Domaine Giachino. AUSNAHMSWEISE MONTAG, 11.11. und Dienstag, 12.11. geöffnet (Donnerstag, 14.11. geschlossen)

Herr Rudolf bittet um Verständnis für die außertourlichen Öffnungszeiten in der kommenden Woche. Am Montag (11.11.) und am Dienstag (12.11.) öffnet Herr Rudolf die Pforten seiner Weinhandlung. Am Mittwoch (13.11.) treffen Sie den Rudl bei der Weinauktion zugunsten des Integrationshauses

 

ab etwa 19 Uhr im Alten Rathaus in der Wipplinger Straße 8. Wen der Rudl dort dabei erwischt, dass er etwas ersteigert, für die oder den gibt es in der Woche drauf, wenn es beim Rudl heißt „Natürliche Weine. Kommen Sie dem Rudl nicht mit ,Naturwein‘!“, ein Achtel auf Haus.

Und am Donnerstag hockt der Rudl im Oval in Salzburg und hört seiner zweitliebsten Musikkapelle, den Querschlägern, beim Musizieren zu.

David und Fred und Clement Giachino

Auch wenn das in geometrischer Hinsicht nicht korrekt ist, freut sich der Rudl, dass es ein gleich paar zentrale Weinbauern in seinem Sortiment gibt. Allen hat er mindestens schon ein Wochenthema gewidmet, nur einem noch nicht. Das liegt nicht daran, dass der drei ist. Wenn Sie, geneigte Oenologin, gewogener Oenologe, jetzt glauben, dass Ihnen der Rudl mit der Dreifaltigkeit daher kommt, dann täuschen Sie sich gewaltig. Zumindest nicht mit der Dreifaltigkeit im klassischen Sinn. Wobei, ein bissl ein Mysterium ist es dem Rudl schon, wie drei Winzer unter einem Dach eine derartige Vielfalt an trotzdem authentischen, harmonischen und zueinander passenden Weinen machen. Und wenn man das Etikett von der maischevergorenen Marius & Simone berücksichtigt, dann sind es sogar drei Generationen, weil dort Opa Marius Genton abgebildet ist.

à propos maischevergoren

Die Domaine Giachino ist demeterzertifiziert und das Ziel sind Weine ohne Schwefelzusatz. Wenn das den Winzern nicht passabel erscheint, streben sie einen minimalistischen Einsatz von Schwefel an.

Sollte es sich dann aber herausstellen, dass der Verzicht auf Schwefel zu flüchtiger Säure geführt hat, dann bzeichnen die Giachinos das nicht als Charakteristikum von Naturwein oder Terroir, sondern als „échec“, als Scheitern.

Caviste Rudolf wird Ihnen in der nächsten Woche viel mehr über Naturwein und das, was damit bezeichnet wird, erzählen, aber auf diese konsequente Haltung der Giachinos weist er diese Woche gerne hin. Möglicherweise wäre der Naturweinwelle mehr Nachhaltigkeit beschieden gewesen, wenn alle, die darauf reiten, so seriös und ehrlich agierten wie die Giachinos.

Micro-Terroir

Die Weingärten der Giachinos liegen im Naturpark der Chartreuse, auf Gletschermoränen am Fuße des Mont Graniers. In der Nacht von 24. auf 25. November 1248 sind 500 Millionen Kubikmeter Felsen vom Mont Granier herunter gekommen. Auf den chaotischen Gesteinshalden ist zuerst einmal jahrhundertelang nichts gewachsen. Später nur Wein.

Spurenelemente, Fauna, Belüftung, Verwurzelung und Mikroben machen ein besonderes Terroir, das am besten durch biodynamische Bewirtschaftung zur Geltung gebracht wird, seit ein paar Jahren demeterzertifiziert.

Mehrheitsfähig ist biologischer Weinbau in dieser Gegend trotzdem nicht. Eher im Gegenteil. Herr Rudolf hat die letzten beiden Sommer jeweils eine Woche mitten in den Weingärten von Les Marches und Apremont gewohnt und quasi an der eigenen Nase erlebt, wie es ist, wenn man in der Früh von den Düsen der Giftspritzer aufgeweckt wird. Wenn man dann durch derart ausgebleichte Rebzeilen geht, zum Beispiel zum Restaurant „Le Saint André“, am Rückumweg jedoch durch einen Weingarten der Giachinos spaziert, dann versteht man geruchlich, optisch und überhaupt, auch ohne Wein zu trinken, was die Giachinos meinen, wenn sie darauf hinweisen, dass Wein vor allem ein Vergnügen sein muss.

