Via Brünnerstrassler ins Muscadet. Ein Hoch auf den Nonkonformismus … und ein Tief auf die Deregulierung!

Wos weida geht

 

Vor ein paar Tagen war es. Da hat der Rudl mit dem Herrn K gesprochen. Um das Weinviertel ist es gegangen. Und darum, dass dort zu wenig weiter geht, oder das Falsche weiter geht, wie man es halt nimmt. Es fällt dem Rudl schwer, da zu widersprechen. Und das tut dem Rudl leid, denn das Weinviertel gehört seit ziemlich auf den Tag genau fünfundzwanzig Jahren zu den Lieblingsweinbaugebieten vom Rudl. Das hat vor allem mit der Vielfalt von Landschaften, Dörfern und Steinen dort zu tun. Schade findet es Herr Rudolf, dass sich diese Vielfalt nicht noch mehr in einer Vielfalt an Weinstilen abbildet. Auf alle Fälle hat sich der Polifka Fils vor einem viertel Jahrhundert in den Kopf gesetzt, von der Wachau aus in der Nähe der Staatsgrenze im Uhrzeigersinn entlang ins Burgenland zu kutschieren. Dabei ist er in Poysdorf über einen Poysdorfer Saurüssel 1979 gestolpert. Das sollte nicht nur sein Zugang zum Weinviertel, sondern auch der zu reifen Weinen gewesen sein.

 

Poysdorfer Saurüssel

 

Vielleicht repräsentiert der Saurüssel ein bissl die Ambivalenz Weinviertler Weine. An und für sich ist Saurüssel, gelegentlich auch „Saurüsseln“ genannt, eine Riede im Osten von Poysdorf. Die hat dem Poysdorfer Saurüssel, einem Wein der niederösterreichischen Winzergenossenschaft mit Sitz in der Simmeringer Hauptstraße den Namen gegeben. Die Trauben dafür sind damals schon nicht ausschließlich in der Riede Saurüssel gewachsen, bald auch nicht mehr in und um Poysdorf und nach der mittlerweile wieder gewendeten Wende auch bald nicht mehr nur in Cismarchanien. Ein Hoch auf die Deregulierung!

Der Stil des Weins hat sich im Lauf der Zeit auch verändert. Ursprünglich ist der Saurüssel nicht einmal immer ganz trocken gewesen. Der Neunundsiebziger ist vom Rudl 1993 getrunken worden und hat ihn damals außerordentlich begeistert. Von der leeren Flasche hat er sich bis heute nicht trennen können. Die hat als leere Flasche sieben Mal übersiedeln dürfen, was für eine leere Flasche wahrscheinlich gar nicht einmal so übel ist.

Zugegebenermaßen ist der Gaumen vom Rudl damals in oenologischer Hinsicht am Beginn seiner Ausbildung gestanden ist.

Weniger gereifte Exemplare des Poysdorfer Saurüssel sind damals vom Rudl und seinen Forschungskolleginnen und Forschungskollegen zu besseren Anlässen konsumiert worden. Ähnliches hat für den Dürnsteiner Katzensprung gegolten. Zu alltäglicheren Gelegenheiten musste Wein aus größeren Gebinden herhalten.

Irgendwann wurde der Poysdorfer Saurüssel dann immer mehr irgendwie und bald darauf gar nicht mehr.

2010 haben Poysdorfer Winzer den Namen gekauft und die Marke wiederbelebt. Darüber hat sich der Rudlbub anfangs gefreut. Etwas später hat er das neue Etikett gesehen und von einer „Legende“ gelesen. Damit assoziiert Monsieur Rudolf günstigstenfalls das Ende eines Beines. Noch ein bissl später hat er die ersten Saurüssel getrunken.

 

Theologie

 

Von seiner Hacken weiß der Rudolf, dass beim Sprechen und Schreiben über das Transzendente jedwede Trefflichkeit durch eine noch größere Unzutrefflichkeit relativiert wird. Und ein bissl etwas Transzendentes ist der Wein schon, zumindest insofern als er aus einer Wandlung resultiert. Vielleicht schreien manche Aussagen und Urteile über Wein deswegen förmlich nach Relativierung. Das mit der definitiven Sicheinbildmacherei scheint dem Rudl ja sowieso nicht Ausdruck allerhöchster Zivilisation zu sein. Heute haben wir vierzig Magapixel beim Bildermachen und hundertprozentige Durchfallquoten bei Schreibdiagnosetests. Den Bilderstreit hat der Westen gewonnen, die Alphabetisierung ganz sicher nicht.

Direkt widersprechen kann und will Caviste Rudolf der  Arbeitshypothese über das Nichtsweitergehen im Weinviertel zwar nicht, ein paar Flaschln vor den oenologischen Vorhang zerren und dadurch das Nichtsweitergehen relativieren aber schon.

 

Brinnaschdrassla

 

Ein Chef unter den Weinbaugebieten Österreichs scheint das Weinviertel nie gewesen zu sein. In seiner ewigen Wiener Dialektversion des Neuen Testaments übersetzt Wolfgang Teuschl den zu früh kredenzten minderwertigen Wein mit dem Dialektwort für Weinviertler Wein, den zu spät aufgefahrenen edlen mit dem für Weine aus der Thermenregion. Der Rudl ist darauf schon einmal eingegangen.

