When the year is in 8. Ein Vergleich aktueller Weine mit ihren Vorgängern aus dem Zweitausendachter Jahr

Prosit Neujahr!

Ess- und trinktechnisch betrachtet hat das neue Jahr für den Rudl gerade begonnen, genaugenommen am 1. Februar. Denn da hat der Wirt und Winzer des Vertrauens vom Rudl wieder aufgesperrt. Dafür ist der Rudl dankbar.

Zeit

Darum hält es Caviste Rudolf für einen passenden Zeitpunkt, ein paar aktuelle Weine aus seinem Sortiment glasweise gegen ihre jeweils älteren Brüder aus 2008 antreten zu lassen. Die scheinen freilich nur auf den ersten Blick einen runden Geburtstag zu feiern. Vor zehn Jahren um diese Zeit ist von den seriösen Zweitausendachtern noch keine Red‘ gewesen. Aber optisch passt halt 2008 ganz gut zu 2018.

2008 in Österreich

Über den Jahrgang haben sie gejammert wie über den Zweitausendzehner. Für Caviste Rudolf ist 2008 ein herausragender Jahrgang. Frische, Charakter und Eleganz in perfekter Kombination.

Für die Weinbaumeister war es vermutlich nicht ganz einfach, weil Wasser in allen Aggregatszuständen die Gesundheit der Weinbeeren bedroht hat. Nur hat der Rudl ein bissl den Verdacht, dass in Österreich die Qualität eines Jahrgangs in erster Linie von einer möglichst hohen Zuckergradation abhängig gemacht wird. Für den Rudl seinen Geschmack geht es darum gerade nicht, weil der ja gerne wartet, bis die Weine ein bissl reifer sind. Damit sie dann auch gut schmecken, müssen sie schon ein bissl vif sein. Den Weinen des Jahrgangs 2008, deren Beeren und Trauben gesund gelesen worden sind, kann man diese Vifheit sicher nicht absprechen.

2008 in Savoyen

hat die allerlängste Zeit keinen Anlass zur Sorge bereitet, bis es dann Ende August und Anfang September ungewöhnlich nass geworden ist. Für so manche Jacquère ist sich das dann mit der Reife nicht mehr ausgegangen. Altesse, Chignin-Bergeron und vor allem die Roten haben sich wieder erfangen.

2008 in Irouléguy

2008 war auch der Süd-Westen entsetzlich nass. Man muss bis ins Einundneunziger Jahr zurückgehen, damit man ein Jahr findet, in dem sich noch weniger Weintrauben der unheiligen Schimmeldreifaltigkeit, Oïdium, Meltau und Graufäule entziehen können haben. Ungewöhnlich heiße Phasen im Frühling, Hagel und Frost komplettieren die Vorgabe von einem Jahrgang. Der Rudl kann sich trotzdem an keinen schlechten Zweitausendachter aus dem Süd-Westen erinnern.

Sauvignon Blanc, Josef Umathum

Sauvignons von Quarz- und Schieferböden sind gar nicht so zahlreich in Österreich. Die guten von ihnen noch weniger.

Grüner Veltliner Rochus, Roland Minkowitsch

Kollateralnutzen einer Zeit, in der Zivilcourage noch kein Grund zum Scheitern in der Politik gewesen ist

Grüner Veltliner Steinleithn, Geyerhof

Lieblingsgrünerveltliner vom Rudl

Neuburger, Josef Lentsch. Dankbarkeit

Seinerzeit der Sieger einer Neuburgerverkostung beim Rudl, bevor der Caviste gewesen ist. Reinsortig gibt es Neuburger beim Wirt und Winzer mit dem besten (Musik-)Geschmack sehr selten.

Grüner Veltliner Hundsberg, Leo Uibel

Grüner Veltliner vom Kalk aus dem Urmeer

Hégoxuri, Domaine Arretxea

Lieblingswein vom Rudl

Marestel, Domaine Dupasquier

Es sind ja wirklich nicht viele halbtrockene Weine, die dem Rudl abgehen würden. Der schon.

Breg Bianco 2008, Josko Gravner, Oslavia, IGT Venezia Giulia

Da ist der Achter der aktuelle Jahrgang. Auf den Siebzehner wird man noch ein paar Jahre warten müssen, länger als auf einen Vin Jaune 2017.

  • Sauvignon Blanc 2017, Josef Umathum, Neusiedlersee (3/5)
  • Sauvignon Blanc 2008, Josef Umathum, Neusiedlersee (4,50/7)
  • Grüner Veltliner Rochus 2016, Roland Minkowitsch, Mannersdorf an der March, Weinviertel (3/5)
  • Grüner Veltliner Rochus 2008, Roland Minkowitsch, Mannersdorf an der March, Weinviertel (4,50/7)
  • Grüner Veltliner Steinleithn 2015, Geyerhof, Kremstal (4/6)
  • Grüner Veltliner Steinleithn 2008, Geyerhof, Kremstal (6/9)
  • Neuburger 2015, Josef Lentsch. Dankbarkeit, Neusiedlersee (3/5)
  • Neuburger 2008, Josef Lentsch. Dankbarkeit, Neusiedlersee (4,50/7)
  • Grüner Veltliner Hundsberg 2015, Leo Uibel, Ziersdorf, Weinviertel (5/8)
  • Grüner Veltliner Hundsberg 2008, Leo Uibel, Ziersdorf, Weinviertel (6,50/10)
  • Hégoxuri 2014, Domaine Arretxea, AOC Irouléguy, Sud Ouest (5/8)
  • Hégoxuri 2008, Domaine Arretxea, AOC Irouléguy, Sud Ouest (7/11)
  • Marestel 2012, Domaine Dupasquier, Aimavigne, AOC Roussette de Savoie (4/6)
  • Marestel 2008, Domaine Dupasquier, Aimavigne, AOC Roussette de Savoie (5/8)
  • Breg Bianco 2008, Josko Gravner, Oslavia, IGT Venezia Giulia (10/16)

(in Klammern die Preise für das Sechzehntel und das Achtel)

Selbstverständlich kredenzt der Rudl nicht ausschließlich diese Weine, so etwa auch noch die drei Vin Jaunes aus Arbois, den Côtes du Jura und Château-Chalon

am Mittwoch, den 14. Februar und am Freitag, den 16. Februar

jeweils von 16 bis 22 Uhr

in der Weihandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22

Im Übrigen ist Rudolf Polifka der Meinung, dass man den 27. Jänner, den Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Vernichtungslager Auschwitz zu einem europäischen Feiertag erklären sollte!

Nachrichten aus dem Flaschensortiment

Ab sofort sind

  • Königlicher Wein MMXV, Josef Umathum, Österreich
  • Sauvignon Blanc 2017, Josef Umathum, Neusiedersee
  • Sankt Laurent Klassik 2015, Josef Umathum, Neusiedlersee
  • Blaufränkisch Klassik 2015, Josef Umathum, Neusiedlersee
  • Sandperle 2017, Josef Lentsch. Dankbarkeit, Neusiedlersee
  • Neuburger 2015, Josef Lentsch. Dankbarkeit, Neusiedlersee
  • Blaufränkisch 2015, Christine Lentsch. Dankbarkeit, Neusiedlersee

im Flaschensortiment vom Rudl verfügbar. Der Rudl freut sich darob extraoridnairement.

Vorschau auf 21. und 23. Februar

Grüner Veltiner Spiegel Vertikale von Sepp Mantler

Herr Rudolf grüßt Zeit und Raum!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

neun − zwei =