine Schultasche einer anderweitigen Wiederverwertung zugeführt und die Konsequenz gezogen: Wein bei Null beginnen, materiell und erfahrungstechnisch. Letzteres sollte sich langfristig als Vorteil erweisen. 1993 der erste Rote, vier Jahre später der erste Hégoxuri. Gleichzeitig kommt seine Frau Thérèse aus dem Elsass auf das Weingut. Kontakte zum Geologen Yves Herody, Didier Dagueneau, 1998 Biodynamie in einer unideologischen, undogmatischen und regionalisierten Variante. Immer noch auf der Suche, das Potential seiner Weingärten ganz auszuschöpfen.

Domaine Améztia

Die Costeras sind Schafbauer und als solche Hersteller eines großartigen Ossau-Iraty. Wein machen sie auch. Den Roten und den Rosé kann man manchmal ab Hof sogar kaufen. Für den Weißen braucht man den sehr gut sortierten Fachhandel vor Ort und gute Freunde, die diesen aufsuchen.

Domaine de Souch

Yvonne Hegoburu ist es gewesen, die Didier Dagueneau davon überzeugt hat, dass man da unten gute Weine machen kann.

Gros Manseng

Auf Baskisch heißt er „Izhiriota“. Er ist für die Quantität zuständig. Der falsche Mehltau ist nicht sein bester Freund.

Petit Manseng

Izkiriota Itipia, ist ertragsschwach, kleinbeerig und dickschalig, kann deshalb lange am Stock hängen und viel Zucker bilden. Anklänge an Zimt, exotische Früchte, Honig und reifen Pfirsich gehen auf seine Rechnung.

Petit Courbu,

Xuri Zerratia, ist fast immer in der Minderheit, noch ertragsschwächer als der Petit Manseng, aromatisch dafür noch feiner.

Tannat

Bezeichnenderweise versteht man unter Tannat nicht nur die Rebsorte, sondern auch die Salze im Tannin. Seinerzeit hat man viel mehr Tannat reinsortig ausgebaut. Vielleicht haben die Menschen früher mehr Geduld gehabt. Denn trinken hat man das meistens erst nach zwanzig Jahren können. Heute ist fast immer ein mehr oder weniger kleiner Anteil an Cabernet Franc oder oder und Cabernet Sauvignon dabei. Direkt jungweintauglich macht ihn das aber auch nicht.

Gesundheit!

 

Vielleicht gilt Tannat deshalb als gesündester Rotwein der Welt, weil er mehr zum Aufheben als zum Trinken da war.

Die Forscher sehen andere Gründe: Kein anderer Wein entwickelt so einen Haufen an Procyanidin wie Tannat, viermal so viel wie jeder andere Rotwein, zumindest wenn er traditionell gekeltert wird und also drei bis vier Wochen auf der Maische steht – manchmal auch ungerebelt – und dann im alten Holz ausgebaut. Die Tannats aus Uruguay tun das in der Regel nicht, die aus den Pyrenäen, vor allem die aus Madiran und Irouléguy schon. Procyanidin beugt Herz- und Kreislauferkrankungen vor und fängt Radikale.

Heute versucht man die Typicität der Rebsorte zu erhalten, aber seine Trinkreife zu beschleunigen. Dort wo das gelingt, hat man reife und runde Tannine und Aromen nach schwarzen Beeren, Mirabellen und Brombeeren.

  • Jurançon sec „La Part Davant“ 2013, Camin Larredya, AOC Jurançon sec, Sud Ouest (4,50/7)
  • Jurançon sec 2011, Domaine de Souch, AOC Jurançon sec, Sud Ouest (5/8)
  • La Magendia 2005, Clos Lapeyre, AOC Jurançon, Sud Ouest (6/9)
  • Eztia 2013, Domaine Ameztia, Saint Etienne de Baigorry, AOC Irouléguy, Sud Ouest (4,50/7)
  • Irouléguy rouge sans sulfites ajoutés 2012, Domaine Ilarria, AOC Irouléguy, Sud Ouest (5/8)
  • Haitza 2012, Domaine Arretxea, AOC Irouléguy, Sud Ouest (6/9)

(in Klammern die Preise für das Sechzehntel und das Achtel)

selbstverständlich auch billigere Weine gibt es glasweise

am Mittwoch, den 17. und am Freitag, den 19. Oktober

von 16 bis 22 Uhr

in der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22

Vorschau auf 24. Oktober

vermutlich der Weiße von Ilarria 2010, 2012 und 2013

Wieder einmal nützt der Rudl die Gelegenheit, Sie dazu einzuladen, sich Begleitung für den Wein in die Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils mitzubringen. Einen Ossau-Iraty zum Beispiel, oder etwas anderes.

Im Übrigen ist Rudolf Polifka der Meinung, dass man den 27. Jänner, den Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Vernichtungslager Auschwitz zu einem europäischen Feiertag erklären sollte!

Gizon Rudolf zuen Ohore! … oder so ähnlich

Schicken Sie ein entsprechendes E-Mail, wenn Sie keine Nachrichten der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils bekommen möchten.

Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22, 1150 Wien

Öffnungszeiten: Mittwoch und Freitag, 16 bis 22 Uhr, an Schultagen

kostenlose und CO2-minimierte Zustellung innerhalb von Wien ab einem Bestellwert von 57

Bitzgscheite Weine von Rebsorten mid ana schlechten Reklam

Wenn der Rudl den Trainer richtig versteht, denn geht es dem auch um die kindliche Kompetenz, sich selber, aber auch der Welt nicht immer todernst gegenüber zu stehen, sich aber auch nicht auf ein rationell verwertbares Produktionsmittel reduzieren zu lassen und den persönlichen Träumen und Phantasien mehr Raum zu geben als angecoachtem Selbstdarstellungsgehabe und lächerlichen Souveränitätsallüren, auf die Gefahr hin, den Verstand abgesprochen zu bekommen und sich eine schlechte Nachred‘ einzutreten. Der Herr Kurt hat dafür einmal das Bild vom Profil eines Goiserers verwendet.

Das heißt ja nicht, dass man das, was man macht, nicht ernst meint. Ganz im Gegenteil! Aber dieser Hang, sich selber mit dem Kern seiner Existenz an ein Anliegen oder seine Handlungen zu ketten, der beunruhigt den Rudl zunehmend. Spitznamen sind abgeschafft und bei jedem Käse geht es gleich um die Wurst, um die Ehre sowieso.

Da wird dann jedes Anheben der Mundwinkel zu einem vermeintlichen Zeichen von Schwäche, Understatement oder Selbstironie zu einer Kapitulation. Heiliger Ernst, hundert Percent schmähfrei und unbarmherzig. Nicht selten Hand in Hand mit einem fundamentalistischen Vulgäratheismus, dem naturgemäß jede Möglichkeit einer Existenz über dem aufgeblähten Ego ein Dorn im Auge sein muss, vorgebracht mit einer positivistischen Überheblichkeit, die an Missionare während der Hochblüte des Kolonialismus erinnert. Das ist alles nicht dem Rudl sein Terroir. Das macht ihm Angst, ganz besonders Angst macht ihm diese Schmähfreiheit und Selbstironieresistenz im Bildungsbereich.

Vor ein paar Tagen ist es gewesen.

