(K)ein Semesteranfang
Der Rudl hat seinerzeit studiert, vor allem Schauspieler und Menschen, auf der Leinwand, der Straße, im Rallye und beim Zehnerwechseln.
Der Fils vom Rudl hat auch studiert. Das hat ihm ein seinerzeit schon als „Oida“ bezeichneter Bundeskanzler ermöglicht. Heute hat man jung zu sein, um jeden Preis, und man hat Slimfitknackwurschtpanier zu tragen, auch um jeden Preis.
Auf alle Fälle hat zu den akademischen Zeiten des Rudlfils ein Semester theoretisch am ersten Oktober begonnen. Ein paar sehr eifrige Lehrende, nicht immer die unfähigsten, haben tatsächlich in der ersten Oktoberwoche ihre Lehrveranstaltungen eröffnet, die Kapazunder tendenziell eher nicht. Deren Vorlesungen haben dann ein, zwei Wochen später angehoben.
Enseigneur Rudolph beschleicht der Eindruck, dass der akademische Betrieb seit seiner Zeit aber doch tendenziell eher verschult. Möglicherweise ist da dem selbständigen Anfangenlassen von Lehrveranstaltung seitens Professorinnen und Professoren eh schon drastisch Einhalt geboten worden. Der Rudl ist auf alle Fälle froh, nicht heute, sondern vor dreißig Jahren akademiemäßig mit seinen Forschungen begonnen zu haben.
Schon und doch noch nicht. Eine gar nicht eschatologische Differenz
Jetzt möchte sich der Rudl keinesfalls mit manchen Kapazundern, deren Lehrveranstaltungen er damals besucht hat, auf eine Stufe stellen. Darum eröffnet er das Semester in der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils auch im September, wie die Lehrer, und nicht im Oktober, wie die Professoren.
Das Reindorfgassenfest
Am Freitag, den 7. September und am Samstag, den 8. September findet das Reindorfgassenfest statt. Darauf können Sie sich freuen. Der Rudl ist bei dieser Gelegenheit infrastrukturell, energiemäßig und koordinativ lediglich in der Lage, flaschenweise mit Gläsern Getränke zu kredenzen. Folgende Weine werden zum Reindorfgassenfest in Trinktemperatur gebracht worden sein.
- Zierfandler 2017, Friedrich Kuczera, Gumpoldskirchen, Thermenregion
- Altesse 2013, Domaine Dupasquier, Aimavigne, AOP Vin de Savoie
- Perles d’Aimavigne, Domaine Dupasquier, Aimavigne, AOP Vin de Savoie
- Teran 2011, Vasija und Branko Čotar, Komen, Kras, Slowenien
- Irouléguy Rouge 2013, Domaine Arretxea, AOP Irouléguy, Sud Ouest
Jeden anderen Wein aus dem Sortiment kühlt Caviste Rudolf bei zeitgerechter Bestellung (unter dieser Adresse oder unter der Telefonnummer 0699/1923 3008 – never fear the mailbox) selbstredend gerne ein.
Und ein kaltes Bräustübl Bier gibt es auch flaschenweise.
Vorher, am Mittwoch, den 5. September
… findet in der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils quasi die Eröffnungskonferenz statt. Dazu werden, anders als beim Reindorfgassenfest, die oben angeführten Wein auch glasweise kredenzt. Dazu noch einer, über den der Rudl etwas weiter unten berichten wird.
Rot
Am Beginn des Schuljahres sieht der Rudl tendenziell Rot. Das will er nicht negativ verstanden wissen, zumal er das ja nicht fußballmäßig meint.
Es ist ein in mehrfacher Hinsicht ambivalentes Rotsehen. Einerseits hat man sich nach neun Wochen an eine bedingte Terminfreiheit gewöhnt, nicht nur man, sondern sogar der Rudl. Andererseits will man der Welt ja auch den einen oder anderen Haxen ausreißen. Da ist das Vorhandensein eines Auditoriums kein Nachteil.
Noch einererseits bringt ein neues Schuljahr erfahrungsgemäß Innovationen. Die sind nicht selten ein Grund, Rot zu sehen. Andererseits stirbt die Hoffnung zuletzt. Es ist ja zumindest aus wahrscheinlichkeitsrechnungsmäßiger Sicht nicht ausgeschlossen, dass irgendwann irgendeinem Bildungsexperten eine raisonable Idee einfällt. Schauen wir.
Vor Jahrzehnten etwa haben Bildungs- und Erziehungswissenschaftler herausgefunden, dass man Kindern mit Wohlwollen begegnen sollte, dass Angst keine gute Lehrerin ist und dass borniertes Beharren auf Äußerlichkeiten noch keine Bildung darstellt. Das überzeugt den Rudl heute noch.
