Die Appellation Irouléguy hat, zumindest wenn Sie den Rudl fragen, ein Synonym: Hegoxuri. Über diesen Wein hat Ihnen Caviste Rudolf Polifka bereits das eine oder andere erzählt. Wenn es so etwas gibt, ist Hegoxuri vielleicht der Lieblingswein vom Rudl. Und beim Erstkontakt von Rudolf Polifka mit Hegoxuri in einer Biarritzer Weinbar vor siebzehn Jahren hat der Kellner dem Rudl diesen Wein als besten Weißwein der Weinbauregion Sudwestfrankreich vorgestellt. Selten, dass ein Superlativ knapper an die Wirklichkeit herangekommen ist, wenn Sie den Rudl fragen. Am 13. November vergangenen Jahres hat Caviste Rudolf Polifka eine Vertikale dieses Weins glasweise kredenzt und Ihnen als Unterrichtsvorbereitung mitgeteilt, was diesen Wein dem Rudl so besonders macht. Und trotzdem folgt jetzt keine Stundenwiederholung des Unterrichts vom 13. November. Im Gegenteil.
Fasching
Im Fasching hat sich der Rudl stets sehr gerne verkleidet. Das ist ungefähr ein halbes Jahrhundert her. In seinem Geschäft hat er noch kein Gschnas veranstaltet. Vielmehr hat er versucht, der närrischen Zeit, wie man so sagt, durch extravagante Lehrveranstaltungsthemen die Reverenz zu erweisen. Wie aussichtsreich so ein Ansinnen ist, wenn der Sortimentsschwerpunkt eines Weingeschäfts aus savoyardischen und baskischen Bioweinen besteht, das müssen Sie nicht den Rudl fragen, sondern das dürfen gerne Sie, geneigte Oenologin, gewogener Oenologe, beurteilen. Dieses Jahr öffnet der Rudl zum Fasching Weine mit der emblematischen baskischen Weißweinrebsorte Petit Manseng. Hegoxuri wird keiner dabei sein. Viel verrückter geht es dann wirklich nimmer mehr.
- 2022 Irouléguy blanc, Domaine Ilarria, AOC Irouléguy, Sud Ouest (6/9)
siebzig Percent Petit Manseng, dreißig Petit Courbu, kein Gros Manseng; Kalk
- 2022 Espilako Xuria, Domaine Espila, AOC Irouléguy, Sud Ouest (6/9)
2004 hat sich Paul Carricaburu am elterlichen Hof niedergelassen, ab 2008 Weingärten gepflanzt, 2016 die Biozertifikation erhalten und 2018 seinen ersten Jahrgang vinifiziert – einer von vielen Neuzugängen im Syndicat des vins d’Irouléguy.
- 2021 Malda, Domaine Goienetxea, AOC Irouléguy, Sud Ouest (8/12)
Erster Jahrgang von Bixente Indart, auch wieder so einem Schüler von Michel Riouspeyrous. Diesem hat Bixentes Vater Pantxo von 2009 bis 2014 auch die Trauben für den Weißen vom Vulkanboden verkauft. Jetzt macht der Junior selber Wein.
- 2021 Irouléguy blanc, Domaine Xubialdea, Lasse, AOC Irouléguy, Sud Ouest (6,50/10)
der einzige Weinbauer in Irouléguy mit einem Terroir aus schwarzem Schiefer
- 2018 Irouléguy blanc, Domaine Ilarria, AOC Irouléguy, Sud Ouest (6,50/10)
- 2016 PM, Andert, Pamhagen, Neusiedler See (6/9)
wahrscheinlich der einzige Wein dieser Lehrveranstaltung, der nicht mit Michel Riouspeyrous in Verbindung zu bringen ist
- 2006 Ravaillac, Les Jardins de Babylone, Aubertin, AOC Jurançon, Sud Ouest (16/24)
Dass eben Didier Dagueneau wenige Kilometer entfernt von den Riouspeyrous mit Guy Pautrat ein zweites Weingut, die Jardins de Babylone, gegründet hat, wissen oenologisch Interessierte. Dass er dort früher einen Wein namens „Ravaillac“ gemacht hat, wissen vielleicht weniger. Den Wein gibt es lange nicht mehr. Rudolf Polifka kredenzt ihn zum ersten Mal in seinem Geschäft und bietet zwei Flaschen zum Verkauf an.
Donnerstag, den 12. Februar von 17 bis 21 Uhr
in der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils,
Reindorfgasse 22
Im Übrigen ist der Rudl der Meinung, dass der 27. Jänner, der Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Konzentrationslager Auschwitz, zu einem gesamteuropäischen Feiertag erklärt werden muss.
Auf Michel Riouspeyrous!
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Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22, 1150 Wien