Mantlerhof
Den Mantlerhof hat der Rudl relativ spät für sich entdeckt. Aber wahrscheinlich ist es immer relativ spät, den Mantlerhof zu einem bestimmten Zeitpunkt für sich zu entdecken, wenn man ihn auch schon früher für sich entdecken hätte können. Auf alle Fälle war es im Fall vom Rudl ungefähr zu der Zeit, als er zum ersten Mal am Geyerhof war, eine Spur früher vielleicht, Ende Neunzigerjahre. Höchstwahrscheinlich hat das auch damit zu tun gehabt, dass der Rudl bei seinem Blick auf die seinerzeit über alles geschätzte, ja bewunderte Wachau das Kremstal ein bissl übersehen hat. Erst nachdem der Rudl dann seinen Wohnsitz in die Bundeshauptstadt verlagert hatte, sollte sich das ändern, ja umdrehen. Wenn der Rudl heute in Richtung Krems denkt, hat er nicht mehr Hans Moser oder die Riede Achleiten, sondern Oberfucha und den Mantlerhof vor seinem geistigen Auge. So oder so, irgendwann im Achtundneunziger- oder Neunundneunzigerjahr ist der Rudl dann endlich zum Mantlerhof gefahren. Von ihm gelesen hatte er schon davor. Er wollte dort den Grünen Veltliner Spiegel 1997 kaufen. Der war zu diesem Zeitpunkt aber bereits ausverkauft. Ein einziges Flascherl hat der Rudl noch bekommen. Das hütet er seither wie einen Schatz, was es ja auch ist. Mehr war vom Riesling Wieland zu bekommen. Zum Glück hat Rudolf Polifka seinerzeit ziemlich schnell überrissen, dass es sich dabei um einen ganz extraordinairen Wein handelt und von den folgenden Jahrgängen immer wieder einmal etwas gekauft.
Riesling Wieland
Ein Riesling auf Lössrohboden ist nicht das Alleralltäglichste. Allerdings ist die Lössauflage vergleichsweise schmächtig. Dafür beliefert oberflächliches Konglomerat der Ur-Traisen die Weinreben mit steinigen Nährstoffen. Eine Subriede von Wieland heißt „Steindl“. Gegen Westwind ist Wieland geschützt, gegen Hagel leider nicht. 1980 wurde sie mit klassischen Rheingauer Riesling-Klonen und solchen aus Geisenheim bestockt. Dass der Riesling Wieland Opulenz mit Eleganz verbindet, erinnert den Rudl wieder an einen Wein, den er in den letzten Monaten immer wieder erwähnt, aber immer noch nicht getrunken hat. Auch der wächst auf Löss und beweist, dass Opulenz und Eleganz einander nicht widersprechen müssen, nur halt in der Nähe von Avignon.
- 2023 Grüner Sylvaner, Mantlerhof, Brunn im Felde, Kremstal (4,50/7)
- 1997 Riesling Zehetnerin, Mantlerhof, Brunn im Felde, Kremstal (6/9)
- 2023 Riesling Wieland, Mantlerhof, Brunn im Felde, Kremstal (8,50/13)
- 2019 Riesling Wieland, Mantlerhof, Brunn im Felde, Kremstal (9/14)
- 2017 Riesling Wieland, Mantlerhof, Brunn im Felde, Kremstal (9/14)
- 2016 Riesling Wieland, Mantlerhof, Brunn im Felde, Kremstal (9/15)
- 2013 Riesling Wieland, Mantlerhof, Brunn im Felde, Kremstal (9/15)
Und zumindest am Beginn der Lehrveranstaltung gibt es auch noch …
- 2024 Hirschkäfer, Elisabeth und Andreas Tscheppe, Glanz an der Weinstraße (10/15)
- 2023 Goldmuskateller „Schwalbenschwanz“, Elisabeth und Andreas Tscheppe, Glanz an der Weinstraße (10/15)
DONNERSTAG, 24. September von 17 bis 21 Uhr
Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils
Reindorfgasse 22
Im Übrigen ist der Rudl der Meinung, dass der 27. Jänner, der Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Konzentrationslager Auschwitz, zu einem gesamteuropäischen Feiertag erklärt werden muss.
Smart ist das neue Weiß. Deshalb grüßt der Rudl un-smart wie nur was!
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