Der altgriechische Kirchenwirt von Kana wundert sich, dass der aus Wasser gewonnene, später kredenzte Wein, der bessere Wein, der oῖνον ἓωϛ, sei als der zuvor aufgefahrene minder schmackhafte. Er selber, der Wirt, ziehe es vor, zuerst den hochwertigen Wein auszuschenken, mit dem Zweitwein hingegen zuzuwarten, bis das Urteilsvermögen der Gäste aufgrund erhöhten Grades an Alkoholisierung gemindert sei.

 

Sprachnotstand

 

Der altgriechische Text ist schon eine Verfremdung der gschertn Worte des Galliläers in eine Gelehrtensprache. Letzterer hat bekanntlich Aramäisch gesprochen, einen zu seiner Zeit nicht sonderlich prestigeträchtigen Dialekt. Alles andere wäre erstens mit Fischern, Handwerkern und Bauern vermutlich nicht sehr zielführend, zweitens ihm selber ziemlich sicher auch gar nicht möglich gewesen. Bei der Einheizmatura hätte der Häuslbauer aus Nazareth ziemlich sicher keinen Auftrag gehabt. Da wäre er nicht nur am fehlenden Wissen über die Mindest- und Höchstwörterzahl einer Meinungsrede gescheitert, sondern auch an ein paar anderen Formalismen. Abgesehen davon kann man seinen Worten von damals eine gewissen Bedeutung und Wirkung aber nicht absprechen.

Den gespreizten altgriechischen Text haben sie dann in die deutsche Einheitsübersetzung verbannt. An Anschaulichkeit hat er dadurch nicht gewonnen.

Wolfgang Teuschl ist es zu danken, diese Texte wieder einer Jesus angemessenen Sprachvariante zugeführt zu haben. Kurt Sowinetz und Willi Resetarits haben daraus Sprechkunstwerke gemacht.

 

Klimakatastrophe

 

Dem Brünnerstrassler hat man viel Säure nachgesagt. Das mag auch mit hohen Erträgen zu tun gehabt haben. Heute scheint der für Weinviertler Weine nachteilige Vergleich mit jenen von der Südbahn dem Rudl schwer nachvollziehbar, obwohl eine derart spät reifende Rebsorte wie Zierfandler sich in Anbetracht der Herausforderungen, vor die die Klimakatastrophe Weinbauern stellt, als sehr kooperativ erweist. Alle Weinbaumeister dürften dieses Entgegenkommen des Zierfandlers aber nicht entsprechend würdigen. Da lobt sich der Rudl Kulturweinwinzer wie Friedrich Kuczera aus Gumpoeds- und Johann Stadlmann aus Traiskirchen.

 

Ein Blick auf die urgeologische Karte

 

Abgesehen von Eisen und Vulkanen gibt es im Weinviertel fast nichts, was es nicht gibt. Es überwiegt Löss. Aber die kalkigen Reste des Urmeeres sind gar nicht so wenige. Im Nordwesten schaut schon das Urgestein aus der Böhmischen Masse herein.

 

Weingut Roland Minkowitsch, Mannersdorf an der March, Südliches Weinviertel

 

Nonkonformismus gehört wahrscheinlich nicht zu den Kernqualitäten, die man einem Staatssekretär im Innenministerium und zweiten Nationalratspräsidenten zuschreiben würde. Aber Roland Minkowitsch sen. hat zu einer Zeit Gewürztraminer und Rheinriesling in Mannersdorf an der March ausgepflanzt, als dort noch Brauner Veltliner angesagt gewesen ist. Leichter hat er sich das Leben dadurch in Mannersdorf an der March nicht gemacht. „Biachlbauer“ hat man ihn geheißen. Als Kompliment ist das nicht gemeint gewesen. Aber dafür ist etwas weiter gegangen. Roland Minkowitsch jun. ist den Weg seines Vaters weiter gegangen und hat seinerseits 2014 den Betrieb an seinen Neffen Martin übergeben, bleibt am Weingut präsent. Zum Glück. Die alte Baumpresse auch. Auch zum Glück. Zu noch mehr Glück steht sie nicht nur zu Dekorationszwecken herum. Alle Weine werden noch mit ihr gepresst.

 

Josef Salomon, Falkenstein, Veltliner Land

 

Josef Salomon hat Ende der Siebziger Jahre begonnen, das damals noch von seinem Vater Heinrich geführte Weingut nach biologischen Richtlinien zu führen, auch das kein Weg des geringsten Widerstandes. Besonders bemerkenswert erscheint dem Rudl, dass Senior Heinrich Salomon, ein wirklicher Doyen des Weinviertler Weinbaus, den Weg des Sohnes unterstützt hat.

Als bezeichnend für Josef Salomon mag man sehen, dass er das in den letzten zwanzig Jahren ökonomisch vermutlich erfolgreichste Projekt des Weinviertler Weins, den DAC, boykottiert. Ein Wein kann zum Zeitpunkt der DAC-Präsentation noch nicht fertig sein. Josef Salomon ist nicht gerade das, was man ein „Redhaus“ nennt. Diesen einen Satz wiederholt er sogar.

Kalk, was im Weinviertel zwar alles andere als die Regel, aber auch wieder nicht so selten ist.