Macro-Terroir

Die durchschnittliche Meereshöhe des Departements Savoie beträgt 1500 Meter. 36 Berge sind höher als 3500 Meter, 107 höher als 3000.

Wein ist nicht das Erste, an das man in so einer Gegend denkt. Im Laufe der Zeit haben sich wenige kleine, zerstückelte und ausgesetzte Parzellen für den Weinbau herauskristallisiert. Und das auch nur, weil am Ende des Quartärs die Gletscher beim Rückzug Täler mit Seitenmoränen gebildet haben.

Jene am Piémont des Graniers ist so eine, in ihrer Höhe und Ausrichtung einzigartig in Frankreich.

Die Wetterverhältnisse können extrem sein und aneinander geraten. Marseille ist etwa dreihundert Kilometer entfernt, von den meisten Weingärten sieht man auf Gletscher.

Rebsorten

Abgesehen von einem ganz kleinen bisschen Gamay wachsen in den Weingärten der Giachinos ausschließlich autochthone Rebsorten. In den letzten Jahren hat man sich besonders um den Erhalt vom Aussterben bedrohter Varietäten bemührt. So sind unter anderem fünfunddreißig Ar Douce Noire, Peloursin, Mondeuse und Étraire de la Dhuy als Gmischter Satz ausgepflanzt worden. Das kann man sich auf der Homepage der Giachinos anschauen.

Geschichte

Ursprünglich war der Bauernhof der Giachinos eine gemischte Landwirtschaft, in den reichen Böden der Ebene Getreide, Nüsse und Obst, an den kargen Hängen Wein.

1988 übernimmt Frédéric die eineinhalb Hektar Weingärten seines Opas Marius Genton. Er konzentriert sich auf Wein. Heute sind es neun Hektar, auf sechs davon wächst die Rebsorte, mit der etwa so viel Schindluder getrieben wird wie mit Welschriesling: Jacquère. Schritt für Schritt entfernt sich Frédéric Giachino vom konventionellen Weinbau. Unzertifizierter Verzicht auf den Zauberkasten, Bio, demeter. Lange wird der Bub Clement nicht gezögert haben, 2015 in den Betrieb einzusteigen. Wie es der Zufall will, hat zu dieser Zeit Michel Grisard, der Pierre Overnoy Savoyens, dann doch seine Rente angetreten. Und Clement hat seine Weingärten übernommen.

Den Rest können Sie sich, geneigte Oenologin, gewogener Oenologe diese Woche glasweise von Herrn Rudolf kredenzen lassen

  • Monfarina 2015, Domaine Giachino, Chapareillan, AOP Vin de Savoie (2,50/4)
  • Altesse 2017, Domaine Giachino, Chapareillan, AOP Vin de Savoie (4/6)
  • Marius & Simone 2017, Domaine Giachino, Chapareillan, AOP Vin de Savoie (4,50/7)
  • Giac‘ Pottes 2017, Domaine Giachino, Chapareillan, AOP Vin de Savoie (3/5)
  • Mondeuse 2017, Domaine Giachino, Chapareillan, AOP Vin de Savoie (4/6)
  • Persan 2017, Domaine Giachino, Chapareillan, AOP Vin de Savoie (4,50/7)
  • Don Giachino (méthode traditionelle) 2015, Domaine Giachino, Chapareillan, AOP Vin de Savoie (4,50/7)

(in Klammern die Preise für das Sechzehntel und das Achtel)

nicht nur diese Weine gibt es glasweise

AUSNAHMSWEISE AM MONTAG, DEN 11. NOVEMBER und am Dienstag, den 12. November

von 16 bis 22 Uhr

in der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22

Vorschau auf die Lehrveranstaltung vom 19. und 21. November

natürliche Weine

Im Übrigen ist Rudolf Polifka der Meinung, dass man den 27. Jänner, den Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Vernichtungslager Auschwitz zu einem europäischen Feiertag der Menschenwürde erklärt!

Herr Rudolf diese Woche ganz besonders das Wiener Integrationshaus!

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Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22, 1150 Wien

Öffnungszeiten: Dienstag und Donnerstag, 16 bis 22 Uhr, an Schultagen

kostenlose und CO2-minimierte Zustellung innerhalb von Wien ab einem Bestellwert von 57

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