Jahrgang 2013 – vom Baskenland über Savoyen in den Kras, weiter nach Podersdorf und Frauenkirchen. Happy Birthday, Bruno! Donnerstag, 22. Jänner, 17 bis 21 Uhr

Vorsätze. Keine Hinführung zum Lehrveranstaltungsthema

Der Rudl nimmt sich gerne etwas vor und sehr oft zieht er das dann durch, auch wenn sich andere an den Kopf greifen. So ist sein Weingeschäft entstanden. „Weit weg von betriebswirtschaftlicher Sinnhaftigkeit“, hat der Rudl einen Berater noch im Ohr. Auch dem Rudl seine Überzeugung, die anti-sozialen Medien auszulassen, lässt sich in diese, manchmal zugegebenermaßen nicht ganz undogmatische Grundsätzlichkeit einordnen. Und dann ist 22. Jänner, Geburtstag von Bruno.

Dr. Bruno Kreisky

Am 22. Jänner würde Bundeskanzler Bruno Kreisky 115 Jahre alt. Das ist Citoyen Rudolf Polifka Grund genug, sich zu erinnern. An eine Zeit, in der Bildung Grundvoraussetzung für einen Staatsmann und nicht Hindernis, ein solcher zu werden, war. An eine Zeit, in der sich Helmut Qualtinger über Zeitgenossen, denen die Geschwindigkeit wichtiger als das Ziel war, noch lustig machen konnte. Im einundzwanzigsten Jahrhundert gilt speed kills. Keine Zeit für Fragen. Und je exzessiver der Faktor Zeit in kitschige Traditionsschwärmerei verbannt wird, desto weniger bemerken die Menschen, dass ihnen die Zeit geraubt wird.

Ob dem Rudl der Ossau-Iraty oder der Weißwein vom Schäfer und Weinbauer Jean Louis Costera besser schmeckt, kann er beim besten Willen nicht sagen.

  • 2013 Les Grandes Jorasses, Dominique Belluard, Ayse, AOC Roussette de Savoie (9/14)

Die letzte Einzelflasche, aber der Jahrgang 2020 ist noch im Verkauf.

  • 2013 Mondeuse, Domaine de Vens-le-Haut, Seyssel, AOC Vin de Savoie (5/8)
  • 2013 Mondeuse, Jacques Maillet, Serrières-en-Chautagne, AOC Vin de Savoie (6,50/10)

Wahnsinnig viele Gelegenheiten, Wein von Jacques Maillet glasweise angeboten zu bekommen, gibt es nicht mehr. Auch in Savoyen sieht man gelegentlich eine leere Flasche in einer Vinothek stehen, mehr nicht. Auch im Privatkeller vom Rudl lichten sich die Kartons. 2015 ist der letzte Jahrgang, den Jacques abgefüllt hat. Seither genießt er seine Rente. Dieser Genuss manifestiert sich vor allem in Sanierungsarbeiten in seinem und um sein Haus.

  • 2013 Vitovska grganja, Branko und Vasja Čotar, Komen, Kras, Slowenien (6,50/10)
  • 2013 Beerenauslese, Josef Lentsch. Dankbarkeit, Podersdorf, Neusiedler See (6,50/-)
  • 2013 Pinot gris, Josef Umathum, Frauenkirchen, Neusiedler See (6,50/10)

DONNERSTAG, 22. Jänner von 17 bis 21 Uhr

Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils

Reindorfgasse 22

Am 27. Jänner 1945 sind die Überlebenden aus dem Konzentrationslager Auschwitz befreit worden. Was spricht dagegen, den 27. Jänner deshalb endlich zu einem gesamteuropäischen Feiertag zu erklären? Nichts!

Lernen wir Geschichte!

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Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22, 1150 Wien

Grüner Veltliner Steinleithn vom Geyerhof – lückenlos vertikal. Quasi eine Fortsetzung der letzten Lehrveranstaltung vor dem ersten Lockdown, Donnerstag, 15. Jänner, 17 bis 21 Uhr

Geneigte Oenologin, gewogener Oenologe, wissen Sie, was das letzte Forschungsthema in der Weinhandlung Rudolf Polifka et fils vor der ersten kollektiven langen Sperrstunde im März 2020 gewesen ist? Es waren zwei Kurzvertikalen, Grüner Veltliner Spiegel vom Mantlerhof und Grüner Veltliner Steinleithn vom Geyerhof – ziemlich sicher über die Jahre hinweg die beiden Lieblingsveltliner vom Rudl. Jahrgangstechnisch ist es damals im März des Zwanzigerjahres um den Zeitraum zwischen 2008 und 2017 gegangen, mit der einen oder anderen Lücke. Die Stimmung an diesem 12. März 2020 ist sonderbar gewesen. Der Lockdown für 16. März war verlautbart, eine Mischung aus „Machen, was geht, solange noch etwas offen ist“ und „Warten, bis endlich alles geschlossen und man selber zuhause in Sicherheit ist“. Dass das alles länger als zwei oder drei Wochen dauern würde, hätte sich der Rudl damals nicht gedacht. Dass ein paar Ewiggestrige Covid heute noch als politisches Thema strapazieren, noch viel weniger. Inzwischen ist viel Wein die Forscherinnen- und Forscherkehlen hinunter geronnen. Und Caviste Rudolf Polifka verspürt das Bedürfnis, an die kleine luckerte Steinleithn-Vertikale von seinerzeit anzuknüpfen. Oenoparadoxerweise muss er das mit einer Lücke machen. Denn seine letzte Bouteille Steinleithn 2018 hat sich dislociert. Dafür geht es von 2019 bis 2023 dann lückenlos dahin. Für repetitiv veranlagte Oenologinnen und Oenologen, wie der Rudl selbst einer ist, erlaubt sich dieser, ein paar Zeilen über diesen für ihn ganz besonderen Grünen Veltliner einzubauen. Er hat diese seinerzeit, etwa zehn Jahre ist es her, geschrieben. Gelten tun sie noch immer.