 

Josef Zens, Mailberg

 

In den allerersten Weinbüchern, die sich der Rudl gekauft hat, ist das Weingut Josef Zens quasi Stammgast. Das war zu Zeiten von Josef Zens sen. Heute kommt es da und dort vor, aber nicht mehr so regelmäßig und nicht mehr so prominent. Möglicherweise verrät das mehr über die Weinbücher als über das Weingut. Josef Zens jun. ist nicht der Mensch, der Trends hinterher hüpft. Der hat nicht viel geändert. Das schmeckt man den Weinen an.

 

Weingut Rudolf Fidesser, Platt, Retzer Land

 

Den kleinen Ort Platt hat der Rudl über einen Biowinzer kennengelernt. Aber das ist damals nicht das Weingut Fidesser gewesen. Über ein Heftl des Ernteverbandes ist Student Rudolf seinerzeit auf einen Nebenerwerbswinzer namens Erwin Binder gestoßen. Hauptberuflich war der Religionslehrer, wohn- und weinhaft in Platt. Der Rudl hat sogar noch ein paar Flaschen Grünen Veltliner von Herrn Binder. Bedauerlicherweise sind sie mit einem Presskork verschlossen. Erfreulicherweise gibt es das Phänomen, dass ein Bioweinbauer in einem Ort selten allein bleibt. Akribisch auf Qualität bedachte Winzer sind Rudolf Fidesser und seine Söhne sowieso gewesen. Wenn Sie Glück haben, können Sie das bei der Weintour Weinviertel überprüfen. Da macht Norbert Fidesser ganz gern ein paar ältere Weine auf. Inzwischen ist das Weingut demeterzertifiziert.

 

Leo Uibel, Ziersdorf, Retzer Land (ganz am Rand)

 

Es hat nicht zu den ganz großen Jugendträumen von Leopold Uibel gehört, Weinviertler Wein zu machen. Darum ist er zuerst einmal weg von zuhause. Irgendwann hat es ihn dann doch gereizt, im Weinviertel Wein zu machen. Aber anders. Auch Herr Leo vertikalisiert zur Weintour ganz gerne, was der Rudl noch jedes Mal impressionant gefunden hat.

Auch am Ziersdorfer Köhlberg wieder viel Kalk vom Urmeer. Und auch sonst ist Leo Uibel beim Weinmachen nicht das, was man einen Hudler nennt.

 

André Michel Brégeon, Muscadet, Loire

 

In gewisser Weise vergleicht Caviste Rudolf das Muscadet gerne mit dem Weinviertel. Beide sind relativ groß. Beide haben ihre Weine relativ leicht zu niedrigen Preisen abgesetzt, jene des einen als Grundweine für Industriesekte, die des anderen als Austernbegleitung.

Es scheint Umstände zu geben, die sich auf die Qualität von Wein förderlicher auswirken als leichter Absatz.

Darum haben Weinviertel und Muscadet auch eine nicht nur gute Nachrede als Gemeinsamkeit.

Das wiederum hat da wie dort ein paar Querköpfe auf den Plan gerufen, die der Meinung sind, dass mehr gehen muss. Und diese Querköpfe bleiben den Wahrheitsbeweis nicht schuldig. Im Muscadet hat André Michel Brégeon mit einer Hand voll Unbeirrbarer, die sich von behördlichen Neinsagern nicht so schnell irritieren lassen, durchgesetzt, dass ein paar Gemeinden mit besonderen geologischen Voraussetzungen den Cru-Status zugesprochen bekommen.

Der Cru „Gorges“ wächst auf vulkanischem Gabbro und wird bei Blindverkostungen gerne in anderen Weinbaugebieten lokalisiert.

Mit dem Jahrgang 2011 hat Monsieur Brégeon sein Weingut an Fred Lailler übergeben. Aber auch Herr Brégeon bleibt am Weingut präsent.

Tailler puis façonner / Choyer puis vendanger / Presser puis déguster / Douter puis partager: / Être passionné …

Das steht auf den Flaschen der Domaine Michel Brégeon, und es bedeutet ungefähr:

Zurückschneiden, dann formen / verhätscheln, dann ernten / pressen, dann kosten / zweifeln, dann teilen: / begeistert sein …

 

•     Gemischter Satz 2016, Josef Salomon, Falkenstein, Veltliner Land (2,50/4)

•     Grüner Veltliner Retzer Stein 2015, Weingut Rudolf Fidesser, Platt, Retzer Land (3/5)

•     Rheinriesling de vite 2016, Weingut Roland Minkowitsch, Mannersdorf, Südliches Weinviertel (3/5)

•     Grüner Veltliner Katzensprung 2015, Leo Uibel, Ziersdorf, Retzer Land (4/6)

•     Grüner Mann Selektion Extrem 2015, Weingut Seymann, Karlsdorf, Pulkautal (4/6)

•     Berglagen 2016, H&R Fidesser, Retz (5/8)

•     Gewürztraminer 2006, Josef Salomon, Falkenstein, Veltliner Land (4,50/7)

•     Gewürztraminer Reserve 2005, Josef Zens, Mailberg (4/6)

•     Poysdorfer Saurüssel 2010, Weingut Haimer, Poysdorf, Veltliner Land (2/3)

•     Welschriesling 1991, Josef Poiss, Poysdorf, Veltliner Land (Diesen Wein hat der Rudl fast gleichzeitig mit dem Saurüssel 1979 entdeckt.)