Da hat sich Schulmeister Rudolf von Schülerinnen und Schülern ein Lied vorspielen lassen. Das hat ihn mit drei oder vier Fragezeichen zurückgelassen, die Musik und der Text noch mehr. Hintergrund der Vorspielerei war, dass diese Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Altersgenossinnen und Altersgenossen angeklagt hatten, sich an falschen Vorbildern zu orientieren und überhaupt ziemlich für die Haare zu sein. Jetzt ist es nicht so, dass der Herr Rudolf das seinerzeit nicht auch über etliche seiner eigenen Alterskolleginnen und -kollegen behauptet hätte.

Einerseits ist es natürlich schon so, dass der Rudl keine Generation kennt, der man nicht Ähnliches prophezeit hätte. Andererseits erfüllt die Besessenheit mancher Jugendlicher, aber natürlich noch mehr mancher Erwachsener von ihrem äußeren Erscheinungsbild Herrn Rudolf nicht nur mit Sorglosigkeit.

Bei Jugendlichen gehört der hohe Stellenwert von Panier und Matte ja irgendwo schon zur „job description“, wobei dem Rudl das zackig adrette Piccobello ein bisschen unheimlich ist. Und er fragt sich, ob eine Hose wirklich nur dann cool sein kann, wenn die Löcher deutlich erkennbar schon von der Fabrik hineingemacht worden sind.

Haben dagegen Vierzig- und Fünfzigjährige immer noch keine größeren Sorgen als zeitgemäßer Stil und richtig sitzender Kragen von einer Pfoad, alles angeblich unverzichtbare Hinweise auf Kompetenz und Souveränität, dann machen sich beim Rudl erste Anzeichen von Verzweiflung bemerkbar.

Und bevor …

Schulmeister Rudolf dann versucht, in der Kurve zur Oenologie nicht hinauszufliegen, gestattet er sich noch einen Hinweis auf die Tagespolitik: Der Rudl meint, sich an Zeiten erinnern zu können, wo in allen oder vielleicht fast allen politischen Lagern Persönlichkeiten mit Format und der Gabe der Selbstironie zu finden gewesen sind. Rudolf Polifka fragt sich, wo die alle sind. Mit Ausnahme des Felsens in der Brandung Hofburg, ohne den sich der Rudl dieses Land lieber nicht vorstellen möchte, vermag er niemanden zu erblicken.

Und wer rennt den schmähfreien Ehrverteidigern nach und nimmt die ernst? Damit ist Polifka Fils wieder beim Bildungssystem.

Rebsorten

Wenn Rebsorten und Weine mit ihrer Nachrede zu kämpfen haben, dann hat das ziemlich sicher nichts mit Selbstironie zu tun. Aber vielleicht ist schlechter Nachrede mit Ironie zu begegnen, und mit Hartnäckigkeit.

Welschriesling

Dem Welschriesling möchte der Rudl schon seit längerer Zeit ein Wochenthema widmen. Den gibt es nicht überall, mehr oder weniger eh nur in und um Österreich. Aber dort kann er mit Rheinriesling, Traminer, Veltliner und den internationalen Rebsorten imagemäßig nicht mithalten, zumindest nicht im Trockenen. Eine der zahlreichen oenologischen Arbeitshypothesen des Rudls ist, dass mit Welschriesling viel mehr möglich wäre. Es ist noch gar nicht so lange her, da hat Caviste ein altes Buch über den Weinbau in Österreich in der Hand gehabt. Da ist der Welschriesling als die Rebsorte mit der drittspätesten Reife aufgezählt gewesen. Nur Rheinriesling und Zierfandler reifen demnach später als Welschriesling. Den Rudl erinnert Welschriesling ein bissl an Jacquère. Die reift auch spät, was in Anbetracht der Klimakatastrophe ja nicht die allerblödeste Eigenschaft für eine Rebsorte ist.

Gamay

In einer Umfrage nach den drei Erstassoziationen von „Gamay“ wird Beaujolais Primeur ziemlich sicher nicht oft außerhalb der ersten drei Nennungen landen. Und in einem guten Monat hebt die Primeurerei wieder an. Direkt dafürkönnen tut Gamay da nichts. Verdient hat er es aber auch nicht.

Im kleinen Weingarten, den sich Jacques Maillet nach seinem Rentenantritt behalten hat, stehen vor allem ganz alte Gamaystöcke, ziemlich sicher nicht zufällig.

Sämling 88

Es gibt ja die eine oder andere verunglückte Rebsortenbezeichnung. Über das Synonym des Rotburgers hat Ihnen der Rudl im März, zum Geburtstag des resistenten Josef Bauer, ein paar Überlegungen zukommen lassen.

Georg Scheu hat 1916 eine Rebsorte gezüchtet. Bis dahin ist alles mehr oder weniger gut gegangen. Schwarze Ribisel und Grapefruit, missglücktenfalls nach Schweiß, gut geeignet für hohe Prädikate, was sich mittlerweile bis in den englischen Weinbau durchgesprochen hat.

Herr Scheu hat seinerzeit verkündet, es handle sich bei seiner Züchtung um eine Kreuzung aus Riesling und Sylvaner. DNA-Analysen haben mittlerweile gezeigt, dass Riesling und Bukettraube die Eltern des Sämling 88 sind. Diese Bezeichnung ist aus heutiger Sicht zumindest unglücklich, obwohl die Zahl 88 zur Zeit der Züchtung des Sämlings unverdächtig gewesen ist. Aber auch aus heutiger Sicht ist Sämling 88 nur die zweitschlechteste Bezeichnung für diese Rebsorte.

In den Dreißiger Jahren haben die Kommunikationsexperten die Scheurebe nach dem NS-Landesbauernführer Richard Wagner „Wagnerrrebe“ benannt. Anders, genau genommen diametral entgegengesetzt zum Rotburger, hat man den Sämling dann in den Fünfziger Jahren in Scheurebe umbenannt.

Chasselas

Der Ursprung des Chasselas ist nicht mit letzter Sicherheit zu klären. Als wahrscheinlich gilt, dass Vorfahren des heutigen Chasselas aus Ägypten oder dem Jordantal in die Westalpen gelangt sind, wie so vieles, worauf heute kaum jemand verzichten möchte.

In seiner heutigen Form dürfte Chasselas von Winzern aus den Westalpen selektioniert worden sein. Seine Spielarten reichen vom frühen weißen Gutedel über den Chasselas doré zum Chasselas noir.

Wirklich anspruchsvolle Weine setzen sehr alten Rebbestand und viel Kultur seitens des Weinbauern voraus. Pierre Fonjallaz, Marie-Thérèse Chappaz und Dominique Lucas sagt man die nach.

Bouvier

Um 1900 soll ein steirischer Bankier mit dem sprechenden Namen Clotar Bouvier bei Bad Radkersburg aus Gelbem Muskateller und Weißburgunder gezüchtet haben. In der Steiermark hat sich Bouvier nicht nennenswert halten können. Im Burgenland führt er ein Rückzugsgefecht.

Jacquère

Achtzig Prozent der Weine aus der Leitrebsorte Savoyens werden im Jahr der Lese verkauft. Die von Giachino nicht. Die von Jacques Maillet auch nicht. Und die von Dupasquier sowieso nicht.

Muscadet

Seit in den Neunziger Jahren Geiz geil geworden ist, ist es an und für sich eh gar nicht mehr so leicht, sich eine schlechte Nachrede einzuhandeln, nur weil man versucht, aus Abfall Geld zu machen, wie das der Prophet Amos auf den Punkt gebracht hat. In manchen Bereichen der Nahrungsmittelindustrie scheint das als Geschäftsmodell längst anerkannt zu sein.