Grüner Veltliner Steinleithn Geyerhof. Eine Stundenwiederholung

Es muss Ende Jänner neunundneunzig gewesen sein. Der Rudl hat es sich in den Kopf gesetzt, in Oberfucha den Geyerhof zu besuchen. Mit Zügen und zu Fuß. Der Hügel, den man dabei von Palt hinauf nach Oberfucha zu überwinden hat, ist verschneit gewesen. Es war kalt und dunkel, weil doch schon eher gegen Ende einer längeren Exkursion. Droben am Geyerhof angekommen hat Monsieur Polifka einmal an allen Türen, die er gesehen hat, geklopft. Und als er seine Mission gedanklich bereits beendet gehabt hat, ist eine der zahlreichen Türen aufgegangen. Eine ältere Dame ist heraus gekommen. Der hat Rudolf Polifka sein Ansinnen unterbreitet. Das schien die Dame nicht sonderlich beeindruckt zu haben. „Wir haben keinen Wein mehr“, war ihre knappe, aber wenigstens an Eindeutigkeit nichts zu wünschen übrig lassende Erwiderung. Der Rudl wollte sich verabschieden, da hat die Frau gemeint: „Einen Karton Grünen Veltliner Steinleithn haben wir noch. Der ist nicht abgeholt worden.“ Nicht ganz bequem, aber ausgesprochen zufrieden ist Monsieur Polifka daraufhin mit seinem Karton Grüner Veltliner Steinleithn 1997 zur Bahnstation Furth-Palt hinunter gegangen. Er hat dann im Lauf der Jahre immer wieder eine Flasche aufgemacht und ist jedes Mal begeistert gewesen. Die letzte hat er lange Zeit nicht aufgemacht, bis irgendwann einmal, 2008 oder 2009, ein paar Forscherkollegen die Idee gehabt haben, den einen oder anderen Grünen Veltliner aus dem hochgejubelten Jahr 1997 gegeneinander antreten zu lassen.

Neben dem Steinleithn vom Geyerhof haben die namhaften Grünen Veltiner alt ausgeschaut.

Lage Steinleithn

Steinleithn ist karg, nach Osten ausgerichtet und besteht aus den fast genauso kargen Resten des geologischen Schulwissens vom Rudl: Feldspat, Quarz und Glimmer – geschiefert. Fette Weine wachsen auf anderen Böden.

Den 2023er Grünen Veltliner Steinleithn vom Geyerhof gibt es ab sofort beim Rudl. Von etlichen anderen Jahrgängen der aktuellen Vertikale ist noch die eine oder andere Restflasche verfügbar.

Den Jahrgang 1997 von einem anderen Lieblingsvertreter dieser Rebsorte hat der Rudl leider verschlafen. Nicht ganz, eine Einzelflasche Grünen Veltliner Spiegel 1997 vom Mantlerhof hat er damals noch bekommen. Es ist eine von den Flaschen, die man wie seinen Augapfel hütet und auf eine würdige Gelegenheit zur Öffnung wartet. Aber zurück ans rechte Donauufer:

Dass der Rudl, wie oben erwähnt, den Jahrhundertjahrgang 1997 vom Grünen Veltliner Spiegel versäumt hat, ist ihm eine Lehre gewesen. Was ihm da beim letzten Jahrhundertjahrgang des zwanzigsten Jahrhunderts passiert ist, hat sich beim ersten Jahrhundertjahrgang des einundzwanzigsten nicht wiederholt. Zum Glück. Denn was ein großer Wein ist, kann und will der Rudl nicht beurteilen. Aber dass er ohne irgendein Bedenken eine Flasche Spiegel 2021 neben den Steinleithn 2021 auf den Küchentisch von Pierre Overnoy gestellt hat, verschweigt er nicht. Josef Mantler jun. bezeichnet 2021 als ersten Jahrhundertjahrgang.

  • 2020 Grüner Veltliner Steinleithn, Geyerhof, Oberfucha, Kremstal – rechtes Donauufer (6,50/10)
  • 2019 Grüner Veltliner Steinleithn, Geyerhof, Oberfucha, Kremstal – rechtes Donauufer (6,50/10)

DONNERSTAG, 15. Jänner von 17 bis 21 Uhr

Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils

Reindorfgasse 22

Am 27. Jänner 1945 sind die Überlebenden aus dem Konzentrationslager Auschwitz befreit worden. Was spricht dagegen, den 27. Jänner deshalb endlich zu einem gesamteuropäischen Feiertag zu erklären? Nichts!

Per Spiegel ad Steinleithn!

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Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22, 1150 Wien

Weinsélection à la Radlgepäcksträger! … und ein möglicher Neujahrsvorsatz, Donnerstag, 8. Jänner, 17 bis 21 Uhr

Die Weinauswahl ist Programm.

Nein, Citoyen Rudolf Polifka möchte Sie, geneigte Oenologin, gewogener Oenologe, nicht gleich am Beginn des neuen Jahres mit Vorsätzen zu dem animieren, was der Herr Kurt in der vierten Zeile von Da Joker gestisch als Reaktion unguter Zeitgenossinnen und Zeitgenossen auf seinen Namen andeutet. Sehr wohl aber hat er das Bedürfnis, am Jahresanfang programmatisch ein paar Pflöcke einzuschlagen, wie man sagt, und diese Ausrichtung durch ein Forschungsthema oenologisch zu manifestieren, Neujahrsansprache im Glas, präziser ausgedrückt: aus dem Glas heraus.

Der Hut brennt.

Wenn man will, kann man es seit den Fünfzigerjahren wissen. Und auch wenn man das nicht will, kann man es zumindest seit den Neunzigerjahren nicht mehr ignorieren. Die NS-Doktrin des „Mochma-liawa-vü!“ (© A.K.) hat uns in die Sackgasse manövriert und auch vor dem Weinbau nicht Halt gemacht. Aber auch dort ist den Helleren bereits in den Fünfzigern gedämmert, dass Intensivierung und Industrialisierung nicht nur grauslig schmecken, sondern auch die Lebensgrundlagen zerstören. Einer dieser Helleren war Prof. Jules Chauvet, Mitglied der Résistance, Biochemiker, Weinhändler und Weinbauer im Beaujolais. Was dieser Wissenschaftler in den Jahren zwischen 1949 und 1989 erforscht und publiziert hat, gehört zum Scharfsinnigsten, womit der Rudl im wahrsten Sinn des Wortes das Vergnügen gehabt hat. Auch Pierre Overnoy hat bereits vor fünfzig Jahres festgestellt, dass die Industrialisierung des Weinbaus zwar ein Gros der fehlerhaften Weine, mit diesen aber auch die veritablen Kunstwerke in der Flasche eliminiert hat, und mehr oder weniger zwangsläufig die Bekanntschaft mit Jules Chauvet gemacht. Als Rudolf Polifka ziemlich exact im Jahr 1992 begonnen hat, sich für Biowein zu interessieren, hat er von Professor Chauvet natürlich noch nichts gewusst. Dieser war drei Jahre zuvor gestorben. Aber der Rudl hätte ohne das extraordinaire Werk von Jules Chauvet ziemlich sicher nicht beginnen können, sich so für Biowein zu interessieren, wie er es getan hat. So schaut’s aus, um noch einmal Herrn Kurt zu strapazieren.