•     Muscadet Cru Gorges 2013, Domaine Michel Brégeon, Gorges, Loire (5/8)

(in Klammern die Preise für das Sechzehntel und das Achtel)

 

… selbstverständlich nicht ausschließlich diese Weine, sondern beispielsweise auch noch Teile der allerletzten Cotarsauvignonvertikale gibt es glasweise

 

am Mittwoch, den 3. und am Freitag, den 5. Oktober

von 16 bis 22 Uhr

in der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22

 

Vorschau auf 10. und 12. Oktober

Ostbahn lebt.

 

Im Übrigen ist Rudolf Polifka der Meinung, dass man den 27. Jänner, den Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Vernichtungslager Auschwitz zu einem europäischen Feiertag erklären sollte!

 

Herr Rudolf grüßt durch die Simmeringer Hauptstraße hinein über Stammersdorf bis hinauf nach Brünn!

 

Schicken Sie ein entsprechendes E-Mail, wenn Sie keine Nachrichten der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils bekommen möchten.

 

Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22, 1150 Wien

Öffnungszeiten: Mittwoch und Freitag, 16 bis 22 Uhr, an Schultagen

kostenlose und CO2-minimierte  Zustellung innerhalb von Wien ab einem Bestellwert von 57 Euro

Von Weinen, die es nicht gibt, von Weinen, die es nicht mehr gibt, und von Weinen. Eine Sauvignon-Vertikale von Branko Čotar als keine Antwort auf die Frage nach dem Sinn

Es gibt Weine.

Und es gibt Weine, die es nicht mehr gibt. Was es nicht gibt, sind Weine, die es nicht gibt, wobei da auch Arbeitshypothesen, die in eine andere Richtung gehen, in Umlauf sind, etwa dahingehend, dass es keinen guten Blauen Portugieser, keinen guten Chasselas oder keinen guten Wachauer vom rechten Donauufer gibt. Herr Rudolf steht solchen Ansichten mit der Gelassenheit eines stoischen Bootsverleihers gegenüber, aber er verspürt dabei die Herausforderung zur Falsifizierung.

Weine, die es nicht mehr gibt

Bei den Weinen, die es nicht mehr gibt, schaut es anders aus. Bei manchen davon tut es dem Rudl leid, dass es sie nicht mehr gibt, beim Riesling Hackelsberg von Josef Umathum zum Beispiel, beim Urknall Sekt von Rudolf Beilschmidt aus Rust und ganz besonders bei den Weinen von Jacques Maillet. Das Gegenstück zu diesen sind zum einen Weine, deren Nichtmehrproduziertwerden Monsieur Rudolf zumindest verkraftet, wenn nicht begrüßt. Zum anderen sind es Weine, die es gibt, deren Produktion Caviste Rudolf aber nicht unbedingt von sich aus offensiv einfordern würde. Numerisch dürften letztere in der Überzahl sein, aber auch das hat nicht nur Nachteile.

Virtual Reality

Manchmal fragt sich der Rudl, ob es nicht gscheiter wäre, Weine nicht auszuschenken, Weine, die es gibt, nicht auszuschenken. So etwas könnte er sich durchaus als seinen Beitrag zur virtuellen Realität vlg. Digitalisierung vorstellen. Und irgendein geschäftstüchtiger Schlaumeier aus dem Silicon Valley programmiert dann eine App dazu, wo man über das Mobiltelefon schlecken und dabei den Geschmack von einem solchen nicht ausgeschenkten Wein wahrnehmen kann. Für etwas Avanciertere tröpfelt der Wein aus dem Dreidädrucker. Und im Handumdrehen könnte das fünfhundert Nachrennern gefallen, ohne dass irgendwo ein Weinglas fotografiert und hochgeladen werden müsste. Und das ewige Dilemma der Semiotik, die Diskrepanz zwischen Bezeichnendem und Bezeichnetem wäre fast überwunden. Wahrscheinlich sollte man über so etwas keine Witze machen, denn ziemlich sicher sitzt längst einer im Silicon Valley und ist knapp vor der Entäußerung.

So oder so, vor drastischen Schritten hat Herr Rudolf Scheu, wenn nicht sogar ein bissl Angst. Und vor dem Entwederoder auch. Darum hat er sich zu einem Kompromiss entschlossen.

Weine, die es nicht mehr gibt

Herr Rudolf wird diese Woche Weine, die es nicht mehr gibt, schon ausschenken.

Sauvignon von Vasja und Branko Čotar

Über Branko Čotar muss der Rudl nicht mehr viel schreiben. Über die eisenhältigen Karstböden rund um Gorjansko auch nicht. Und dass Monsieur Branko beim Weinausbauen nicht hudelt, das erkennt man an den Jahreszahlen auf den Flaschen, die gerade im Verkauf sind.

Über den Sauvignon von Čotar ist vorrangig zu erwähnen, dass es den nicht mehr gibt, nicht weil er gerade ausverkauft wäre. Branko Čotar scheint ihn nicht mehr zu machen. Im Internetz, wie es der Herr Kurt nennt, steht der Sauvignon zwar noch drinnen, aber vor Ort war er die letzten Jahre nicht zu haben. Augenzeugen haben dem Rudl berichtet, dass Branko Čotar den Sauvignon mirnixdirnix ausgerissen habe. Er beschränke sich zumindest in oranger Hinsicht seit 2011 auf autochthone Rebsorten. Das findet Caviste Rudolf grundsätzlich in Ordnung, in dem Fall genaugenommen aber nicht. Zu gut schmeckt ihm der Sauvignon von Čotar. Aber bitte, wenn Herr Branko anders will, nutzt des goa nix. Und es ist ja nicht so, dass das, was er anstatt des Sauvignons machen würde, ungenießbar wäre. Ganz im Gegenteil.

