Oid & grau gegen die heilige Rindslederhose des Neoliberalismus. Pinot Gris Vertikale Josef Lentsch Dankbarkeit und Fastenbier

Tugenden, heilige Kühe und die Deregulierung

Dass der Rudl einen Hang zu Unzeitgemäßem hat, wird Ihnen, geneigte Oenologin, gewogener Oenologe, nicht verborgen geblieben sein.

So schätzt Herr Rudolf etwa Tugenden. Und die scheinen heute an sich nicht besonders angesagt zu sein. Wahrscheinlich schwingen zu sehr moralische Ansprüche mit. Kompetenzen etwa stehen da heute vergleichsweise viel höher im Kurs, oder auch Werte. Bei denen kann sich wenigstens jeder aussuchen, ob er darunter grenzenlose Freiheit für die sogenannten Produkte der Finanzindustrie, eine Lederhose oder beides zusammen versteht, zumindest wenn der Wertbegriff vorher ausreichend banalisiert, der Willkürlichkeit preisgegeben und also wertbefreit worden ist. Hundert Percent wertneutral, darauf legt der Neoliberalismus bekanntlich besonders großen Wert, gerade bei den Werten.

Tugend dagegen, das klingt immer ein bissl nach Verbindlichkeit, Pflicht und Verantwortung. Und derlei sind dem Neoliberalismus wahrscheinlich Pfaffenwerk, fast gerade so wie manch Klerikalisten der Sex ein Teufelswerk ist. Dem Rudl gehen sie beide ganz ordentlich auf den Zeiger, der Klerikalismus und der Neoliberalismus. Dabei ist es gar nicht einmal so, dass Monsieur Rudolf dem neoliberalen Ansinnen, heiligen Kühen den Kampf anzusagen, nicht etwas abgewinnen könnte. Nur halt ganz bestimmt nicht, um dann diesen Kampf oder die Deregulierung als solche zur heiligen Kuh zu erklären.

Eine fast hysterische Aversion dürfte der Neoliberalismus gegenüber den Tugenden Demut und Dankbarkeit haben. Da marschiert er drüber, der Neoliberalismus, forschen Schrittes, mit geistigen Springerstiefeln oder wenigstens mit polierten Milano-Böcken.

Demut und Dankbarkeit

Es auszuhalten, dass man nicht jederzeit über alles und jedes nach Belieben verfügen kann, beziehungsweise auch auf das eine oder andere angewiesen sein zu können, das gefällt dem Rudl ausgesprochen gut und das versteht er unter Demut. Rein gar nix hat das mit einem Missverständnis von Demut als Lethargie, Unterwürfigkeit und Rückgratlosigkeit zu tun.

Mehr oder weniger dasselbe scheint für die Dankbarkeit zu gelten. Das neoanbiedermeierliche, von unten nach oben Bittedankesagen ist zwar möglicherweise gerade wieder einmal im Vormarsch. Aber es hat etwas Berechnendes, Gutsherrenhofhaftes und Klerikales an sich.

Pinot Gris, Josef Lentsch, Dankbarkeit

Es ist ja nicht so, dass der Rudl nicht schon das eine oder andere über Pinot Gris, alias Grauburgunder, Ruländer, Grauen Mönch, Malvoisie oder oststeirischen Traminer geschrieben hätte.

Es ist auch nicht so, dass der Rudl nicht schon das eine oder andere über Josef Lentsch geschrieben hätte.

Und es ist auch nicht so, dass der Rudl nicht schon das eine oder andere über die Dankbarkeit geschrieben hätte.

Viel mehr als alle Schreiberei ist es dem Rudl ein Anliegen, festzustellen, wie froh er ist, dass es die Dankbarkeit gibt, froh und dankbar!

Froh über und dankbar für einen Wirt, Winzer, Kurtologen und vor allem Mensch wie Josef Lentsch.

Prolog

  • Ruländer 2014, Weingut Dieter Dorner, Mureck, Steirerland (3/5)
  • Pinot Gris 2017, Les Vignes de Paradis, Ballaison, Haute-Savoie, IGP Vin des Allobroges (5/8)
  • Pinot Gris Bollenberg 2015, Domaine Valentin Zusslin, Orschwihr, AOP Vin d’Alsace (5/8)

1. Akt

  • Pinot Gris 2017, Josef Lentsch, Dankbarkeit, Neusiedlersee (4/6)

2. Akt

  • Pinot Gris 2012, Josef Lentsch, Dankbarkeit, Neusiedlersee (4,50/7)

3. Akt

  • Pinot Gris 2010, Josef Lentsch, Dankbarkeit, Neusiedlersee (5/8)

4. Akt

  • Ruländer 1989, Josef Lentsch, Dankbarkeit, Neusiedlersee (6/9) – der erste Barrique-Versuch von Monsieur Lentsch, wenn es der Rudl richtig verstanden hat

Epilog

  • Pinot Gris Spätlese 2009, lieblich, Josef Lentsch, Dankbarkeit, Neusiedler See (3/5)

(in Klammern die Preise für das Sechzehntel und das Achtel)

nicht nur diese Weine gibt es glasweise

diese Woche am Dienstag, den 12. März und am Donnerstag, den 14. März

von 16 bis 22 Uhr

in der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22

Vorschau auf 19. und 21. März

Im Sinne der Ausgewogenheit: Neich! Dem Rudl sein Zugeständnis an Neues. Neuburger gegen die heiligen Rindslederhosen des Neoliberalismus

Neuigkeiten aus dem Flaschensortiment

Ab sofort sind von der Dankbarkeit

  • Sandperle 2017
  • Muskat3 2017
  • Pinot Gris 2017
  • Dankbarkeit Rot 2014
  • Pinot Noir 2013 und
  • Rosé Frizzante 2017 ohne Dosage
  • Welschriesling Auslese 2017

sowie vom Geyerhof

  • Grüner Veltliner Stockwerk 2018 und
  • Riesling Johannisberg 2018
  • und noch ein bissl mehr Grüner Veltliner Steinleithn 2016

verfügbar.

Außerdem gibt es ab sofort das Bräustübl Fastenbier, der Rudl nennt es „das beste Bier der Welt“, um 4,50 Euro für die Konsumation vor Ort und um 2,50 Euro zum Mitnachhausenehmen.

Im Übrigen ist Rudolf Polifka der Meinung, dass man statt über den Karfreitag lieber über den 27. Jänner, den Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Vernichtungslager Auschwitz als einen europäischen Feiertag nachdenken sollte!

Herr Rudolf grüßt (in) Dankbarkeit!

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Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22, 1150 Wien

Öffnungszeiten: Dienstag und Donnerstag, 16 bis 22 Uhr, an Schultagen

kostenlose und CO2-minimierte Zustellung innerhalb von Wien ab einem Bestellwert von 57

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