Im Muscadet dürften sie das schon deutlich vor den Neunziger Jahren gemacht haben. Und jetzt pickt der Dreck im Profil und geht nicht mehr heraus.

Chenin Blanc

Der hat eine gute Nachred‘, was den Rudl nicht daran hindert, mit ihm nicht und nicht per Du werden zu können. Ein neuer Anlauf dazu. Schiefer und Quartz.

  • Monfarina 2015, David & Fred Giachino, Chapareillan, AOP Vin de Savoie (2,50/4)
  • Welschriesling Opok 2016, Alice und Roland Tauss, Leutschach (2,50/4)
  • Calamin Grand Cru Epesses 2012, Pierre Fonjallaz, Epesses, Lavaux (4,50/7)
  • Himmel auf Erden II maischevergoren 2015, Christian Tschida, Illmitz (5/8)
  • Gamay Les Vignes du Seigneur 2015, Jacques Maillet, Motz, AOP Vin de Savoie (4/6)
  • Muscadet Cru Gorges 2013, Domaine Michel Brégeon, Les Guisseaux, Loire (5/8)
  • Coulée de Serrant 2008, Coulée de Serrant (Nicolas Joly), AOC Coulée de Serrant, Loire (12/18, ohne Probieren en avance)
  • Bouvier Ausbruch 1976, Weingut Frank, Zurndorf, Neusiedler See (6/-, sofern er noch geht)

(in Klammern die Preise für das Sechzehntel und das Achtel)

selbstverständlich nicht ausschließlich diese Weine gibt es glasweise

am Mittwoch, den 10. und am Freitag, den 12. Oktober

von 16 bis 22 Uhr

in der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22

Vorschau auf 17. und 19. Oktober

Ein Wein aus vier Gläsern, viermal. Wie wichtig ist das Glas?

Im Übrigen ist Rudolf Polifka der Meinung, dass man den 27. Jänner, den Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Vernichtungslager Auschwitz zu einem europäischen Feiertag erklären sollte!

Ostbahn lebt!

Schicken Sie ein entsprechendes E-Mail, wenn Sie keine Nachrichten der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils bekommen möchten.

Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22, 1150 Wien

Öffnungszeiten: Mittwoch und Freitag, 16 bis 22 Uhr, an Schultagen

kostenlose und CO2-minimierte Zustellung innerhalb von Wien ab einem Bestellwert von 57

Via Brünnerstrassler ins Muscadet. Ein Hoch auf den Nonkonformismus … und ein Tief auf die Deregulierung!

Wos weida geht

 

Vor ein paar Tagen war es. Da hat der Rudl mit dem Herrn K gesprochen. Um das Weinviertel ist es gegangen. Und darum, dass dort zu wenig weiter geht, oder das Falsche weiter geht, wie man es halt nimmt. Es fällt dem Rudl schwer, da zu widersprechen. Und das tut dem Rudl leid, denn das Weinviertel gehört seit ziemlich auf den Tag genau fünfundzwanzig Jahren zu den Lieblingsweinbaugebieten vom Rudl. Das hat vor allem mit der Vielfalt von Landschaften, Dörfern und Steinen dort zu tun. Schade findet es Herr Rudolf, dass sich diese Vielfalt nicht noch mehr in einer Vielfalt an Weinstilen abbildet. Auf alle Fälle hat sich der Polifka Fils vor einem viertel Jahrhundert in den Kopf gesetzt, von der Wachau aus in der Nähe der Staatsgrenze im Uhrzeigersinn entlang ins Burgenland zu kutschieren. Dabei ist er in Poysdorf über einen Poysdorfer Saurüssel 1979 gestolpert. Das sollte nicht nur sein Zugang zum Weinviertel, sondern auch der zu reifen Weinen gewesen sein.

 

Poysdorfer Saurüssel

 

Vielleicht repräsentiert der Saurüssel ein bissl die Ambivalenz Weinviertler Weine. An und für sich ist Saurüssel, gelegentlich auch „Saurüsseln“ genannt, eine Riede im Osten von Poysdorf. Die hat dem Poysdorfer Saurüssel, einem Wein der niederösterreichischen Winzergenossenschaft mit Sitz in der Simmeringer Hauptstraße den Namen gegeben. Die Trauben dafür sind damals schon nicht ausschließlich in der Riede Saurüssel gewachsen, bald auch nicht mehr in und um Poysdorf und nach der mittlerweile wieder gewendeten Wende auch bald nicht mehr nur in Cismarchanien. Ein Hoch auf die Deregulierung!

Der Stil des Weins hat sich im Lauf der Zeit auch verändert. Ursprünglich ist der Saurüssel nicht einmal immer ganz trocken gewesen. Der Neunundsiebziger ist vom Rudl 1993 getrunken worden und hat ihn damals außerordentlich begeistert. Von der leeren Flasche hat er sich bis heute nicht trennen können. Die hat als leere Flasche sieben Mal übersiedeln dürfen, was für eine leere Flasche wahrscheinlich gar nicht einmal so übel ist.

Zugegebenermaßen ist der Gaumen vom Rudl damals in oenologischer Hinsicht am Beginn seiner Ausbildung gestanden ist.

Weniger gereifte Exemplare des Poysdorfer Saurüssel sind damals vom Rudl und seinen Forschungskolleginnen und Forschungskollegen zu besseren Anlässen konsumiert worden. Ähnliches hat für den Dürnsteiner Katzensprung gegolten. Zu alltäglicheren Gelegenheiten musste Wein aus größeren Gebinden herhalten.

Irgendwann wurde der Poysdorfer Saurüssel dann immer mehr irgendwie und bald darauf gar nicht mehr.

2010 haben Poysdorfer Winzer den Namen gekauft und die Marke wiederbelebt. Darüber hat sich der Rudlbub anfangs gefreut. Etwas später hat er das neue Etikett gesehen und von einer „Legende“ gelesen. Damit assoziiert Monsieur Rudolf günstigstenfalls das Ende eines Beines. Noch ein bissl später hat er die ersten Saurüssel getrunken.

 

Theologie

 

Von seiner Hacken weiß der Rudolf, dass beim Sprechen und Schreiben über das Transzendente jedwede Trefflichkeit durch eine noch größere Unzutrefflichkeit relativiert wird. Und ein bissl etwas Transzendentes ist der Wein schon, zumindest insofern als er aus einer Wandlung resultiert. Vielleicht schreien manche Aussagen und Urteile über Wein deswegen förmlich nach Relativierung. Das mit der definitiven Sicheinbildmacherei scheint dem Rudl ja sowieso nicht Ausdruck allerhöchster Zivilisation zu sein. Heute haben wir vierzig Magapixel beim Bildermachen und hundertprozentige Durchfallquoten bei Schreibdiagnosetests. Den Bilderstreit hat der Westen gewonnen, die Alphabetisierung ganz sicher nicht.

Direkt widersprechen kann und will Caviste Rudolf der  Arbeitshypothese über das Nichtsweitergehen im Weinviertel zwar nicht, ein paar Flaschln vor den oenologischen Vorhang zerren und dadurch das Nichtsweitergehen relativieren aber schon.

