Freitag
Die letzte Sommerschule findet an diesem Freitag statt.
Erratum – Reindorfgassenfest NICHT am 4. und 5. September
Der Rudl hat in seinem Geschäft vor ein paar Wochen irrtümlich das Reindorfgassenfest für das letzte Wiener Ferienwochenende annonciert. Irrtümlich. Es findet in Wirklichkeit eine Woche später, am 11. und 12. September statt.
2 verfügbare Jahrgänge von 3 verschiedenen Weinen
Caviste Rudolf Polifka gesteht dem gegenständlichen Studienthema eine gewisse Sperrigkeit zu. Womöglich ist es erklärungsbedürftig: Immer wieder kommt es vor, dass der Rudl geschäftlich von einem Wein einen Jahrgang kauft, obwohl ein anderer Jahrgang dieses Weines noch verfügbar ist. Privat ist das nicht unüblich. Es gibt Weine, von deren Güte man derart überzeugt ist, dass man keinen Jahrgang versäumen möchte. Geschäftlich trachtet der Rudl, den Lagerbestand unter Kontrolle zu halten. Darum verkauft er einen Jahrgang und erst danach bestellt er den nächsten, sei das der Folgejahrgang, sei es der übernächste oder auch ein viel späterer. Aber dann gibt es Weine, die sich einer derart rationalen Calculation entziehen. Da kann der Rudl quasi gar nicht anders, als den neuen Jahrgang zu bestellen, sofern sich die Gelegenheit dazu bietet. Wenig überraschenderweise sind das Weine, von denen der Rudl dann gerne ein Flascherl einem Weinbauern mitbringt, im Fall eines österreichischen Weins einem französischen Winzer, im Fall eines französischen Weins vice versa.
Dolia 2019 und 2021, Arretxea
Siebzig Percent Tannat, zwanzig Cabernet Franc, zehn Cabernet Sauvignon auf eisenhältigem Sandstein. Mindestens ebenso wichtig erscheint dem Rudl bei diesem Wein das Ausbaugebinde, in dem Dolia sechs bis acht Monate gärt und reift: Amphoren aus baskischem Ton von der ortsansässigen Töpferei Goicoechea. Heuer hat der Rudl es endlich geschafft, diesen Betrieb zu besuchen. Vierhundert Liter gehen in so eine Amphore hinein. Michel Riouspeyrous (Arretxea) und Luc de Conti vom Weingut Château Tour des Gendres in Bergerac haben es gemeinsam mit Monsieur Goicoechea entworfen. Und es ist ein Genuss, vor so einem Gefäß zu stehen und es anzuschauen.
Da reden wir noch gar nicht vom Wein. Der ist frisch, erinnert an milde Piments d’Espelette, allerdings nicht an jene, die man im sogenannten Supermarkt kaufen kann. Und für so viel Tannat ist der Wein ausgesprochen früh zugänglich, was man schon als sehr deutliches Indiz für den Einfluss des Gebindes betrachten kann. Der langen Schreibe kurzer Sinn: Wein aus dem wirklichen Feinkostladen Europas
Grüner Veltliner Steinleithn 2022 und 2023, Geyerhof
Welchen besonderen Stellenwert dieser Wein gemeinsam mit dem Spiegel vom Mantlerhof unter den Veltlinern des Landes einnimmt, hat Ihnen, geneigte Oenologin, gewogener Oenologe, Caviste Rudolf Polifka schon drei oder viermal verraten; warum das so ist, detto. Einfacher und überzeugender ist es sowieso, sich davon im Glasl zu überzeugen. Ein paar Hinweise sind vor dem Hintergrund dessen, was sonst so an Grünen Veltlinern angeboten wird, unverzichtbar: Der Grüne Veltliner Steinleithn trägt den Stein nicht nur im Namen, sondern schmeckt aufgrund des kargen Granulitverwitterungsbodens auch so. Er reift auf eine Art und Weise, vor der der Rudl den Hut zieht.
Mondeuse „mattäi“ 2021 und 2022, Côteaux des Girondales
Der Rudl kann sich noch gut erinnern, wie er Anfang Juli 2021 auf der Homepage der Vinothek Rhônalia in Aix-les-Bains ein ihm bis dahin unbekanntes biologisches Weingut entdeckt hat. Heute hat der Rudl längst den Überblick über die immer zahlreicheren neuen Biowinzerinnen und Biowinzer in seiner Lieblingsweinbauregion verloren zu haben. Den Anspruch auf diesen Überblick erhebt der Rudl nicht mehr. Dennoch kauft er sich von jedem ihm unbekannten Bioweingut aus Savoyen ein Flascherl, um es einer gewissenhaften Studie zu unterziehen. So oder so, das erste Flascherl Altesse „aVé“ 2020 von Francis Rousset hat sich der Rudl seinerzeit im Juli 2021 in einer Naturweinbar in Annecy gekauft. Und wenige Tage später ist er bei Francis auf der Tackn gestanden.
Mondeuse ist anspruchsvoll. Darum findet man sie nur in den französischen Alpen. Dort oben in Hoch-Savoyen in Villaz bei Francis Rousset passt sie dafür umso besser hin: lockerbeerig, wirklich tiefschwarz, mit einer ausgeprägte Vorliebe für Kalk oder Schiefer, weniger leicht zu beeindrucken von Peronospora, eher von Oidium.
- 2023 Grüner Veltiner Steinleithn, Geyerhof, Oberfucha, Kremstal (6/9)
- 2022 Grüner Veltiner Steinleithn, Geyerhof, Oberfucha, Kremstal (6/9)
- 2022 Mondeuse „mattäi“, Côteaux des Girondales, Villaz, Haute-Savoie, Vin de France (5/8)
- 2021 Mondeuse « mattäi », Côteaux des Girdondales, Villaz, Haute-Savoie, Vin de France (5/8)
- 2021 Dolia, Arretxea, AOC Irouléguy, Sud Ouest (7/11)
- 2019 Dolia, Arretxea, AOC Irouléguy, Sud Ouest (7/11)
… und zumindest am Beginn der Lehrveranstaltung gibt es auch noch
- 2024 Pinot noir, Dankbarkeit, Podersdorf, Neusiedlersee (5/8)
FREITAG, 4. September von 17 bis 21 Uhr
Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils
Reindorfgasse 22
Im Übrigen ist der Rudl der Meinung, dass der 27. Jänner, der Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Konzentrationslager Auschwitz, zu einem gesamteuropäischen Feiertag erklärt werden muss.
Smart ist das neue Weiß. Deshalb grüßt der Rudl un-smart wie nur was!
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Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22, 1150 Wien