Diese Woche kredenzt der Rudl seine erste und letzte Sauvignon Vertikale von Čotar. Vom Sechser und vom Elfer ist über die Vertikale hinaus jeweils noch eine Flasche zum Kauf verfügbar. Und das war es dann, zumindest mit dem Sauvignon von Čotar beim Rudl.

  • Sauvignon 2002, Branko und Vasja Čotar, Komen, Kras, Slowenien (6,50/10)
  • Sauvignon 2003, Branko und Vasja Čotar, Komen, Kras, Slowenien (6,50/10)
  • Sauvignon 2004, Branko und Vasja Čotar, Komen, Kras, Slowenien (6,50/10)
  • Sauvignon 2005, Branko und Vasja Čotar, Komen, Kras, Slowenien (6/9)
  • Sauvignon 2006, Branko und Vasja Čotar, Komen, Kras, Slowenien (6/9)
  • Sauvignon 2011, Branko und Vasja Čotar, Komen, Kras, Slowenien (6/9)

sowie zum nichtmazerierten Vergleich von einem ähnlich kompromisslosen Weinmeister, aber auf Schiefer, Quarz und Feuerstein

  • Sauvignon Blanc 2011, Josef Umathum, Frauenkirchen, Neusiedler See (4/6)

(in Klammern die Preise für das Sechzehntel und das Achtel)

selbstverständlich nicht ausschließlich diese sieben Weine gibt es glasweise

am Mittwoch, den 26. und am Freitag, den 28. September

von 16 bis 22 Uhr

in der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22

Vorschau auf 3. und 5. Oktober

Riesling de vite Jähe Lissen, beziehungsweise Lange Lissen

vom Weingut Roland Minkowitsch 1979 bis 2016, mit Lücken

Im Übrigen ist Rudolf Polifka der Meinung, dass man den 27. Jänner, den Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Vernichtungslager Auschwitz zu einem europäischen Feiertag erklären sollte!

Weit entfernt von Wischfläche und von Silicon Valley grüßt Sie Herr Rudolf!

Schicken Sie ein entsprechendes E-Mail, wenn Sie keine Nachrichten der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils bekommen möchten.

Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22, 1150 Wien

Öffnungszeiten: Mittwoch und Freitag, 16 bis 22 Uhr, an Schultagen

kostenlose und CO2-minimierte Zustellung innerhalb von Wien ab einem Bestellwert von 57 Euro

Eine Rebsorte wie ein Lied. Zehn Graue Burgunder von Fiksinci über Markt Hartmannsdorf bis Orschwihr (Textumfang: 5 von 5 Sternen, Zornigkeitsgrad: 6 von 5)

Es ist nicht alles relativ. Bei den Liedern nicht!

Es gibt Lieder. Nicht alle sind schön. Es gibt Liebeslieder. Da sind weniger als nicht alle davon schön. Und es gibt schöne Liebeslieder. Da ist, zumindest den Ermittlungen des Rudls zufolge, überhaupt nur eine schönes weder traurig noch zornig.

Oid & grau

singt der Herr Kurt. Hundert Percent kitsch- und schmalzfrei. Wunderschön.

Ruländer vlg. Grauer Burgunder

Der ist relativ alt. Nicht so alt wie Pinot Noir und noch viel weniger alt als Savagnin, aber verglichen mit fast allen anderen Rebsorten ist er alt. Grau ist er genau genommen nicht einmal relativ. Vom Rudl aus rostbraun, rötlich, kupfer-oder grapefruitfruchtfleischfarben, grau sicher nicht. Anders als bei den tausend Weiß-, Rot- und Noirrebsortennamen gibt es beim Grauen Burgunder ein nachvollziehbares Motiv für das namensgebende Farbeigenschaftswort:

Mönche aus Citeaux sollen den Pinot Gris in unsere Breiten gebracht haben. Die haben eine graue Panier getragen, womit verständlich wird, dass diese Rebsorte auch als „Grauer Mönch“ bezeichnet wird. Aber der Pinot Gris selber ist nicht grau, als Beere nicht und als Wein schon gleich gar nicht.

Pinot Gris Bollenberg 2015, Domaine Valentin Zusslin, Orschwihr, Alsace

Vielleicht liegt es am Bollenberg. Der steht ein bissl als Gegenhang zur klassischen elsässischen Vogesenflanke da, mit einer sehr particulären Fauna und Flora. Das hat Monsieur Rudolf gelesen. Den Spaziergang über den Bollenberg hat er postponieren müssen. Hitzebedingt. Da haben Femme und Fils dem Rudl die Gefolgschaft verweigert.

Aber rund um Rouffach gibt es ein paar sogenannte trockene Hügel. In botanischer und zoologischer Hinsicht handelt es sich dabei um Inseln der Biodiversität. Das kann man nachweisen, weil man die Anzahl der unterschiedlichen Viecherln und Kräutln ja zählen kann. Und wenn es irgendwo mehr verschiedene gibt als wo anders, dann ist dort das Ausmaß an Biodiversität halt höher. Am Bollenberg ist das so.