 

Brinnaschdrassla

 

Ein Chef unter den Weinbaugebieten Österreichs scheint das Weinviertel nie gewesen zu sein. In seiner ewigen Wiener Dialektversion des Neuen Testaments übersetzt Wolfgang Teuschl den zu früh kredenzten minderwertigen Wein mit dem Dialektwort für Weinviertler Wein, den zu spät aufgefahrenen edlen mit dem für Weine aus der Thermenregion. Der Rudl ist darauf schon einmal eingegangen.

Der altgriechische Kirchenwirt von Kana wundert sich, dass der aus Wasser gewonnene, später kredenzte Wein, der bessere Wein, der oῖνον ἓωϛ, sei als der zuvor aufgefahrene minder schmackhafte. Er selber, der Wirt, ziehe es vor, zuerst den hochwertigen Wein auszuschenken, mit dem Zweitwein hingegen zuzuwarten, bis das Urteilsvermögen der Gäste aufgrund erhöhten Grades an Alkoholisierung gemindert sei.

 

Sprachnotstand

 

Der altgriechische Text ist schon eine Verfremdung der gschertn Worte des Galliläers in eine Gelehrtensprache. Letzterer hat bekanntlich Aramäisch gesprochen, einen zu seiner Zeit nicht sonderlich prestigeträchtigen Dialekt. Alles andere wäre erstens mit Fischern, Handwerkern und Bauern vermutlich nicht sehr zielführend, zweitens ihm selber ziemlich sicher auch gar nicht möglich gewesen. Bei der Einheizmatura hätte der Häuslbauer aus Nazareth ziemlich sicher keinen Auftrag gehabt. Da wäre er nicht nur am fehlenden Wissen über die Mindest- und Höchstwörterzahl einer Meinungsrede gescheitert, sondern auch an ein paar anderen Formalismen. Abgesehen davon kann man seinen Worten von damals eine gewissen Bedeutung und Wirkung aber nicht absprechen.

Den gespreizten altgriechischen Text haben sie dann in die deutsche Einheitsübersetzung verbannt. An Anschaulichkeit hat er dadurch nicht gewonnen.

Wolfgang Teuschl ist es zu danken, diese Texte wieder einer Jesus angemessenen Sprachvariante zugeführt zu haben. Kurt Sowinetz und Willi Resetarits haben daraus Sprechkunstwerke gemacht.

 

Klimakatastrophe

 

Dem Brünnerstrassler hat man viel Säure nachgesagt. Das mag auch mit hohen Erträgen zu tun gehabt haben. Heute scheint der für Weinviertler Weine nachteilige Vergleich mit jenen von der Südbahn dem Rudl schwer nachvollziehbar, obwohl eine derart spät reifende Rebsorte wie Zierfandler sich in Anbetracht der Herausforderungen, vor die die Klimakatastrophe Weinbauern stellt, als sehr kooperativ erweist. Alle Weinbaumeister dürften dieses Entgegenkommen des Zierfandlers aber nicht entsprechend würdigen. Da lobt sich der Rudl Kulturweinwinzer wie Friedrich Kuczera aus Gumpoeds- und Johann Stadlmann aus Traiskirchen.

 

Ein Blick auf die urgeologische Karte

 

Abgesehen von Eisen und Vulkanen gibt es im Weinviertel fast nichts, was es nicht gibt. Es überwiegt Löss. Aber die kalkigen Reste des Urmeeres sind gar nicht so wenige. Im Nordwesten schaut schon das Urgestein aus der Böhmischen Masse herein.

 

Weingut Roland Minkowitsch, Mannersdorf an der March, Südliches Weinviertel

 

Nonkonformismus gehört wahrscheinlich nicht zu den Kernqualitäten, die man einem Staatssekretär im Innenministerium und zweiten Nationalratspräsidenten zuschreiben würde. Aber Roland Minkowitsch sen. hat zu einer Zeit Gewürztraminer und Rheinriesling in Mannersdorf an der March ausgepflanzt, als dort noch Brauner Veltliner angesagt gewesen ist. Leichter hat er sich das Leben dadurch in Mannersdorf an der March nicht gemacht. „Biachlbauer“ hat man ihn geheißen. Als Kompliment ist das nicht gemeint gewesen. Aber dafür ist etwas weiter gegangen. Roland Minkowitsch jun. ist den Weg seines Vaters weiter gegangen und hat seinerseits 2014 den Betrieb an seinen Neffen Martin übergeben, bleibt am Weingut präsent. Zum Glück. Die alte Baumpresse auch. Auch zum Glück. Zu noch mehr Glück steht sie nicht nur zu Dekorationszwecken herum. Alle Weine werden noch mit ihr gepresst.

 

Josef Salomon, Falkenstein, Veltliner Land

 

Josef Salomon hat Ende der Siebziger Jahre begonnen, das damals noch von seinem Vater Heinrich geführte Weingut nach biologischen Richtlinien zu führen, auch das kein Weg des geringsten Widerstandes. Besonders bemerkenswert erscheint dem Rudl, dass Senior Heinrich Salomon, ein wirklicher Doyen des Weinviertler Weinbaus, den Weg des Sohnes unterstützt hat.

Als bezeichnend für Josef Salomon mag man sehen, dass er das in den letzten zwanzig Jahren ökonomisch vermutlich erfolgreichste Projekt des Weinviertler Weins, den DAC, boykottiert. Ein Wein kann zum Zeitpunkt der DAC-Präsentation noch nicht fertig sein. Josef Salomon ist nicht gerade das, was man ein „Redhaus“ nennt. Diesen einen Satz wiederholt er sogar.

Kalk, was im Weinviertel zwar alles andere als die Regel, aber auch wieder nicht so selten ist.

 

Josef Zens, Mailberg

 

In den allerersten Weinbüchern, die sich der Rudl gekauft hat, ist das Weingut Josef Zens quasi Stammgast. Das war zu Zeiten von Josef Zens sen. Heute kommt es da und dort vor, aber nicht mehr so regelmäßig und nicht mehr so prominent. Möglicherweise verrät das mehr über die Weinbücher als über das Weingut. Josef Zens jun. ist nicht der Mensch, der Trends hinterher hüpft. Der hat nicht viel geändert. Das schmeckt man den Weinen an.

 

Weingut Rudolf Fidesser, Platt, Retzer Land

 

Den kleinen Ort Platt hat der Rudl über einen Biowinzer kennengelernt. Aber das ist damals nicht das Weingut Fidesser gewesen. Über ein Heftl des Ernteverbandes ist Student Rudolf seinerzeit auf einen Nebenerwerbswinzer namens Erwin Binder gestoßen. Hauptberuflich war der Religionslehrer, wohn- und weinhaft in Platt. Der Rudl hat sogar noch ein paar Flaschen Grünen Veltliner von Herrn Binder. Bedauerlicherweise sind sie mit einem Presskork verschlossen. Erfreulicherweise gibt es das Phänomen, dass ein Bioweinbauer in einem Ort selten allein bleibt. Akribisch auf Qualität bedachte Winzer sind Rudolf Fidesser und seine Söhne sowieso gewesen. Wenn Sie Glück haben, können Sie das bei der Weintour Weinviertel überprüfen. Da macht Norbert Fidesser ganz gern ein paar ältere Weine auf. Inzwischen ist das Weingut demeterzertifiziert.

