„So war der Silberne Sonntag“

…wird am Montag, den 16. Dezember, eine kostenlose Fachzeitschrift titeln. Aber dann wird der erste von zwei Sonntagen im Zeichen des Edelmetalls in der „Weinhandlung Rudolf Polifka“ bereits stattgefunden haben.

Morgen von 14 bis 18 Uhr öffnet Rudolf Polifka also seinen Kaufmannsladen, so wie er das schon letztes Jahr gemacht hat und so wie das früher einmal in vielen Geschäften der Brauch war. In der Folge „Stille Nacht“ aus der Serie „Ein echter Wiener geht nicht unter“ ist dem Goldenen Sonntag sogar ein literarisches Monument gesetzt. Nach etwa sieben Minuten beendet Edmund Sackbauer eine Auseinandersetzung mit seinem Sohn, im Verlauf derer er seine verwandtschaftlichen Beziehungen zu den Schwiegereltern seines Sohnes als nicht enger als jene zu Doktor Idi Amin Dada, dem selbst ernannten Lord of All the Beasts of the Earth and Fishes of the Seas and Conqueror of the British Empire in Africa in General and Uganda in Particular, klassifiziert und sodann seinen Sohn ein „Rauschkind“, das am Heiligen Abend im Waldmüllerpark sitzen und die Spatzen angurren möge, geheißen hat, mit dem Hinweis, dass man jetzt die Eintracht am Mittagsstisch verlassen müsse, weil ja „Goldener Sonntag“ sei.

Für alle, die noch ein Geschenk der vergorenen Art suchen, steht Rudolf Polifka am dritten und vierten Adventsonntag mit Rat und Flasche parat. Dasselbe gilt für jene, die den Tag der Herrin respektive des Herren mit einem gepflegten Achtel adeln möchten. Die Karte wird in Anbetracht der eingeschränkten Trinkzeit reduziert sein, die Etiketten der dargebotenen Weine bekannter und prestigeträchtiger als sonst.

Schon vor einiger Zeit scheinen ja die Unterrichtsagenden in der Republik Österreich Frau Dichand übertragen worden zu sein. Und möglicherweise hat man jetzt großkoalitionär folgerichtig das Wissenschaftsressort den Geschwistern Fellner anvertraut. Damit sind bedauerlicherweise das Forschen und mit diesem die Formeln außer Kraft gesetzt. Gäste, die sich darüber ärgern oder denen der Kopf vom Schütteln inzwischen weh tut, werden von Herrn Rudolf am Silbernen und am Goldenen Sonntag zu einem Trostachtel eingeladen, Freundinnen und Freunde der Wertfreiheit auf expliziten Wunsch auch zu einem wertfreien (Danke Peter G.!).

Ceterum censeo: Vom gleichnamigen Edelmetall, das wie die meisten Edelmetalle in unserer Unterhaltungselektronik unter nicht einmal fragwürdigen Bedingungen abgebaut wird, distanziert sich der Rudl am Silbernen Sonntag selbstredend.

Möge es Weihnachten werden in den Herzen – und an Tagen wie diesen vielleicht noch dringender – in den Hirnen …

… wünscht Ihnen, Euch und sich selber Rudolf Polifka!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

zwei × vier =