Naturwein. Eine Ambivalenz

Und auch das, was in den letzten Jahren im Zuge der Naturweinbewegung das Licht der Welt erblickt hat, wäre ohne Jules Chauvet nicht möglich gewesen. Impulse von Professor Chauvet aufgenommen zu haben, ist eines der ewigen Verdienste dieser Bewegung. Allerdings beschleicht den Rudl immer wieder einmal der Verdacht, dass bunte Hemden, Tattoos und auch eine gewisse Selbstgerechtigkeit gegenüber der Akribie, Ausdauer und Unbestechlichkeit von Professor Chauvet die Oberhand gewonnen haben. Wenn Marketing, Zeitgeist und Ideologie dominieren, bleibt das Niveau bald einmal auf der Strecke. Industriewein und Naturwein sind dann nur mehr zwei Seiten ein und derselben unerfreulichen Medaille. Übrig bleiben die ernsthaften, qualitätsorientierten und sauber arbeitenden Weinbäuerinnen und Weinbauern, weil Präzision, Vielschichtigkeit und Genialität wenig instagramabel sind als Lautstärke, Grellheit und Lifestyle.

Dann ist da noch das leidige Thema um den Verzicht auf Zugabe von Schwefeldioxid, gewiss nicht unbedeutend, wenn es um die Entfaltung der Natur im Glas geht, aber auch kein alleinseligmachender Weg zu genialem Wein.

Und wenn sich die Naturweinszene jedes halbe Jahr oder so mit dem Aeroplan deplaciert, um sich in der nächsten mondänen Metropole ein Stelldichein zu geben, dann erlaubt sich der Rudl schon die Frage nach der Vereinbarkeit von Mobilitätsverhalten und Naturweinanspruch. Für sich selber hat er diese Frage beantwortet und glänzt auf derlei Veranstaltung durch konsequente und überzeugte Abwesenheit. Die vielversprechenden Weinen finden trotzdem ihren Weg zum Rudl, nicht zuletzt dank Professor Chauvet.

Sélection par vélo

Die Weinhandlung Rudolf Polifka et fils ist sehr klein. Darum hat ihr der Rudl von Beginn an eine strenge Selektion des Sortiments verschrieben: Bioweine von den Bergetappen der Tour de France und Bioweine aus Österreich. Aufgrund des völlig unvorhersehbar über das Schulsystem hereingebrochenen Personalnotstandes ist es dem Rudl schon seit einem Zeitl nur mehr einmal in der Woche möglich aufsperren. Außerdem haben viele österreichische Weinbäuerinnen und Weinbauern einen Onlineshop eingerichtet. Damit kann und will der Rudl nicht konkurrieren. Und drittens erweisen sich die Weinbauregion Savoyen und die Appellation Irouléguy seit der Eröffnung der Weinhandlung Rudolf Polifka et fils als überaus dynamisch (kein kausaler Zusammenhang!), drei Gründe, warum das Angebot vom Rudl über die letzten Jahre noch selektiver geworden ist.

Wenn Caviste Rudolf Polifka jetzt auch noch das öffentliche Verkehrsmittel als Selektionskriterium heranzieht und von oenologischen Lehrausgängen sechs Flaschen von dem Wein, der ihm am allerbesten geschmeckt hat, in seinen Armen oder am Radlgepäcksträger in das Sortiment seines Geschäfts transportiert – Auslese per öffentliches Verkehrsmittel quasi -, dann nicht, weil er so naiv ist zu glauben, dass er sämtliche Weintransporte solcherart abwickeln könnte, und auch nicht weil er dem Handel die alleinige Verantwortung für mobilitätsbedingte Klimaschädigung zuschieben möchte. Diese müssen wir uns schon alle teilen, wenn substanziell etwas weitergehen soll. Dabei gibt der Rudl zu bedenken, dass ein Bereich bei der Frage nach Klimaschutz bis jetzt auffällig unterbelichtet geblieben ist: das Investment. Rudolf Polifka erinnert sich, dass ihm vor ziemlich genau zwanzig Jahren ein penetranter Finanzberater seiner Bank Osteuropafonds aufdrängen wollte. Der Rudl hat das damals schon als menschenrechtlich und ökologisch verantwortungslos abgelehnt. Und er möchte diese Erinnerung dazu nützen, Sie, geneigte Oenologin, gewogener Oenologe, zu einer gewissenhaften Überprüfung der Klimaverträglichkeit Ihrer Investments zu ermuntern. Der Rudl hält so etwas für einen äußerst sinnvollen Vorsatz für das neue Jahr. Denn die skrupellosesten Welt- und Menschenzerstörer verstehen keine Sprache so gut wie die des Geldes.

mit der Nordbahn transportiert:

  • 2024 Welschriesling, Weingut Roland Minkowitsch, Mannersdorf an der March, südöstliches Weinviertel. Nordbahn (2,50/4)
  • 2024 Grüner Veltliner Rochus, Weingut Roland Minkowitsch, Mannersdorf an der March, südliches Weinviertel (3/5)

Zwei- bis dreimal im Jahr treibt sich der Rudl zum Zwecke oenologischer Studien am Rochusberg herum. Die bizarre Erhebung am südöstlichsten Weingarten des Weinviertels, mit Blick auf die Kleinen Karpaten ist einer der Lieblingsorte vom Rudl. Dass dort heute einer der besten Traminer des Landes gemacht wird, hat mittlerweile Tradition. Der Rudl findet, dass auch Grüner Veltliner, Welschriesling und Riesling äußerst gelungene Vertreter der alten Schule dieser Rebsorte sind.