Der Rudl hält es für möglich, dass der Bollenberg auch in oenologischer Hinsicht eine Insel ist. Die Weine von dort, zumindest die von der Domaine Zusslin schmecken ihm extraordinär, und das obwohl die Weinbauregion Elsass bis jetzt keine Anstalten gemacht hat, sich dem Geschmack vom Rudl besonders offensiv anzudienen. Dem Rudl selber ist das ja ein Paradoxon. Zu sehr vielen Weinen aus dem Elsass hat der Rudl bis jetzt keinen Zugang gefunden. Das ist bis jetzt fast alles nicht sein Stil gewesen. Trotzdem erscheinen ihm die Weine von Zusslin als ausgesprochen typisch elsässisch, nur dass sie dem Rudl halt schmecken. Paradox.

Eisen?

Steinmeister Rudolf jun. tendiert schnell einmal dazu, derlei den Steinen in die Schuhe zu schieben, im Falle des Bollenbergs ist zu präzisieren: dem hohen Eisenanteil in den Steinen. Und effektiv, dem Rudl fällt auf die Schnelle kein Weinberg mit hohem Eisengehalt ein, der ihn nicht faszinieren würde: Irouléguy, Eisenberg, der Karst von Meister Branko, Bollenberg und natürlich Le Feu von Dominique Belluard.

Andererseits

vertritt ein begnadeter Weinauktionskommentator, mit dem der Rudl vor ein paar Tagen dischkerieren dürfen hat, die Arbeitshypothese, dass die besonderen Geschmäcker sich via Beerenschalen an den Wein heranmachen. Das würde dann für die Kräutl und Viecherl sprechen. Auszuschließen ist auch nicht, dass beides der Fall ist, und auch nicht, dass ein kausaler Zusammenhang zwischen diesen und dem Eisen im Boden besteht, fast gerade so ähnlich wie bei der Frage vom Kurtl, ob Gold und Silber oder doch eher der guade Schmäh sich förderlich auf die allfällige Gewogenheit einer Dame auswirken.

Aber jetzt wirklich zurück auf den Bollenberg. Grundsätzlich Ton und Kalk mit hohem Eisengehalt, Hematit, bekannt und beliebt auch unter Fe2O3.

Die Ockerfarbtöne zaubern Sekundärmineralstoffe in die Parzellen am Bollenberg. Zeitlich befindet man sich da im Oligozän, vor gut dreiundzwanzig Millionen Jahren, seinerzeit als sich die Alpen aufgefaltet haben.

Vor den analogen Dinosauriern hat sich damals niemand mehr gefürchtet, vor den digitalen noch niemand.

Der Weihrauch und die Digitalisierung

Der Rudl wundert sich gelegentlich über das Fürchtverhalten von Menschen, genauer: Warum fürchtet sich eine oder einer vor etwas und warum hat die- oder derselbe vor etwas anderem keine Angst. Vor den steuerscheuen, datenhausierenden Monstern scheint sich beispielsweise fast niemand zu fürchten. Wenn transnationale Falotten unserem Sozialstaat, unseren Bürgerinnen- und Bürgerrechten oder dem demokratischen Rechtsstaat den Boden entziehen, scheint biedermeierliches Achselzucken die gesellschaftsfähigste Reaktion darauf zu sein. Dem Rudl raubt das die Contenance. Da beten Wichtigtuer aller weltanschaulichen Richtungen mantraartig Litaneien von den Chancen und vom Segen der Digitalisierung. Dass die Digitalisierung beispielsweise im Bildungswesen bis jetzt so gut wie jeden Beweis schuldig geblieben ist, noch nie die Hosen herunter gelassen oder „geliefert“ hat, wie das heute heißt, das macht anscheinend nichts. Da nimmt man lieber hin, dass transnationale Steuerhinterziehung zum sakrosankten Geschäftsmodell erklärt, Kinder der virtuellen Verwahrlosung geopfert und nachweislich friedenssichernde Prozeduren der demokratischen Entscheidungsfindung durch infantile Hetz- und Akklamationsrituale ersetzt werden.

Die genießbaren Früchte der Digitalisierung verstecken sich seit fast zwei Jahrzehnten, so lange etwa gibt es Laptop-Klassen in dieser Stadt, erfolgreicher als der Heilige Gral vor dem Rudl. Mit Schülerinnen und Schülern, die spielsüchtig geworden sind, solchen, die nicht mehr ein und aus gewusst haben, weil sie von virtuellen, anonymen Feiglingen fertig gemacht worden sind und wieder anderen, die mit achtzehn (18!) Jahren ein digitalisiertes Klassenzimmer verlassen, ohne die Hälfte von 75 ausrechnen oder einen Kurier-Artikel verstehend lesen zu können, hat der Rudl schon gesprochen. Analog!

Die meisten der ganz grandiosen Verbesserungen haben bis jetzt ihr Versteck hinter dem Potentialis nicht verlassen, scheinen aber umso hysterischer von den Bildungsexpertinnen und Bildungsexperten beweihräuchert zu werden. Alles alternativlos, weil sich das ja nicht aufhalten lässt. Und alles sakrosankt, mit einem Unfehlbarkeitsanspruch, der nicht einmal im Ersten Vatikanischen Konzil vor hundertfünfzig Jahren mehrheitsfähig gewesen wäre. Etwas frei nach Józef Niewiadomski: Extra digitalitatem nulla salus est, zu hundert Prozent säkularisiert. Und man kann jetzt sogar den Staubsauger oder den Eierkocher zuhause von der Arbeit aus mit dem Handy einschalten. Hashtag, wir bitten dich, erhöre uns! Ein Hoch auf den Ausbruch aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit.