Ein paar Schlaumeier, denen Ideologien näher stehen als Ideen, haben diesen Ansatz weiter gesponnen. Äußerungen von Schülerinnen und Schülern sollte hinkünftig von Lehrerinnen und Lehrern, die bereit waren, sich als „Lehrkraft“ heruntermachen zu lassen, tendenziell eher nur mehr gelobt und als genial befunden werden. Der rote Kuli des Lehrers sollte einem grünen Platz machen. Der Rudl hat das vor fünfundzwanzig Jahren schon nicht ganz verstanden. Seines Erachtens geht es ja darum, Lernende im Falle eines Fehlers nicht bloßzustellen, sie nicht zu demütigen und nicht zu entmutigen, sondern Anreize zu schaffen, aus Fehlern zu lernen. Darum erscheint dem Rudl nicht die Farbe des Kugelschreibers als das Problem, sondern das, was die Lehrerin oder der Lehrer mit dem Kugelschreiber hinschreibt. Aber bitte.
Oenologisch rot
Schulmeister Rudl hat seine roten Kugelschreiber auf alle Fälle nicht entsorgt und sich vorgenommen, auch oenologisch viel mehr rot zu sehen.
Wenn Sie, geneigte Oenologin, gewogener Oenologe, jetzt glauben, dass Sie in der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils fürderhin mehr Rotwein vorgesetzt bekommen werden, dann sind Sie, mit Verlaub, auf einem falschen Dampfer.
Eisen
Dass Eisen im Boden eine passable Voraussetzung für guten Wein ist, das hat der Rudl spätestens im Weingarten im Feia („Le Feu“) bei Dominique Belluard, in Irouléguy und im Karst bemerkt. Dort ist der Boden rot. Im Elsass, mit dessen Weinen sich Caviste Rudolf immer schwer getan hat, hat er dann genau genommen voriges Jahr, aber wirklich erst heuer die Lage Bollenberg entdeckt. Die bildet nicht nur einen Gegenhang zur klassischen Vogesenflanke, auf der ein Gros der Weingärten des Elsass wächst, sondern weist auch einen hohen Eisenanteil auf. Auch das eine Besonderheit in dieser Weinregion, in der sonst tendenziell eher Kalk, Schiefer und ein bissl vulkanisches Zeug dominieren.
Seit 1997 bewirtschaftet die Domaine Zusslin ihre Weingärten in und um Orschwihr biodynamisch. Vor allem die Weine vom Bollenberg haben den Rudl wieder einmal darin bestätigt, gerade auch dort zu forschen und zu suchen, wo er noch keinen Zugang zu den Weinen gefunden hat.
Zwei Weine von der Domaine Valentin Zusslin sind ab sofort Teile des Sortiments der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, der
- Pinot Gris Bollenberg 2015 und der
- Gewurztraminer 2013 „La Chapelle“ vom Bollenberg.
Letzteren kredenzt der Rudl am Mittwoch, den 5. September auch glasweise.
Dazu
Bei Eisen ist zuerst einmal an den Eisenberg im Südburgenland zu denken und dort vor allem an einen der bescheidensten und begnadetsten Weinbaumeister, Monsieur Alfred Weber. Der hat immer schon natürlich präzise und saubere Weine gekeltert. Da hat so manch heute angesagter Naturweinstar noch mit künstlichen Tanninen und Konzentrierer gewerkt.
Alfred Weber ist derlei nie ins Haus gekommen.
Jetzt ist dem Rudl die Idee mit dem Rotthema leider zu spät eingefallen, als dass er noch rechtzeitig Nachschub beschaffen hätte können. Er wird das nachholen.
Derweil offeriert er
am Mittwoch, den 5. September
von 16 bis 22 Uhr glasweise einmal folgende Weine:
- Perles d’Aimavigne, Domaine Dupasquier, Aimavigne, AOP Vin de Savoie (3/5)
- Zierfandler 2017, Friedrich Kuczera, Gumpoldskirchen, Thermenregion (2,50/4)
- Altesse 2013, Domaine Dupasquier, Aimavigne, AOP Vin de Savoie (3/5)
- Gewurztraminer „La Chapelle“ 2013, Valentin Zusslin, Orschwihr, Alsace (5/8)
- Teran 2011, Vasija und Branko Čotar, Komen, Kras, Slowenien (4,50/7)
- Irouléguy Rouge 2013, Domaine Arretxea, AOP Irouléguy, Sud Ouest (4/6)
(in Klammern die Preise für das Sechzehntel und das Achtel)
Beim Reindorfgassenfest
am Freitag, den 7. September und
am Samstag, den 8. September
gibt es alle oben angeführten Weine mit Ausnahme des Elsässers
flaschenweise
jeweils von 16 bis um 23 Uhr de Musik vuabei is, wie der Kurtl sagt,
in der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22
Nachrichten aus dem Sortiment
Mangalitza- und Steppenrindwürstel gibt es wieder und das Ein-€i-Ei auch.
Monsieur Rudolf grüßt die Gasse und ihr Fest!
Im Übrigen ist Rudolf Polifka der Meinung, dass man den 27. Jänner, den Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Vernichtungslager Auschwitz zu einem europäischen Feiertag erklären sollte!
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Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22, 1150 Wien
Öffnungszeiten: Mittwoch und Freitag, 16 bis 22 Uhr, an Schultagen
kostenlose und CO2-minimierte Zustellung innerhalb von Wien ab einem Bestellwert von 57 Euro