 

Leo Uibel, Ziersdorf, Retzer Land (ganz am Rand)

 

Es hat nicht zu den ganz großen Jugendträumen von Leopold Uibel gehört, Weinviertler Wein zu machen. Darum ist er zuerst einmal weg von zuhause. Irgendwann hat es ihn dann doch gereizt, im Weinviertel Wein zu machen. Aber anders. Auch Herr Leo vertikalisiert zur Weintour ganz gerne, was der Rudl noch jedes Mal impressionant gefunden hat.

Auch am Ziersdorfer Köhlberg wieder viel Kalk vom Urmeer. Und auch sonst ist Leo Uibel beim Weinmachen nicht das, was man einen Hudler nennt.

 

André Michel Brégeon, Muscadet, Loire

 

In gewisser Weise vergleicht Caviste Rudolf das Muscadet gerne mit dem Weinviertel. Beide sind relativ groß. Beide haben ihre Weine relativ leicht zu niedrigen Preisen abgesetzt, jene des einen als Grundweine für Industriesekte, die des anderen als Austernbegleitung.

Es scheint Umstände zu geben, die sich auf die Qualität von Wein förderlicher auswirken als leichter Absatz.

Darum haben Weinviertel und Muscadet auch eine nicht nur gute Nachrede als Gemeinsamkeit.

Das wiederum hat da wie dort ein paar Querköpfe auf den Plan gerufen, die der Meinung sind, dass mehr gehen muss. Und diese Querköpfe bleiben den Wahrheitsbeweis nicht schuldig. Im Muscadet hat André Michel Brégeon mit einer Hand voll Unbeirrbarer, die sich von behördlichen Neinsagern nicht so schnell irritieren lassen, durchgesetzt, dass ein paar Gemeinden mit besonderen geologischen Voraussetzungen den Cru-Status zugesprochen bekommen.

Der Cru „Gorges“ wächst auf vulkanischem Gabbro und wird bei Blindverkostungen gerne in anderen Weinbaugebieten lokalisiert.

Mit dem Jahrgang 2011 hat Monsieur Brégeon sein Weingut an Fred Lailler übergeben. Aber auch Herr Brégeon bleibt am Weingut präsent.

Tailler puis façonner / Choyer puis vendanger / Presser puis déguster / Douter puis partager: / Être passionné …

Das steht auf den Flaschen der Domaine Michel Brégeon, und es bedeutet ungefähr:

Zurückschneiden, dann formen / verhätscheln, dann ernten / pressen, dann kosten / zweifeln, dann teilen: / begeistert sein …

 

•     Gemischter Satz 2016, Josef Salomon, Falkenstein, Veltliner Land (2,50/4)

•     Grüner Veltliner Retzer Stein 2015, Weingut Rudolf Fidesser, Platt, Retzer Land (3/5)

•     Rheinriesling de vite 2016, Weingut Roland Minkowitsch, Mannersdorf, Südliches Weinviertel (3/5)

•     Grüner Veltliner Katzensprung 2015, Leo Uibel, Ziersdorf, Retzer Land (4/6)

•     Grüner Mann Selektion Extrem 2015, Weingut Seymann, Karlsdorf, Pulkautal (4/6)

•     Berglagen 2016, H&R Fidesser, Retz (5/8)

•     Gewürztraminer 2006, Josef Salomon, Falkenstein, Veltliner Land (4,50/7)

•     Gewürztraminer Reserve 2005, Josef Zens, Mailberg (4/6)

•     Poysdorfer Saurüssel 2010, Weingut Haimer, Poysdorf, Veltliner Land (2/3)

•     Welschriesling 1991, Josef Poiss, Poysdorf, Veltliner Land (Diesen Wein hat der Rudl fast gleichzeitig mit dem Saurüssel 1979 entdeckt.)

•     Muscadet Cru Gorges 2013, Domaine Michel Brégeon, Gorges, Loire (5/8)

(in Klammern die Preise für das Sechzehntel und das Achtel)

 

… selbstverständlich nicht ausschließlich diese Weine, sondern beispielsweise auch noch Teile der allerletzten Cotarsauvignonvertikale gibt es glasweise

 

am Mittwoch, den 3. und am Freitag, den 5. Oktober

von 16 bis 22 Uhr

in der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22

 

Vorschau auf 10. und 12. Oktober

Ostbahn lebt.

 

Im Übrigen ist Rudolf Polifka der Meinung, dass man den 27. Jänner, den Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Vernichtungslager Auschwitz zu einem europäischen Feiertag erklären sollte!

 

Herr Rudolf grüßt durch die Simmeringer Hauptstraße hinein über Stammersdorf bis hinauf nach Brünn!

 

Schicken Sie ein entsprechendes E-Mail, wenn Sie keine Nachrichten der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils bekommen möchten.

 

Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22, 1150 Wien

Öffnungszeiten: Mittwoch und Freitag, 16 bis 22 Uhr, an Schultagen

kostenlose und CO2-minimierte  Zustellung innerhalb von Wien ab einem Bestellwert von 57 Euro

Von Weinen, die es nicht gibt, von Weinen, die es nicht mehr gibt, und von Weinen. Eine Sauvignon-Vertikale von Branko Čotar als keine Antwort auf die Frage nach dem Sinn

Es gibt Weine.

Und es gibt Weine, die es nicht mehr gibt. Was es nicht gibt, sind Weine, die es nicht gibt, wobei da auch Arbeitshypothesen, die in eine andere Richtung gehen, in Umlauf sind, etwa dahingehend, dass es keinen guten Blauen Portugieser, keinen guten Chasselas oder keinen guten Wachauer vom rechten Donauufer gibt. Herr Rudolf steht solchen Ansichten mit der Gelassenheit eines stoischen Bootsverleihers gegenüber, aber er verspürt dabei die Herausforderung zur Falsifizierung.

Weine, die es nicht mehr gibt

Bei den Weinen, die es nicht mehr gibt, schaut es anders aus. Bei manchen davon tut es dem Rudl leid, dass es sie nicht mehr gibt, beim Riesling Hackelsberg von Josef Umathum zum Beispiel, beim Urknall Sekt von Rudolf Beilschmidt aus Rust und ganz besonders bei den Weinen von Jacques Maillet. Das Gegenstück zu diesen sind zum einen Weine, deren Nichtmehrproduziertwerden Monsieur Rudolf zumindest verkraftet, wenn nicht begrüßt. Zum anderen sind es Weine, die es gibt, deren Produktion Caviste Rudolf aber nicht unbedingt von sich aus offensiv einfordern würde. Numerisch dürften letztere in der Überzahl sein, aber auch das hat nicht nur Nachteile.

Virtual Reality

Manchmal fragt sich der Rudl, ob es nicht gscheiter wäre, Weine nicht auszuschenken, Weine, die es gibt, nicht auszuschenken. So etwas könnte er sich durchaus als seinen Beitrag zur virtuellen Realität vlg. Digitalisierung vorstellen. Und irgendein geschäftstüchtiger Schlaumeier aus dem Silicon Valley programmiert dann eine App dazu, wo man über das Mobiltelefon schlecken und dabei den Geschmack von einem solchen nicht ausgeschenkten Wein wahrnehmen kann. Für etwas Avanciertere tröpfelt der Wein aus dem Dreidädrucker. Und im Handumdrehen könnte das fünfhundert Nachrennern gefallen, ohne dass irgendwo ein Weinglas fotografiert und hochgeladen werden müsste. Und das ewige Dilemma der Semiotik, die Diskrepanz zwischen Bezeichnendem und Bezeichnetem wäre fast überwunden. Wahrscheinlich sollte man über so etwas keine Witze machen, denn ziemlich sicher sitzt längst einer im Silicon Valley und ist knapp vor der Entäußerung.