Bei einer für Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer verpflichtenden Fortbildungsveranstaltung hat ein Vortragender auf einen Einwand vom Rudl repliziert, die vom Rudl eingeforderten aufklärerischen Ideale seien auch nicht zeitlos, der Rudl ein Dinosaurier halt. Das ist jetzt auch schon wieder zwölf Jahre her.

Kommt trotzdem ein Zweifel, schweigt man, neigt das Haupt gen Wischfläche und trinkt Kakao oder einen Aperol-Spritzer, aus Angst, als „Modernisierungsverlierer“ dazustehen. Da fürchtet man sich lieber vor Flüchtlingen oder vor der Regierung, je nachdem welcher Weltanschauung man sich zugehörig fühlt.

Weg von den Sauriern und zurück auf den Bollenberg

Lerchen, Rohrspatzen, Wiedehopf, Mauereidechsen, Orchideen, Nelken, wilde Tulpen, Lilien und der Dolden-Milchstern, „dame d‘onze heures“ genannt, und …

Wein, …

Wein, den man nicht gleich trinken muss, weil er andernfalls schlecht würde. Man kann es aber.

Pinot Gris „Vorbourg“ Grand Cru 2013, Pierre Frick, Pfaffenheim, Alsace

Biopionier. Viel mehr muss man zu Pierre Frick nicht schreiben.

Malvoisie 2017, Domaine Xavier Jacqueline, Aix les Bains, AOP Vin de Savoie

In Savoyen gibt es Malvoisie. Das hat Fils Rudolf schon gewusst, als er noch kein Caviste gewesen ist. Dass „Malvoisie“ dort aber kein Synonym für den Frühroten Veltliner, sondern eines für Pinot Gris ist, das hat Monsieur Rudolf erst vor ein paar Monaten von Brice Omont, dem Weinmeister der Domaine des Ardoisières erfahren.

Xavier Jacquelin ist einer der wenigen Winzer in Savoyen, die Malvoisie reinsortig und nicht vordergründig ausbauen. Das war einer der Hauptgründe dafür, dass der Rudl heuer mit seiner Kraxn im Hof der Jacquelins gestanden ist, noch bevor er zum ersten Mal seinen Fuß auf französisches Terroir gesetzt hat.

Pinot Gris 2015, Cru de l’Hôpital, Vully, Murtensee, Schweiz

Biodynamische Erwerbung beim Wachauer Weinfrühling 2017. Da war Cru de l’Hôpital zu Gast am Nikolaihof.

Grauburgunder „Schiefergestein“ 2015, Weingut Schauer, Kitzeck, Südsteiermark

Urgestein ist in geologischer Hinsicht bis jetzt hier unterrepräsentiert. Das geht nicht. Junger wilder Grauburgunder.

Grauburgunder „Sand und Kalk Reserve“ 2016, Herrenhof Lamprecht, Markt Hartmannsdorf, Oststeiermark

Caviste Rudolf ist kein Freund von Wettbewerben. Damit meint er jetzt nicht Fußballmeisterschaften, Radrundfahrten und nicht einmal die Latein-Olympiade.

Aber auf die Ermittlung, wie immer die erfolgt, von „Floridsdorfs next top Armin Assinger“ und „Oberbayerns next Weißbierkönigludwig“ kann Herr Rudolf verzichten.

Seinem unzeitgemäßen Bildungs- und Gesellschaftsideal gemäß müssen Rivalitäten zivilisiert, nicht angeheizt werden. Ähnliches gilt seines Erachtens für Kapitalmärkte und Digitalisierung.

Auf alle Fälle hat Gault Millau den Ausnahmewinzer des Jahres 2018 gewählt. Manchmal trifft es auch den richtigen: Gottfried Lamprecht

Grauburgunder aus einer Kessellage am Buchertberg, rasche Erwärmung am Tag, ebensolche Abkühlung in der Nacht, leichter, kalkhaltiger Sandsteinverwitterungsboden, Opok, großes Holz. Viel weiter kann man dieser Rebsorte nicht entgegenkommen.

Ruländer 2015, Weingut Dieter Dorner, Mureck

Diesen Wein, vor allem jedoch dieses Weingut hat Herr Rudolf im April dieses Jahres relativ ausführlich beschrieben. Er erlaubt sich, einen Teil seiner Ausführungen von damals einfach hier herein zu kopieren.

Dieter Dorner. Der Biowinzer

Das Wohnhaus der Familie Dorner ist eines der geschmackvollsten in Mureck. Die Weingartenhütte hat die Adresse Novi Vrh 4. Dazwischen rinnt der größte Fluss des Lungaus, als Staatsgrenze. Von 1918 bis 1989 konnten dort Menschen wie die Familie Dorner das erfahren, was heute wieder immer mehr verhaltensoriginelle Staatsmänner als probaten Ersatz für Mut und Visionen in der Politik propagieren, Grenzerfahrungen. Grenzerfahrungen, die die Konflikte nicht weniger und Gehässigkeiten und Angst auf beiden Seiten noch nie kleiner gemacht haben.