mit der Ostbahn transportiert:

  • MMXX Königlicher Wein, Josef Umathum, Viel mehr darf man bei diesem Wein ja nicht angeben. Eines schon: „Ostbahn lebt“ (4,50/7)

Ob Sie das Auspflanzen einer Rebsorte an einem Ort, wo diese Rebsorte seit allerweil gewachsen ist, heute aber für einen Wein mit Jahrgangs- und Ortsbezeichnung nicht mehr genehmigt ist, als Tradition, Innovation oder als beides betrachten, überlässt der Rudl Ihnen. Dass ein Winzer, der so etwas macht, ein Segen ist für ein Land ist, darf Rudolf Polifka als verifiziert voraussetzen.

mit der Südbahn transportiert:

  • 2023 Zierfandler, Friedrich Kuczera, Gumpoldskirchen, Südbahn (2,50/4)

Gumpoldskirchner Wein hat einen guten Namen. Weine mit einem guten Namen verkaufen sich oft relativ einfach. Und Weine, die sich einfach verkaufen, müssen nicht immer den höchsten geschmacklichen Ansprüchen gerecht werden. Dass es in Gumpoldskirchen heute trotzdem wieder ein paar wirklich gute Weine gibt, wird nicht nur auf die Pionierarbeit von Herrn Fritz zurückzuführen sein. In Anbetracht der Tatsache, dass zwei dieser mehr als nur guten Winzer Weingärten von Friedrich Kuczera übernommen haben, wird man seinen Einfluss aber auch nicht ganz von der Hand weisen können, im Keller nicht und im Weingarten noch viel weniger.

Beschaffung mit der Westbahn und der Franz-Josefs-Bahn:

  • 2023 Grüner Veltliner Steinleithn, Geyerhof, Oberfucha, Kremstal (6/9)
  • 2019 Grüner Veltliner Große Reserve, Geyerhof, Oberfucha, Kremstal, Franz-Josephs-Bahn und Westbahn (7/11)

Im Fall der vielen vom Rudl überaus geschätzten Weine vom Geyerhof hat sich dieser geschäftlich auf den Grünen Veltliner Steinleithn beschränkt. Aber dann gibt es abgesehen von aller Strenge wieder Weine, an denen Caviste Rudolf Polifka einfach nicht vorbei kann. Selektion der besten Trauben aller Lagen, fünfeinhalb Jahre im großen Holz ausgebaut, zwölfeinhalb Percent Alkohol, mit Radl und auf den Gleisen der Westbahn von den ÖBB (nicht vom dings) transportiert, Hinfahrt mit der Franz-Josefs-Bahn.

mit der Tramway transportiert:

  • 2023 Wiener G‘mischter Satz Obere Schos, Peter Uhler, Wien XIX (5/8)

DONNERSTAG, 8. Jänner von 17 bis 21 Uhr

Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils

Reindorfgasse 22

Im Übrigen ist der Rudl auch im neuen Jahr der Meinung, dass der 27. Jänner, der Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Konzentrationslager Auschwitz, zu einem gesamteuropäischen Feiertag erklärt werden muss.

Vélo-oenologisch grüßt Rudolf Polifka!

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Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22, 1150 Wien

Frohe Weihnachten & einen guten Rutsch!

Caviste Rudolf Polifka bedankt sich herzlich, wünscht frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!

nächster Öffnungstag: Donnerstag, 8. Jänner von 17 bis 21 Uhr

Im Übrigen bleibt der Rudl auch 2026 der Meinung, dass der 27. Jänner, der Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Konzentrationslager Auschwitz, zu einem gesamteuropäischen Feiertag erklärt werden muss.

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Weinhandlung Rudolf Polifka et fils, Reindorfgasse 22, 1150 Wien

Goldener Sonntag, 21. Dezember von 15 bis 18 Uhr: Vin jaune, Schaumwein & Marestel – Bergamote de Nancy

Bergamote de Nancy

Quadratisch, fein säuerlich, transparent, goldfarben, parfumiert ausschließlich mit dem ätherischen Öl der Bergamotte.

… und Wein gibt es auch:

  • 2023 Giac‘ Bulles, Domaine Giachino, Chapareillan, Vin de France (4,50/7) – Pétillant naturel
  • 2021 Crémant de Savoie « Chant de Flocons », Domaine H, Torméry, AOC Crémant de Savoie (5/8)
  • 2020 Crémant de Savoie « Don Giachino », Domaine Giachino, Chapareillan, AOC Crémant de Savoie (5/8) – Méthode traditionelle
  • nv Perles d’Aimavigne, Domaine Dupasquier, Aimavigne, AOC Vin de Savoie (4/6)
  • 2019 Les Perles du Mont Blanc brut zéro, Dominique Belluard – Domaine du Gringet, Ayse, AOC Vin de Savoie (6,50/10)
  • Krimsekt aus der Zeit vor dem russischen Überfall (2,50/4)
  • 2020 Marestel, Domaine Dupasquier, Aimavigne, AOC Roussette de Savoie (5/8) Keksebegleiter if ever there was one
  • 2021 Irouléguy rouge Tradition, Domaine Arretxea, AOC Irouléguy, Sud Ouest (4,50/7)
  • 2016 Vin jaune, Domaine Pignier, Montaigu, AOC Côtes du Jura (12/18)

Goldener Sonntag, 21. Dezember von 15 bis 18 Uhr

Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils

Reindorfgasse 22

Im Übrigen ist der Rudl der Meinung, dass der 27. Jänner, der Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Konzentrationslager Auschwitz, zu einem gesamteuropäischen Feiertag erklärt werden muss.

Aux Cerveaux, les Menschen, die guten Willens sind!

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Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22, 1150 Wien

Schaumwein, Stillwein & Zuckerl, DONNERSTAG, 18. Dezember von 17 bis 21 Uhr

Bergamote de Nancy

Quadratisch, fein säuerlich, transparent, goldfarben, parfumiert ausschließlich mit dem ätherischen Öl der Bergamotte.

