Vertikalen von Dagueneau und Kuczera, auch am Silbernen Sonntag, 17.12. offen

Blanc Fumé de Pouilly, Domaine Didier Dagueneau, Saint Andelain, AOC Blanc Fumé de Pouilly, Centre Loire

 

Der Einstiegswein in das Sortiment der Domaine Didier Dagueneau. Kreidiger und rauchiger Sauvignon mit Zitrusaroma, … soweit die Weinbeschreibung des Weingutes selbst. Austerität in der Jugend, Raffinesse und Persistenz, die ihresgleichen länger suchen, mit entsprechender Reife. Benannt ist der Wein nach der ursprünglichen Bezeichnung für die Appellation, die alle anderen heute Pouilly Fumé heißen.

 

Musik

 

Die Noten auf dem Etikett sind die Komposition eines Freundes von Didier Dagueneau. Es handelt sich dabei um ein Thema von Georges Brassens und die Interpretation des Komponisten.

 

In gewisser Weise macht die Domaine Didier Dagueneau all das, was Monsieur Rudolf am Zugang zu Wein so mag:

Biodynamische Arbeitsweise, ohne Zertifizierung. Qualitäts-, Präzisions- und Sauberkeitsbesessenheit, die man als das akkurate Gegenstück zu vielem, was Modewellen heute so vorbei treiben, verstehen kann.

 

Didier Dagueneau

 

Über die Person des Meisters kann Ihnen der Rudl bedauerlicherweise nur das erzählen, was er gelesen hat. Darum beschränkt sich der Rudl hier auf die Begriffe Parzellenspezifizierung, Detailverliebtheit und Nonkonformismus. Der Weg des geringsten Widerstandes war nicht seiner. Auf halbem Weg stehen geblieben ist er auch nicht.

Didier Dagueneau hat nicht mehr gelebt, als der Rudl zum ersten Mal auf sein Weingut gekommen ist. Den Weinen des Jahrgangs 2007 ist der Rudl damals mit großer Ehrfurcht gegenüber gestanden. Die waren noch vom Meister selber vinifiziert worden. Beeindruckt war der Rudl damals aber auch vom Keller. In einem Operationssaal wird es nicht viel reiner zugehen. Und wenn der Rudl hier „reiner“ schreibt, dann meint er nicht „ordentlicher“ oder „zusammengeräumter“, er meint „reiner“. Monsieur Rudolf ist Reinheitsfetischist. Für ihn kann etwas nach außen ruhig schlampig und unzusammengeräumt ausschauen, aber rein muss es sein.

Modernste Kellertechnik kombiniert mit äußerst altmodischer Weingartenarbeit, so wird der Zugang von Dagueneau gerne beschrieben. Seit Didier Dagueneau 1982 begonnen hat, ist Sauvignon Blanc nicht mehr dasselbe, die Appellation sowieso nicht.

Heute führen die Kinder Didiers das Weingut mit zumindest demselben Ausmaß an Mut, Passion und Präzision. Viele waren es nicht, die ihnen das 2008 zugetraut haben.

 

Sauvignon Blanc

 

Eine Aufzählung der Eigenschaften, die Sauvignon Blanc immer wieder zugeschrieben werden, erspart Ihnen Caviste Rudolf ebenso. Die Weine Dagueneaus schmecken wie typische Sauvignons, aber ganz anders.

Ziegenkäse ist dem Rudl das Stichwort für den Hinweis, dass es immer noch ausdrücklich erwünscht ist, wenn Sie sich die Weinbegleitung in Form fester Nahrung selber in die Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils mitbringen. Ein Weingarten der Domaine Dagueneau am Mont Damné in Sancerre schaut direkt auf die Herkunft des Crottin de Chavignol, eines ziemlich berühmten Ziegenkäses, hinunter.

 

Zierfandler, Friedrich Kuczera, AOC Gumpoeds

 

Es gibt drei, vier teurere Weine, die der Rudl sammelt. Die Sauvignons von Enzo Pontoni (Miani) gehören dazu, der von Edmond Vatan auch, Quartz und Schiste von Brice Omont (Domaine des Ardoisières), die geologischen Cuvées der Riouspeyrous (Arretxea), Dagueneau.