So oder so, vor drastischen Schritten hat Herr Rudolf Scheu, wenn nicht sogar ein bissl Angst. Und vor dem Entwederoder auch. Darum hat er sich zu einem Kompromiss entschlossen.

Weine, die es nicht mehr gibt

Herr Rudolf wird diese Woche Weine, die es nicht mehr gibt, schon ausschenken.

Sauvignon von Vasja und Branko Čotar

Über Branko Čotar muss der Rudl nicht mehr viel schreiben. Über die eisenhältigen Karstböden rund um Gorjansko auch nicht. Und dass Monsieur Branko beim Weinausbauen nicht hudelt, das erkennt man an den Jahreszahlen auf den Flaschen, die gerade im Verkauf sind.

Über den Sauvignon von Čotar ist vorrangig zu erwähnen, dass es den nicht mehr gibt, nicht weil er gerade ausverkauft wäre. Branko Čotar scheint ihn nicht mehr zu machen. Im Internetz, wie es der Herr Kurt nennt, steht der Sauvignon zwar noch drinnen, aber vor Ort war er die letzten Jahre nicht zu haben. Augenzeugen haben dem Rudl berichtet, dass Branko Čotar den Sauvignon mirnixdirnix ausgerissen habe. Er beschränke sich zumindest in oranger Hinsicht seit 2011 auf autochthone Rebsorten. Das findet Caviste Rudolf grundsätzlich in Ordnung, in dem Fall genaugenommen aber nicht. Zu gut schmeckt ihm der Sauvignon von Čotar. Aber bitte, wenn Herr Branko anders will, nutzt des goa nix. Und es ist ja nicht so, dass das, was er anstatt des Sauvignons machen würde, ungenießbar wäre. Ganz im Gegenteil.

Diese Woche kredenzt der Rudl seine erste und letzte Sauvignon Vertikale von Čotar. Vom Sechser und vom Elfer ist über die Vertikale hinaus jeweils noch eine Flasche zum Kauf verfügbar. Und das war es dann, zumindest mit dem Sauvignon von Čotar beim Rudl.

  • Sauvignon 2002, Branko und Vasja Čotar, Komen, Kras, Slowenien (6,50/10)
  • Sauvignon 2003, Branko und Vasja Čotar, Komen, Kras, Slowenien (6,50/10)
  • Sauvignon 2004, Branko und Vasja Čotar, Komen, Kras, Slowenien (6,50/10)
  • Sauvignon 2005, Branko und Vasja Čotar, Komen, Kras, Slowenien (6/9)
  • Sauvignon 2006, Branko und Vasja Čotar, Komen, Kras, Slowenien (6/9)
  • Sauvignon 2011, Branko und Vasja Čotar, Komen, Kras, Slowenien (6/9)

sowie zum nichtmazerierten Vergleich von einem ähnlich kompromisslosen Weinmeister, aber auf Schiefer, Quarz und Feuerstein

  • Sauvignon Blanc 2011, Josef Umathum, Frauenkirchen, Neusiedler See (4/6)

(in Klammern die Preise für das Sechzehntel und das Achtel)

selbstverständlich nicht ausschließlich diese sieben Weine gibt es glasweise

am Mittwoch, den 26. und am Freitag, den 28. September

von 16 bis 22 Uhr

in der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22

Vorschau auf 3. und 5. Oktober

Riesling de vite Jähe Lissen, beziehungsweise Lange Lissen

vom Weingut Roland Minkowitsch 1979 bis 2016, mit Lücken

Im Übrigen ist Rudolf Polifka der Meinung, dass man den 27. Jänner, den Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Vernichtungslager Auschwitz zu einem europäischen Feiertag erklären sollte!

Weit entfernt von Wischfläche und von Silicon Valley grüßt Sie Herr Rudolf!

Schicken Sie ein entsprechendes E-Mail, wenn Sie keine Nachrichten der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils bekommen möchten.

Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22, 1150 Wien

Öffnungszeiten: Mittwoch und Freitag, 16 bis 22 Uhr, an Schultagen

kostenlose und CO2-minimierte Zustellung innerhalb von Wien ab einem Bestellwert von 57 Euro

Eine Rebsorte wie ein Lied. Zehn Graue Burgunder von Fiksinci über Markt Hartmannsdorf bis Orschwihr (Textumfang: 5 von 5 Sternen, Zornigkeitsgrad: 6 von 5)

Es ist nicht alles relativ. Bei den Liedern nicht!

Es gibt Lieder. Nicht alle sind schön. Es gibt Liebeslieder. Da sind weniger als nicht alle davon schön. Und es gibt schöne Liebeslieder. Da ist, zumindest den Ermittlungen des Rudls zufolge, überhaupt nur eine schönes weder traurig noch zornig.

Oid & grau

singt der Herr Kurt. Hundert Percent kitsch- und schmalzfrei. Wunderschön.

Ruländer vlg. Grauer Burgunder

Der ist relativ alt. Nicht so alt wie Pinot Noir und noch viel weniger alt als Savagnin, aber verglichen mit fast allen anderen Rebsorten ist er alt. Grau ist er genau genommen nicht einmal relativ. Vom Rudl aus rostbraun, rötlich, kupfer-oder grapefruitfruchtfleischfarben, grau sicher nicht. Anders als bei den tausend Weiß-, Rot- und Noirrebsortennamen gibt es beim Grauen Burgunder ein nachvollziehbares Motiv für das namensgebende Farbeigenschaftswort:

Mönche aus Citeaux sollen den Pinot Gris in unsere Breiten gebracht haben. Die haben eine graue Panier getragen, womit verständlich wird, dass diese Rebsorte auch als „Grauer Mönch“ bezeichnet wird. Aber der Pinot Gris selber ist nicht grau, als Beere nicht und als Wein schon gleich gar nicht.

Pinot Gris Bollenberg 2015, Domaine Valentin Zusslin, Orschwihr, Alsace

Vielleicht liegt es am Bollenberg. Der steht ein bissl als Gegenhang zur klassischen elsässischen Vogesenflanke da, mit einer sehr particulären Fauna und Flora. Das hat Monsieur Rudolf gelesen. Den Spaziergang über den Bollenberg hat er postponieren müssen. Hitzebedingt. Da haben Femme und Fils dem Rudl die Gefolgschaft verweigert.

Aber rund um Rouffach gibt es ein paar sogenannte trockene Hügel. In botanischer und zoologischer Hinsicht handelt es sich dabei um Inseln der Biodiversität. Das kann man nachweisen, weil man die Anzahl der unterschiedlichen Viecherln und Kräutln ja zählen kann. Und wenn es irgendwo mehr verschiedene gibt als wo anders, dann ist dort das Ausmaß an Biodiversität halt höher. Am Bollenberg ist das so.

Der Rudl hält es für möglich, dass der Bollenberg auch in oenologischer Hinsicht eine Insel ist. Die Weine von dort, zumindest die von der Domaine Zusslin schmecken ihm extraordinär, und das obwohl die Weinbauregion Elsass bis jetzt keine Anstalten gemacht hat, sich dem Geschmack vom Rudl besonders offensiv anzudienen. Dem Rudl selber ist das ja ein Paradoxon. Zu sehr vielen Weinen aus dem Elsass hat der Rudl bis jetzt keinen Zugang gefunden. Das ist bis jetzt fast alles nicht sein Stil gewesen. Trotzdem erscheinen ihm die Weine von Zusslin als ausgesprochen typisch elsässisch, nur dass sie dem Rudl halt schmecken. Paradox.

