Wehret dem Krampus! Weine von Dominique Belluard, Andreas Tscheppe, Karl Schnabel, Sepp Muster, Maxime Magnon und Peio Espil – ganz ohne zugesetztes SO2,  ausnahmsweise noch einmal MITTWOCH, 3. Dezember von 17 bis 21 Uhr

Fragen und keine Antworten

Als Schulmeister entkommt dem Rudl immer wieder die Behauptung, es gebe keine dummen Fragen. Natürlich stimmt das nicht. „Sind Sie für oder gegen Schwefel?“ wäre eine solche, eine saudumme noch dazu. Schwefel entsteht unter anderem im Zuge der Gärung, zum Glück. Andernfalls könnte man vergorenen Traubensaft vermutlich nur unter Aufbietung eines Übermaßes an Überwindung trinken. Viele Winzerinnen und Winzer, noch viel mehr jedoch Weinindustrielle helfen noch ein bisschen nach und fügen dem Wein in den unterschiedlichsten Stadien, nicht selten bereits den Trauben, Schwefel bei, manche sogar sehr oft und viel. Auch da wird ein Übermaß an Überwindung … und Kopfwehtabletten nicht schaden.

Ambivalenzen

Wein ist eine ambivalente Angelegenheit. Das können Sie, geneigte Oenologin, gewogener Oenologe, im Kapitel 9 des Buches Genesis nachlesen. Das ist dreitausend Jahre alt. Und niemand Geringerer als Noah selbst erlebt dort, wie schnell der Wein vom Ausdruck höchster menschlicher Zivilisation zum Mittel des würdelosen Verlustes einer solchen werden kann. Viel von dieser Ambivalenz spiegelt sich in auch Teilaspekten von Wein wider, in der Frage nach dem Schwefel beispielsweise.

Der Rudl hat überhaupt kein Problem mit einem Schwefelzusatz, der sich darauf beschränkt, unerwünschte Devianzen zu verhindern. Mehr braucht er aber nicht. Selbstverständlich sind ihm Weine ganz ohne Schwefelzusatz genauso recht. Den Schwefel als Ideologie braucht er so wenig dringend wie den Verzicht auf denselben als Ideologie.

Prof. Jules Chauvet

Wissenschaftler, Winzer und Weinbauer – Wein ohne Schwefelzusatz wäre ohne seine Studien heute schwer denkbar. In den fünfziger Jahren hat er an der Universität Lyon und in seinem Weingut in La-Chapelle-de Guinchay im Beaujolais dazu bahnbrechend gearbeitet.

  • 2016 Pur Jus, Dominique Belluard, Ayse, AOC Vin de Savoie (7/11)
  • 2023 Muskateller vom Opok, Maria und Sepp Muster, Schlossberg, Südsteiermark (6/9)
  • 2023 Segelfalter, Elisabeth und Andreas Tscheppe, Glanz an der Weinstraße, Südsteiermark (8/12)
  • 2019 Cuvée Rose, Maxime Magnon, Durban-les-Corbières, AOC Corbières (9/14)

Maxime Magnon war Schüler von Marcel Lapierre und Marcel Lapierre war Schüler von Jules Chauvet. Darum ist Maxime Magnon einer der allerersten Winzer im Sortiment der Weinhandlung Rudolf Polifka et fils, wenn es um Weine ohne Schwefelzusatz geht. Der Rudl hat trotzdem beim Weinbauern nachgefragt, welche seiner drei Weine im Sortiment vom Rudl ganz ohne Schwefelzusatz geblieben sind. Campagnès 2021 hat Caviste Rudolf Polifka gerade glasweise offeriert, darum kommende Woche Cuvée Rose, kein Rosé, sondern benannt nach Maximes Tochter, Cinsault und Grenache noir.

  • 2017 Irouléguy Rouge sans sulfites ajoutés, Domaine Ilarria, AOC Irouléguy, Sud Ouest (6,50/10)

Für den Rudl ist das ein Musterbeispiel an schwefelsparender Oenologie. Peio Espil macht diesen Wein, ohne ihn zu schwefeln.

  • 2018 Urgestein, Eva und Karl Schnabel, Sausal, Südsteiermark (4,50/7)

MITTWOCH, 3. Dezember von 17 bis 21 Uhr

Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils

Reindorfgasse 22

Im Übrigen ist der Rudl der Meinung, dass der 27. Jänner, der Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Konzentrationslager Auschwitz, zu einem gesamteuropäischen Feiertag erklärt werden muss.

Rudolf Polifka grüßt den Niglo … und den Krampus auch ein bissl!

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Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22, 1150 Wien