Zucker, Glucosesirup, ätherisches Öl der Bergamotte, 150 Grad, ein Kupferkessel zum Erhitzen und Marmorplatten zum Abkühlen der Masse – sonst nix. Es handelt sich um die einzige Confiserieware Frankreichs mit Appellationsstatus.

… und Wein gibt es auch:

  • 2023 Giac‘ Bulles, Domaine Giachino, Chapareillan, Vin de France (4,50/7) – Pétillant naturel
  • 2021 Crémant de Savoie « Chant de Flocons », Domaine H, Torméry, AOC Crémant de Savoie (5/8)
  • 2020 Crémant de Savoie « Don Giachino », Domaine Giachino, Chapareillan, AOC Crémant de Savoie (5/8) – Méthode traditionelle
  • nv Perles d’Aimavigne, Domaine Dupasquier, Aimavigne, AOC Vin de Savoie (4/6)
  • 2019 Les Perles du Mont Blanc brut zéro, Dominique Belluard – Domaine du Gringet, Ayse, AOC Vin de Savoie (6,50/10)
  • Krimsekt aus der Zeit vor dem russischen Überfall (2,50/4)

Weißburgunder „Kalk und Schiefer“, Weingut Jalits, Badersdorf, Eisenberg – Csaterberg (5/8)

  • 2021 Irouléguy rouge Tradition, Domaine Arretxea, AOC Irouléguy, Sud Ouest (4,50/7)

Donnerstag, 18. Dezember von 17 bis 21 Uhr

Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils

Reindorfgasse 22

Im Übrigen ist der Rudl der Meinung, dass der 27. Jänner, der Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Konzentrationslager Auschwitz, zu einem gesamteuropäischen Feiertag erklärt werden muss.

Aux Cerveaux, les Citoyens!

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Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22, 1150 Wien

Heute, Silberner Sonntag, 14. Dezember von 15 bis 18 Uhr: Quartz und Schiste von 2008 bis 2023, andere Weine und Bergamote de Nancy

Anders als ursprünglich angekündigt wird es zumindest am Beginn des Silbernen Sonntags in der Weinhandlung Rudolf Polifka et fils noch die vollständige Serie Schiste und Quartz vom letzten Donnerstag glasweise geben. Sollte es im Lauf des Nachmittags dann zu Engpässen kommen, wird der Rudl andere Weine einwechseln:

  • 2023 Schiste, Domaine des Ardoisières, Cevins, IGP Vin des Allobroges (8,50/13)
  • 2023 Chignin-Bergeron « Echalas », Domaine H, Tormery, AOC Vin de Savoie (6,50/10)
  • 2018 Schiste, Domaine des Ardoisières, Cevins, IGP Vin des Allobroges (9/14)
  • 2018 Quartz, Domaine des Ardoisières, Cevins, IGP Vin des Allobroges (12/18)
  • 2015 Schiste, Domaine des Ardoisières, Cevins, IGP Vin des Allobroges (10/15)
  • 2015 Quartz, Domaine des Ardoisières, Cevins, IGP Vin des Allobroges (13/20)
  • 2008 Schiste, Domaine des Ardoisières, Cevins, IGP Vin des Allobroges (12/18)
  • 2008 Quartz, Domaine des Ardoisières, Cevins, IGP Vin des Allobroges (14/21)

Ersatzbank :

  • 2023 Silice Blanc, Maison des Ardoisières, Fréterive, Vin de France (4,50/7)
  • 2020 Jacquère, Domaine Dupasquier, Aimavigne, AOC Vin de Savoie (3/5)
  • 2021 Irouléguy rouge Tradition, Domaine Arretxea, AOC Irouléguy, Sud Ouest (4,50/7)

Neu

Der Rudl ist in einem Alter, wo er keine Süßigkeiten braucht. Fast keine. Es gibt ein Zuckerl, das der Rudl seit 2006 gesucht, aber nirgends gefunden hat. Und jetzt ist es sogar im Sortiment:

Bergamote de Nancy. Der Rudl hat eine Freude.

Im Übrigen ist der Rudl der Meinung, dass der 27. Jänner, der Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Konzentrationslager Auschwitz, zu einem gesamteuropäischen Feiertag erklärt werden muss.

Caviste Rudolf Polifka grüßt Glanz und Demut!

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Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22, 1150 Wien

Reifeverhalten von Quartz und Schiste (Domaine des Ardoisières) über einen Zeitraum von 15 Jahren: 2008 bis 2023. DONNERSTAG, 11. Dezember von 17 bis 21 Uhr

Es ist jetzt schon ein Zeitl, dass sich Caviste Rudolf Polifka mit dem Gedanken an eine Vertikale des teuersten Weins aus seinem Sortiment trägt. Die Umsetzung dieser Idee hat der Rudl jetzt erfolgreich drei Jahre vor sich hergeschoben. Bei der Frage, was erkenntnistheoretisch der Wert so eines Unterfangens sein könnte, überzeugt das klassische Ziel einer Vertikale nur bedingt. Zur Erkenntnis, dass nicht jeder Jahrgang gleich schmeckt, kann man wahrscheinlich auch über den Vergleich verschiedener Jahrgänge eines einfacheren Weins gelangen. Eine solche lässt sich mehr oder weniger prägnant mit jedem nicht industriell gemachten Wein gewinnen. Was den Rudl im Zusammenhang mit Quartz und Schiste viel mehr interessiert und wonach er auch immer wieder gefragt wird, ist der Unterschied zwischen beiden Weinen. Dazu erfahren Sie, geneigte Oenologin, gewogener Oenologe, im Folgenden technisch-analytische und historische Daten. Die empirische Vollendung kredenzt Monsieur Rudolf kommende Woche in der Weinhandlung Rudolf Polifka et fils.