Eisen?

Steinmeister Rudolf jun. tendiert schnell einmal dazu, derlei den Steinen in die Schuhe zu schieben, im Falle des Bollenbergs ist zu präzisieren: dem hohen Eisenanteil in den Steinen. Und effektiv, dem Rudl fällt auf die Schnelle kein Weinberg mit hohem Eisengehalt ein, der ihn nicht faszinieren würde: Irouléguy, Eisenberg, der Karst von Meister Branko, Bollenberg und natürlich Le Feu von Dominique Belluard.

Andererseits

vertritt ein begnadeter Weinauktionskommentator, mit dem der Rudl vor ein paar Tagen dischkerieren dürfen hat, die Arbeitshypothese, dass die besonderen Geschmäcker sich via Beerenschalen an den Wein heranmachen. Das würde dann für die Kräutl und Viecherl sprechen. Auszuschließen ist auch nicht, dass beides der Fall ist, und auch nicht, dass ein kausaler Zusammenhang zwischen diesen und dem Eisen im Boden besteht, fast gerade so ähnlich wie bei der Frage vom Kurtl, ob Gold und Silber oder doch eher der guade Schmäh sich förderlich auf die allfällige Gewogenheit einer Dame auswirken.

Aber jetzt wirklich zurück auf den Bollenberg. Grundsätzlich Ton und Kalk mit hohem Eisengehalt, Hematit, bekannt und beliebt auch unter Fe2O3.

Die Ockerfarbtöne zaubern Sekundärmineralstoffe in die Parzellen am Bollenberg. Zeitlich befindet man sich da im Oligozän, vor gut dreiundzwanzig Millionen Jahren, seinerzeit als sich die Alpen aufgefaltet haben.

Vor den analogen Dinosauriern hat sich damals niemand mehr gefürchtet, vor den digitalen noch niemand.

Der Weihrauch und die Digitalisierung

Der Rudl wundert sich gelegentlich über das Fürchtverhalten von Menschen, genauer: Warum fürchtet sich eine oder einer vor etwas und warum hat die- oder derselbe vor etwas anderem keine Angst. Vor den steuerscheuen, datenhausierenden Monstern scheint sich beispielsweise fast niemand zu fürchten. Wenn transnationale Falotten unserem Sozialstaat, unseren Bürgerinnen- und Bürgerrechten oder dem demokratischen Rechtsstaat den Boden entziehen, scheint biedermeierliches Achselzucken die gesellschaftsfähigste Reaktion darauf zu sein. Dem Rudl raubt das die Contenance. Da beten Wichtigtuer aller weltanschaulichen Richtungen mantraartig Litaneien von den Chancen und vom Segen der Digitalisierung. Dass die Digitalisierung beispielsweise im Bildungswesen bis jetzt so gut wie jeden Beweis schuldig geblieben ist, noch nie die Hosen herunter gelassen oder „geliefert“ hat, wie das heute heißt, das macht anscheinend nichts. Da nimmt man lieber hin, dass transnationale Steuerhinterziehung zum sakrosankten Geschäftsmodell erklärt, Kinder der virtuellen Verwahrlosung geopfert und nachweislich friedenssichernde Prozeduren der demokratischen Entscheidungsfindung durch infantile Hetz- und Akklamationsrituale ersetzt werden.

Die genießbaren Früchte der Digitalisierung verstecken sich seit fast zwei Jahrzehnten, so lange etwa gibt es Laptop-Klassen in dieser Stadt, erfolgreicher als der Heilige Gral vor dem Rudl. Mit Schülerinnen und Schülern, die spielsüchtig geworden sind, solchen, die nicht mehr ein und aus gewusst haben, weil sie von virtuellen, anonymen Feiglingen fertig gemacht worden sind und wieder anderen, die mit achtzehn (18!) Jahren ein digitalisiertes Klassenzimmer verlassen, ohne die Hälfte von 75 ausrechnen oder einen Kurier-Artikel verstehend lesen zu können, hat der Rudl schon gesprochen. Analog!

Die meisten der ganz grandiosen Verbesserungen haben bis jetzt ihr Versteck hinter dem Potentialis nicht verlassen, scheinen aber umso hysterischer von den Bildungsexpertinnen und Bildungsexperten beweihräuchert zu werden. Alles alternativlos, weil sich das ja nicht aufhalten lässt. Und alles sakrosankt, mit einem Unfehlbarkeitsanspruch, der nicht einmal im Ersten Vatikanischen Konzil vor hundertfünfzig Jahren mehrheitsfähig gewesen wäre. Etwas frei nach Józef Niewiadomski: Extra digitalitatem nulla salus est, zu hundert Prozent säkularisiert. Und man kann jetzt sogar den Staubsauger oder den Eierkocher zuhause von der Arbeit aus mit dem Handy einschalten. Hashtag, wir bitten dich, erhöre uns! Ein Hoch auf den Ausbruch aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit.

Bei einer für Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer verpflichtenden Fortbildungsveranstaltung hat ein Vortragender auf einen Einwand vom Rudl repliziert, die vom Rudl eingeforderten aufklärerischen Ideale seien auch nicht zeitlos, der Rudl ein Dinosaurier halt. Das ist jetzt auch schon wieder zwölf Jahre her.

Kommt trotzdem ein Zweifel, schweigt man, neigt das Haupt gen Wischfläche und trinkt Kakao oder einen Aperol-Spritzer, aus Angst, als „Modernisierungsverlierer“ dazustehen. Da fürchtet man sich lieber vor Flüchtlingen oder vor der Regierung, je nachdem welcher Weltanschauung man sich zugehörig fühlt.

Weg von den Sauriern und zurück auf den Bollenberg

Lerchen, Rohrspatzen, Wiedehopf, Mauereidechsen, Orchideen, Nelken, wilde Tulpen, Lilien und der Dolden-Milchstern, „dame d‘onze heures“ genannt, und …

Wein, …

Wein, den man nicht gleich trinken muss, weil er andernfalls schlecht würde. Man kann es aber.

Pinot Gris „Vorbourg“ Grand Cru 2013, Pierre Frick, Pfaffenheim, Alsace

Biopionier. Viel mehr muss man zu Pierre Frick nicht schreiben.

Malvoisie 2017, Domaine Xavier Jacqueline, Aix les Bains, AOP Vin de Savoie

In Savoyen gibt es Malvoisie. Das hat Fils Rudolf schon gewusst, als er noch kein Caviste gewesen ist. Dass „Malvoisie“ dort aber kein Synonym für den Frühroten Veltliner, sondern eines für Pinot Gris ist, das hat Monsieur Rudolf erst vor ein paar Monaten von Brice Omont, dem Weinmeister der Domaine des Ardoisières erfahren.

Xavier Jacquelin ist einer der wenigen Winzer in Savoyen, die Malvoisie reinsortig und nicht vordergründig ausbauen. Das war einer der Hauptgründe dafür, dass der Rudl heuer mit seiner Kraxn im Hof der Jacquelins gestanden ist, noch bevor er zum ersten Mal seinen Fuß auf französisches Terroir gesetzt hat.