Und es gibt ein paar gar nicht teure Weine, die der Rudl sammelt. Pinot Gris von Umathum, Sauvignon vom Opok (Muster), Dankbarkeit weiß, Grüner Veltliner Steinleithn vom Geyerhof und Zierfandler von Monsieur Kuczera.

Der hat kommendes Wochenende den siebten, achten und letzten Tag in diesem Jahr ausgesteckt. Der Rudl schenkt jeweils eine Flasche vom Zierfandler 2013, 2014, sofern der Rudl den doch noch findet, 2015 und 2016 aus.

 

Siberner Sonntag

 

Am kommenden Sonntag dürfen Sie die dritte Kerze am Adventkranz anzünden. Liturgisch betrachtet ist das der Sonntag Gaudete!, kaufmännisch war es bis zur Einführung der langen Einkaufsadventsamstage in den Sechziger Jahren der Silberne Sonntag. An dem waren seinerzeit Geschäfte offen. Dafür war am Samstagnachmittag auch im Advent eine Ruh‘. Als Ausdruck seiner hoffnungslosen Unzeitgemäßheit sperrt Herr Rudolf heute noch am Silbernen Sonntag (14 bis 18 Uhr) sein Kaufgeschäft auf. Am Samstag ist dafür eine Ruhe. Da hockt der Rudl fast schon traditionellerweise im Heurigen und pfeift auf alle Shoppingkompetenzzentren, deren dazugehörige Kreisverkehre und am meisten auf die Geschmacksbefreiten, die derlei genehmigt haben und immer noch genehmigen.

 

  • Zierfandler 2016, Friedrich Kuczera, Bergwein, Gumpoldskirchen (2,50/4)
  • Zierfandler 2015, Friedrich Kuczera, Bergwein, Gumpoldskirchen (2,50/4)
  • Zierfandler 2014, Friedrich Kuczera, Bergwein, Gumpoldskirchen (2,50/4) – Flaschenauffindung vorausgesetzt
  • Zierfandler 2013, Friedrich Kuczera, Bergwein, Gumpoldskirchen (3/5)
  • Blanc Fumé de Pouilly 2013, Domaine Didier Dagueneau, par Louis-Benjamin Dagueneau, Saint Andelain, Centre Loire (10/16)
  • Blanc Fumé de Pouilly 2012, Domaine Didier Dagueneau, par Louis-Benjamin Dagueneau, Saint Andelain, Centre Loire (10/16)
  • Blanc Fumé de Pouilly 2009, Domaine Didier Dagueneau, par Louis-Benjamin Dagueneau, Saint Andelain, Centre Loire (11/17)
  • Blanc Fumé de Pouilly 2008, Domaine Didier Dagueneau, par Louis-Benjamin Dagueneau, Saint Andelain, Centre Loire (11/17)
  • Blanc Fumé de Pouilly 2007, Domaine Didier Dagueneau, Saint Andelain, Centre Loire (12/18)(in Klammern die Preise für das Sechzehntel und das Achtel)

    Selbstverständlich nicht ausschließlich diese Weine kredenzt Monsieur Rudolf

    am Mittwoch, den 13. Dezember und am Freitag, den 15. Dezember

    von 16 bis 22 Uhr,

    sowie am Silbernen Sonntag, den 17. Dezember von 14 bis 18 Uhr

    in der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22

     

 

Suppe mit Sinn

 

Diese Woche noch einmal Schottsuppe, am Silbernen Sonntag Glühisabellawein

 

Vorschau auf den 20. und 22. Dezember

CO2 und Restzucker

 

Im Übrigen ist Rudolf Polifka der Meinung, dass man den 27. Jänner, den Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Vernichtungslager Auschwitz zu einem europäischen Feiertag erklären sollte!

 

Monsieur Rudolf grüßt die Freude!

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