Technische Daten: Schiste

Wie Quartz wächst auch Schiste auf den Terrassen des Weinbergs von Cevins. Der war seit den Fünfzigerjahren zunehmend verwaldet, bis Michel Grisard die Idee zur Rekultivierung gehabt hat. Auf einer Hangneigung von bis zu sechzig Percent schauen diese Reben in Richtung Süd-Osten. Der karge Boden besteht aus Schiefer. Jaquère zu vierzig Percent, Roussanne zu dreißig, Pinot gris zu zwanzig und Mondeuse blanche zu zehn beträgt die Gewichtung der Rebsorten. Stockkultur mit dreißig Hektolitern am Hektar, wenn es gut geht, was in den letzten Jahren eher die Ausnahme gewesen ist. Anders als die Weinstöcke, die etwas weiter isèreabwärts savoyardischen Appellationsstatus genießen, scheint das Terroir in Cevins geologisch zwar begünstigt, extremen Wettereignissen gegenüber jedoch massiver ausgesetzt zu sein.

Technische Daten: Quartz

Dasselbe Terroir, lediglich wenige Jahre ältere Rebstöcke, weil Michel Grisard 1998 die ersten zwanzig Ar des neu gerodeten Terrains zuerst einmal mit Altesse bepflanzt hat. Geringfügig heißere Ausrichtung der Terrassen nach Süd-Südost, Stockkultur auf Schieferboden und ein noch geringerer Ertrag (zwanzig Hektoliter am Hektar)

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Abgesehen von den Rebsorten, sechs zusätzlichen Monaten Ausbau und der Tatsache, dass die Altesse-Stöcke eine Spur mehr nach Süden schauen, sind an diesen Daten für den Rudl keine Unterschiede zwischen Schiste und Quartz auszumachen. Freilich können auf diesem Niveau auch noch andere Faktoren, die der Rudl nicht kennt, eine Rolle spielen. In der Jugend erscheinen dem Rudl die Unterschiede zwischen diesen beiden Weinen alles andere als kolossal zu sein. Was den Rudl interessiert ist das Reifungsverhalten der beiden Weine.

Weinberg von Cevins. Eine Stundenwiederholung

Der Weinberg von Cevins wurde in den Fünfzigerjahren von Bauern an den Wald übergeben und war bald darauf kein Weinberg mehr. Er wäre ziemlich sicher auch ein Wald geblieben, wenn sich im April 1997 nicht der Bürgermeister von Cevins und ein paar Verantwortliche der Vereinigung Vivre en Tarentaise mit dem damals noch belächelten Biodynamiepionier Michel Grisard zusammengesetzt hätten. Michel Grisard wird man ohne große Übertreibung als den Pierre Overnoy von Savoyen bezeichnen können. Wenige Monate später sind zwanzig Ar Altesse ausgepflanzt worden. Ende desselben Jahres haben die Grundbesitzer dem Wald die rote Karte gezeigt und Anfang 1999 ist es dann richtig losgegangen. Zuerst haben Sie die Wurzeln entfernt, dann den Weinberg terrassiert. Im Oktober 2002 hat Michel Grisard zweiundzwanzig Hektoliter vom Weinberg in Cevins vinifiziert. Viel würde der Rudl dafür geben, diesen Wein einmal kosten zu dürfen. Ein 2005er Schiste ist bis jetzt das Älteste, was er von diesen damals extrem jungen Reben getrunken hat. Und das war alles andere als unbeeindruckend.

Davor, 2003, haben einander Michel Grisard und Brice Omont getroffen. Letzterer kommt von einem Getreidebauern aus der Champagne und wollte ursprünglich besondere Biere brauen. Aber das hat sich dann alles ganz anders ergeben. Zum Glück!

  • 2023 Schiste, Domaine des Ardoisières, Cevins, IGP Vin des Allobroges (8,50/13)
  • 2023 Chignin-Bergeron « Echalas », Domaine H, Tormery, AOC Vin de Savoie (6,50/10)

ein nicht-maskierter Pirat in dieser Serien, wenn Sie, geneigte Oenologin, gewogener Oenologe, so wollen; reinsorte Roussanne und somit zu einem knappen Drittel rebsortentechnisch deckungsgleich mit Schiste – auch der Jahrgang passt, aber ein anderes Weingut, auch ein anderer Boden, nämlich Kalkgeröll, aber wiederum ein Weinbauer mit Ambition und somit oenologisch doch nicht ganz unverwandt mit Michel Grisard

2018 Schiste, Domaine des Ardoisières, Cevins, IGP Vin des Allobroges (9/14)

  • 2018 Quartz, Domaine des Ardoisières, Cevins, IGP Vin des Allobroges (12/18)
  • 2015 Schiste, Domaine des Ardoisières, Cevins, IGP Vin des Allobroges (10/15)
  • 2015 Quartz, Domaine des Ardoisières, Cevins, IGP Vin des Allobroges (13/20)
  • 2008 Schiste, Domaine des Ardoisières, Cevins, IGP Vin des Allobroges (12/18)
  • 2008 Quartz, Domaine des Ardoisières, Cevins, IGP Vin des Allobroges (14/21)

MITTWOCH, 11. Dezember von 17 bis 21 Uhr

Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils

Reindorfgasse 22

Im Übrigen ist der Rudl der Meinung, dass der 27. Jänner, der Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Konzentrationslager Auschwitz, zu einem gesamteuropäischen Feiertag erklärt werden muss.

Zeitgeistfrei und nicht-artifiziell grüßt Rudolf Polifka Intelligenz. Aux cerveaux, les citoyens!

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Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22, 1150 Wien

Wehret dem Krampus! Weine von Dominique Belluard, Andreas Tscheppe, Karl Schnabel, Sepp Muster, Maxime Magnon und Peio Espil – ganz ohne zugesetztes SO2,  ausnahmsweise noch einmal MITTWOCH, 3. Dezember von 17 bis 21 Uhr

Fragen und keine Antworten

Als Schulmeister entkommt dem Rudl immer wieder die Behauptung, es gebe keine dummen Fragen. Natürlich stimmt das nicht. „Sind Sie für oder gegen Schwefel?“ wäre eine solche, eine saudumme noch dazu. Schwefel entsteht unter anderem im Zuge der Gärung, zum Glück. Andernfalls könnte man vergorenen Traubensaft vermutlich nur unter Aufbietung eines Übermaßes an Überwindung trinken. Viele Winzerinnen und Winzer, noch viel mehr jedoch Weinindustrielle helfen noch ein bisschen nach und fügen dem Wein in den unterschiedlichsten Stadien, nicht selten bereits den Trauben, Schwefel bei, manche sogar sehr oft und viel. Auch da wird ein Übermaß an Überwindung … und Kopfwehtabletten nicht schaden.