Pinot Gris 2015, Cru de l’Hôpital, Vully, Murtensee, Schweiz

Biodynamische Erwerbung beim Wachauer Weinfrühling 2017. Da war Cru de l’Hôpital zu Gast am Nikolaihof.

Grauburgunder „Schiefergestein“ 2015, Weingut Schauer, Kitzeck, Südsteiermark

Urgestein ist in geologischer Hinsicht bis jetzt hier unterrepräsentiert. Das geht nicht. Junger wilder Grauburgunder.

Grauburgunder „Sand und Kalk Reserve“ 2016, Herrenhof Lamprecht, Markt Hartmannsdorf, Oststeiermark

Caviste Rudolf ist kein Freund von Wettbewerben. Damit meint er jetzt nicht Fußballmeisterschaften, Radrundfahrten und nicht einmal die Latein-Olympiade.

Aber auf die Ermittlung, wie immer die erfolgt, von „Floridsdorfs next top Armin Assinger“ und „Oberbayerns next Weißbierkönigludwig“ kann Herr Rudolf verzichten.

Seinem unzeitgemäßen Bildungs- und Gesellschaftsideal gemäß müssen Rivalitäten zivilisiert, nicht angeheizt werden. Ähnliches gilt seines Erachtens für Kapitalmärkte und Digitalisierung.

Auf alle Fälle hat Gault Millau den Ausnahmewinzer des Jahres 2018 gewählt. Manchmal trifft es auch den richtigen: Gottfried Lamprecht

Grauburgunder aus einer Kessellage am Buchertberg, rasche Erwärmung am Tag, ebensolche Abkühlung in der Nacht, leichter, kalkhaltiger Sandsteinverwitterungsboden, Opok, großes Holz. Viel weiter kann man dieser Rebsorte nicht entgegenkommen.

Ruländer 2015, Weingut Dieter Dorner, Mureck

Diesen Wein, vor allem jedoch dieses Weingut hat Herr Rudolf im April dieses Jahres relativ ausführlich beschrieben. Er erlaubt sich, einen Teil seiner Ausführungen von damals einfach hier herein zu kopieren.

Dieter Dorner. Der Biowinzer

Das Wohnhaus der Familie Dorner ist eines der geschmackvollsten in Mureck. Die Weingartenhütte hat die Adresse Novi Vrh 4. Dazwischen rinnt der größte Fluss des Lungaus, als Staatsgrenze. Von 1918 bis 1989 konnten dort Menschen wie die Familie Dorner das erfahren, was heute wieder immer mehr verhaltensoriginelle Staatsmänner als probaten Ersatz für Mut und Visionen in der Politik propagieren, Grenzerfahrungen. Grenzerfahrungen, die die Konflikte nicht weniger und Gehässigkeiten und Angst auf beiden Seiten noch nie kleiner gemacht haben.

Nachdem dann in den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges auch noch die Murecker Brücke zerstört worden war, durfte die Mutter von Dieter Dorner mit dem Radl einen Umweg von vierzig Kilometern über Bad Radkersburg strampeln.

1953 regelte dann das Gleichenberger Abkommen wenigstens, dass Betriebsmittel und Ernte mit Grenzübertrittsscheinen zollfrei über die Grenze gebracht werden durften.

Dieter Dorner hat schon sehr früh im Weingarten mitgearbeitet. Und er hat sich schon früh mit spirituellen Grundlagen des Lebens beschäftigt. Dabei hat auch das Verhältnis des Menschen zur Natur eine Rolle gespielt. Die zunehmende Intensivierung und Industrialisierung in der Landwirtschaft hat er vor anderen als Holzweg erkannt und ab 1976 biologisch gearbeitet. Von anfänglichen Misserfolgen hat er sich nicht den Mut nehmen lassen. Zu groß war seine Gewissheit, dass es auch anders gehen muss. Damit ist Dieter Dorner ein Pionier des steirischen Bioweinbaus, am Bild vor seinem Weingartenhaus:

Heute führt Jakob Dorner das Weingut, unterstützt von seinem Bruder Elias und der Mutter Helene, einer praktischen Ärztin, Parallelen zu einem anderen Pionier des biologischen Weinbaus. Kurzatmigen Trends verweigert man sich, dem familiären und kulturellen Erbe bleibt man treu. Das Resultat sind klassisch schöne Bioweine.

Sivi Pinot 2015, Gĵerkeś, Fikšinci bei Prekmurje, Slowenien

Dezent maischevergoren, viel fehlt nicht und man könnte einen Traubenkern von Klöch aus hinüber spucken nach Fikšinci.

Pinot Gris Reserve 2015, Josef Umathum, Frauenkirchen, Neusiedler See

Pinot Gris aus der Lage Hallebühl bei Frauenkirchen, viele Kieselsteine, auch hoher Eisengehalt.

Und dann wäre da pinotgrismäßig natürlich der Wirt und Winzer mit dem weltbesten Musikgeschmack. Der ist mit dem Pinot Gris per Du. Mit dem Wetter bedauerlicherweise nicht immer. Darum kann Ihnen der Rudl momentan keinen trockenen Pinot Gris von Josef Lentsch anbieten, aber

Pinot Gris Spätlese 2009, Josef Lentsch. Dankbarkeit, Neusiedler See

  • Pinot Gris Spätlese 2009, Josef Lentsch. Dankbarkeit, Neusiedler See (3/5)
  • Pinot Gris Reserve 2015, Josef Umathum, Frauenkirchen, Neusiedler See (4/6)
  • Sivi Pinot 2015, Gĵerkeś, Fikšinci bei Prekmurje, Slowenien (3/5)
  • Ruländer 2015, Weingut Dieter Dorner, Mureck (3/5)
  • Grauburgunder „Sand und Kalk Reserve“ 2016, Herrenhof Lamprecht, Markt Hartmannsdorf, Oststeiermark (5/8)
  • Grauburgunder „Schiefergestein“ 2015, Weingut Schauer, Kitzeck, Südsteiermark (3/5)
  • Pinot Gris 2015, Cru de l’Hôpital, Vully, Murtensee, Schweiz (5/8)
  • Malvoisie 2017, Domaine Xavier Jacqueline, Aix les Bains, AOP Vin de Savoie (3/5)
  • Pinot Gris „Vorbourg“ Grand Cru 2013, Pierre Frick, Pfaffenheim, Alsace (4/6)
  • Pinot Gris Bollenberg 2015, Domaine Valentin Zusslin, Orschwihr, Alsace (5/8)

(in Klammern die Preise für das Sechzehntel und das Achtel)

selbstverständlich nicht ausschließlich diese Weine gibt es glasweise

am Mittwoch, den 19. September von 16 bis 22 Uhr

und am Freitag, den 21. September von 16 ausnahmsweise nur bis 21 Uhr

in der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22

Neuigkeiten aus dem Rudl seiner Küche

Dem Rudl sind wieder abgepackte Speisen ein-, respektive aufgefallen:

Bucheckern und Walnüsse – ab sofort in der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils – solange der Vorrat reicht, beziehungsweise nicht vertrocknet

Vorschau auf 26. und 28. September

Does Rudl go digital? Sauvignon Vertikale Čotar

Im Übrigen ist Rudolf Polifka der Meinung, dass man den 27. Jänner, den Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Vernichtungslager Auschwitz zu einem europäischen Feiertag erklären sollte!

Herr Rudolf grüßt analog!