Ambivalenzen

Wein ist eine ambivalente Angelegenheit. Das können Sie, geneigte Oenologin, gewogener Oenologe, im Kapitel 9 des Buches Genesis nachlesen. Das ist dreitausend Jahre alt. Und niemand Geringerer als Noah selbst erlebt dort, wie schnell der Wein vom Ausdruck höchster menschlicher Zivilisation zum Mittel des würdelosen Verlustes einer solchen werden kann. Viel von dieser Ambivalenz spiegelt sich in auch Teilaspekten von Wein wider, in der Frage nach dem Schwefel beispielsweise.

Der Rudl hat überhaupt kein Problem mit einem Schwefelzusatz, der sich darauf beschränkt, unerwünschte Devianzen zu verhindern. Mehr braucht er aber nicht. Selbstverständlich sind ihm Weine ganz ohne Schwefelzusatz genauso recht. Den Schwefel als Ideologie braucht er so wenig dringend wie den Verzicht auf denselben als Ideologie.

Prof. Jules Chauvet

Wissenschaftler, Winzer und Weinbauer – Wein ohne Schwefelzusatz wäre ohne seine Studien heute schwer denkbar. In den fünfziger Jahren hat er an der Universität Lyon und in seinem Weingut in La-Chapelle-de Guinchay im Beaujolais dazu bahnbrechend gearbeitet.

  • 2016 Pur Jus, Dominique Belluard, Ayse, AOC Vin de Savoie (7/11)
  • 2023 Muskateller vom Opok, Maria und Sepp Muster, Schlossberg, Südsteiermark (6/9)
  • 2023 Segelfalter, Elisabeth und Andreas Tscheppe, Glanz an der Weinstraße, Südsteiermark (8/12)
  • 2019 Cuvée Rose, Maxime Magnon, Durban-les-Corbières, AOC Corbières (9/14)

Maxime Magnon war Schüler von Marcel Lapierre und Marcel Lapierre war Schüler von Jules Chauvet. Darum ist Maxime Magnon einer der allerersten Winzer im Sortiment der Weinhandlung Rudolf Polifka et fils, wenn es um Weine ohne Schwefelzusatz geht. Der Rudl hat trotzdem beim Weinbauern nachgefragt, welche seiner drei Weine im Sortiment vom Rudl ganz ohne Schwefelzusatz geblieben sind. Campagnès 2021 hat Caviste Rudolf Polifka gerade glasweise offeriert, darum kommende Woche Cuvée Rose, kein Rosé, sondern benannt nach Maximes Tochter, Cinsault und Grenache noir.

  • 2017 Irouléguy Rouge sans sulfites ajoutés, Domaine Ilarria, AOC Irouléguy, Sud Ouest (6,50/10)

Für den Rudl ist das ein Musterbeispiel an schwefelsparender Oenologie. Peio Espil macht diesen Wein, ohne ihn zu schwefeln.

  • 2018 Urgestein, Eva und Karl Schnabel, Sausal, Südsteiermark (4,50/7)

MITTWOCH, 3. Dezember von 17 bis 21 Uhr

Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils

Reindorfgasse 22

Im Übrigen ist der Rudl der Meinung, dass der 27. Jänner, der Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Konzentrationslager Auschwitz, zu einem gesamteuropäischen Feiertag erklärt werden muss.

Rudolf Polifka grüßt den Niglo … und den Krampus auch ein bissl!

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Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22, 1150 Wien

Rebsorten, die es in Österreich nicht gibt. Donnerstag, 27. November von 17 bis 21 Uhr

Sprachliche Treffsicherheit

Geneigte Oenologin, gewogener Oenologe, Sie haben natürlich sofort bemerkt, dass diese Überschrift kein Musterbeispiel sprachlicher Treffsicherheit darstellt. Vielleicht könnte sie lauten: „Rebsorten, von denen der Rudl in Österreich noch keinen Rebstock gefunden oder von solchen noch nichts vernommen hätte“ – etwas sperrig, zugegeben, aber näher an den nicht-alternativen Fakten.

Rebsorten

… spielen in Österreich eine große Rolle. Darum werden sie in weinaffinen Kreisen meist auch positiv oder negativ besetzt. So gilt der Grüne Veltliner etwa als regelrechtes Identitätssymbol, Welschriesling hingegen eher als Synonym für Schlichtheit und Belanglosigkeit. Das hat zur Folge, dass es für Weinbäuerinnen und Weinbauern oft schwierig ist, durch eine Änderung in der Arbeitsweise, eine andere Wahrnehmung ihrer Weine herbeizuführen. Welschriesling bleibt halt für viele Welschriesling. Was engagierte Winzerinnen und Winzer damit machen, gärt oft unter dem Radar.

Für den Rudl ein regelrechtes Mysterium stellt die Anerkennung von Rebsorten in Österreich dar. Nehmen Sie beispielsweise Syrah. Es gibt Weinmeister, die folgen der Maxime „Mochma liawa vü!“ (A.K.) und haben eine Freude mit Syrah. Es gibt Weinmeister mit Weingärten an der Côte-Rôtie, in Saint Joseph oder Hermitage. Die haben auch eine Freude. Bei vielen anderen hingegen hat sich das Auspflanzen von Syrah nicht als zukunftsträchtige Idee erwiesen. Darum gibt es gar nicht so wenig Winzerinnen und Winzer, etwa im Languedoc, die jetzt rückgängig machen, was ihre Väter in guter Absicht an Reformen im Weingarten durchgeführt haben. Sie reißen Syrah wieder heraus und pflanzen Carignan, Terret oder andere alte Rebsorten, die der Affenhitze dort unten besser gewachsen sind als der vormalige Wunderwuzzi Syrah. In Österreich hat man Syrah auch als Rebsorte für Qualitätswein anerkannt, Hárslevelü nicht.

Es gibt natürlich Rebsorten, die in Österreich in keinem Weingarten oder äußerstenfalls in Versuchsanlagen stehen. Zumindest wüsste Caviste Rudolf Polifka nichts davon. In Anbetracht der Dimensionen Österreichs sind das naheliegenderweise ziemlich viele. Die wenigstens davon kennt der Rudl, ein paar schon. Und denen widmet er das Forschungsprogramm der kommenden Woche.    

  • 2024 Ribolla gialla, Marco Sara, Povoletto, Friuli Colli Orientali (5/8)

Über diese Rebsorte wundert sich der Rudl. Gar nicht weit weg von der Steiermark ist sie autochthon und fast ein bissl dominant. Sie hat sogar einen eingedeutschten Namen: „Gelber Ribolla“. In Österreich spielt sie aber überhaupt keine Rolle. Es soll sich bei ihr um ein Relikt des Imperium Romanum gehandelt haben. Dass dieses oenologisch ganz weit vorne war, hat sich sogar zur Volksfront von Judäa durchgesprochen.

  • 2018 Muscadet Cru Gorges, Domaine Michel Brégeon, Gorges, AOC Muscadet, Loire (6/9)

Was geschieht, wenn man nur auf Masse für den Export setzt, kann man im Muscadet studieren. Und wie schwer es ist, vom Image des „Mochma liawa vü!“ wieder wegzukommen, kann Ihnen André Michel Brégeon erzählen. Melon de Bourgogne stammt aus Burgund, spielt dort aber keine Rolle mehr. Am Unterlauf der Loire ist sie dafür Platzhirsch.

  • 2018 Père Joseph, Giulio Moriondo, Quart, Aostatal, Italien (10/16)

Stundenwiederholung. Petit Rouge à baie blanche. Diese Rebsorte hat Giulio Moriondo auf einem seiner unermüdlichen Streifzüge durch alte Weingärten identifiziert. Den Weingarten, in dem er ihn aufgespürt hat, gibt es wie viele andere alte Weingärten im Aostatal nicht mehr. Giulio Moriondo hat diesen Wein nach seinem Lehrer Pater Joseph Vaudan (1925-2008) benannt. Vaudan gilt als Personifizierung der oenologischen Beziehungen zwischen Schweizer Wallis und dem Aostatal, sowie als Initiator der Wiedergeburt des Weinbaus im Aostatal in den fünfziger Jahren. Père Joseph ist am 26. September 2018 bei voller Reife streng selektiv gelesen worden. Sehr sanfte Pressung, ähnlich vorsichtig die Schwefelung, fünf Gramm pro Hektoliter. Dann hat der Wein spontan zu gären begonnen. Aber das macht sowieso jeder nicht pasteurisierte und nicht von Schwefel erstickte Traubensaft. Zweimal ist Père Joseph umgezogen worden, das erste Mal nach der Gärung, das zweite Mal am 8. Dezember 2021 beim Abfüllen in die Flascherln. Keine Klärung, kein Filter und auch keine Stabilisierung. Mehr Goldreflexe als Grünreflexe – im Aostatal ist es heiß. Intensität, Blumenwiese, Würze, balsamisch und ein Batzen Steinigkeit. Giulio Moriondo empfiehlt Père Joseph genauso zu Fisch in Saucen wie zu reifem Käse. Dem Rudl seine Lieblingsweinzeitschrift schreibt von „pureté cristallin“ (kristalliner Reinheit).

  • 2023 Silice Blanc, Maison des Ardoisières, Fréterive, Vin de France (4,50/7)

Für Caviste Rudolf Polifka und viele von Ihnen, geneigte Oenologin, gewogener Oenologe, ist Jacquère keine Unbekannte, für das Gros weinaffiner Zeitgenossinen und Zeitgenossen aber schon, für weniger weinaffine sowieso. Aber das ist keine Schande. Selbst in Frankreich muss man als oenologisch halbwegs interessierter Mensch Jacquère nicht kennen. Dafür ist die Rebfläche der Weinbauregion Savoyen viel zu klein. Ungefähr tausend Hektar sind in Frankreich mit Jacquère bestockt. Der Fähigkeit dieser Rebsorte, den Kalkboden in das Glas zu befördern und an ihrer Resistenz gegenüber heißen Sommern tut die Unbekanntheit aber keinen Abbruch.

  • 2020 Altesse, Domaine Dupasquier, Aimavigne, AOC Roussette de Savoie (4/6)

Von der Verbreitung her ist Altesse noch um ein Eck rarer als Jacquère, gute 300 Hektar. Ob sie den Herausforderungen der Klimakrise im selben Ausmaß gewachsen ist wie Jacquère, bezweifelt der Rudl, hofft es aber. Denn Altesse, Petit Manseng und Chenin blanc sind vielleicht so etwas wie „Lieblingsrebsorten“ von Caviste Rudolf Polifka, sofern dieser Terminus einen Sinn hat.

  • 2021 Mondeuse « mattäi », Côteaux des Girondales, Villaz, Vin de France (5/8)

Wie Altesse gehört Mondeuse zur Rebsortenfamlie der Sérines. Darüber hat Weinschulmeister Rudolf Polifka im März 2024 ausführlicher doziert. Autochthone Savoyardin, möglicherweise bereits Plinius dem Älteren als „Allobrogicae“ bekannt. 300 Hektar und Weine, die wirklich ein Pfefferl haben, ein ganz ordentliches sogar. Wenig Alkohol, umso mehr Tannin.

  • 2022 Mine de Rien, Les Deplaude de Tartaras, Tartaras, IGP Collines Rhôdaniennes (5/8)

Mornen noir ist seinerzeit sowohl an der Rhône als auch an der Loire gewachsen. Heute wächst sie fast gar nicht mehr. Wenig Alkohol, Cassis, Hollerbeeren, Schlehe.

  • 2021 Campagnès, Maxime Magnon, AOC Corbières, Durban-les-Corbières, Languedoc (7/11)

Reinsortige Carignan von Maxime Magnon aus den Corbières

Donnerstag, 27. November von 17 bis 21 Uhr

Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils

Reindorfgasse 22

Im Übrigen ist der Rudl der Meinung, dass der 27. Jänner, der Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Konzentrationslager Auschwitz, zu einem gesamteuropäischen Feiertag erklärt werden muss.

Rudolf Polifka grüßt Autochthone gerade so wie weniger und nicht Autochthone! Gut müssen sie sein, die Rebsorten und die Menschen.

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