Nachdem dann in den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges auch noch die Murecker Brücke zerstört worden war, durfte die Mutter von Dieter Dorner mit dem Radl einen Umweg von vierzig Kilometern über Bad Radkersburg strampeln.

1953 regelte dann das Gleichenberger Abkommen wenigstens, dass Betriebsmittel und Ernte mit Grenzübertrittsscheinen zollfrei über die Grenze gebracht werden durften.

Dieter Dorner hat schon sehr früh im Weingarten mitgearbeitet. Und er hat sich schon früh mit spirituellen Grundlagen des Lebens beschäftigt. Dabei hat auch das Verhältnis des Menschen zur Natur eine Rolle gespielt. Die zunehmende Intensivierung und Industrialisierung in der Landwirtschaft hat er vor anderen als Holzweg erkannt und ab 1976 biologisch gearbeitet. Von anfänglichen Misserfolgen hat er sich nicht den Mut nehmen lassen. Zu groß war seine Gewissheit, dass es auch anders gehen muss. Damit ist Dieter Dorner ein Pionier des steirischen Bioweinbaus, am Bild vor seinem Weingartenhaus:

Heute führt Jakob Dorner das Weingut, unterstützt von seinem Bruder Elias und der Mutter Helene, einer praktischen Ärztin, Parallelen zu einem anderen Pionier des biologischen Weinbaus. Kurzatmigen Trends verweigert man sich, dem familiären und kulturellen Erbe bleibt man treu. Das Resultat sind klassisch schöne Bioweine.

Sivi Pinot 2015, Gĵerkeś, Fikšinci bei Prekmurje, Slowenien

Dezent maischevergoren, viel fehlt nicht und man könnte einen Traubenkern von Klöch aus hinüber spucken nach Fikšinci.

Pinot Gris Reserve 2015, Josef Umathum, Frauenkirchen, Neusiedler See

Pinot Gris aus der Lage Hallebühl bei Frauenkirchen, viele Kieselsteine, auch hoher Eisengehalt.

Und dann wäre da pinotgrismäßig natürlich der Wirt und Winzer mit dem weltbesten Musikgeschmack. Der ist mit dem Pinot Gris per Du. Mit dem Wetter bedauerlicherweise nicht immer. Darum kann Ihnen der Rudl momentan keinen trockenen Pinot Gris von Josef Lentsch anbieten, aber

Pinot Gris Spätlese 2009, Josef Lentsch. Dankbarkeit, Neusiedler See

  • Pinot Gris Spätlese 2009, Josef Lentsch. Dankbarkeit, Neusiedler See (3/5)
  • Pinot Gris Reserve 2015, Josef Umathum, Frauenkirchen, Neusiedler See (4/6)
  • Sivi Pinot 2015, Gĵerkeś, Fikšinci bei Prekmurje, Slowenien (3/5)
  • Ruländer 2015, Weingut Dieter Dorner, Mureck (3/5)
  • Grauburgunder „Sand und Kalk Reserve“ 2016, Herrenhof Lamprecht, Markt Hartmannsdorf, Oststeiermark (5/8)
  • Grauburgunder „Schiefergestein“ 2015, Weingut Schauer, Kitzeck, Südsteiermark (3/5)
  • Pinot Gris 2015, Cru de l’Hôpital, Vully, Murtensee, Schweiz (5/8)
  • Malvoisie 2017, Domaine Xavier Jacqueline, Aix les Bains, AOP Vin de Savoie (3/5)
  • Pinot Gris „Vorbourg“ Grand Cru 2013, Pierre Frick, Pfaffenheim, Alsace (4/6)
  • Pinot Gris Bollenberg 2015, Domaine Valentin Zusslin, Orschwihr, Alsace (5/8)

(in Klammern die Preise für das Sechzehntel und das Achtel)

selbstverständlich nicht ausschließlich diese Weine gibt es glasweise

am Mittwoch, den 19. September von 16 bis 22 Uhr

und am Freitag, den 21. September von 16 ausnahmsweise nur bis 21 Uhr

in der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22

Neuigkeiten aus dem Rudl seiner Küche

Dem Rudl sind wieder abgepackte Speisen ein-, respektive aufgefallen:

Bucheckern und Walnüsse – ab sofort in der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils – solange der Vorrat reicht, beziehungsweise nicht vertrocknet

Vorschau auf 26. und 28. September

Does Rudl go digital? Sauvignon Vertikale Čotar

Im Übrigen ist Rudolf Polifka der Meinung, dass man den 27. Jänner, den Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Vernichtungslager Auschwitz zu einem europäischen Feiertag erklären sollte!

Herr Rudolf grüßt analog!

 

 

Sensationelle, neue Weine! Exclusiv für Dich! So trinkt Rudl Frankreich!!!!!!! Mittwoch, 12.9. ausnahmsweise erst ab 19 geöffnet

Zuerst Folgendes

Auf die Eröffnungskonferenz letzten Mittwoch in der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils folgt diesen Mittwoch jene der anderen Bildungseinrichtung, in der Monsieur Rudolf wirkt.

Drum kann der Rudl am Mittwoch, den 12. September erst um 19 Uhr aufsperren. Freude hat er damit keine. Anders möglich ist es aber auch nicht.

Dann Grundlegendes. Wenn Sie Oenologisches lesen möchten, bitte unten bei „Maxime Dancoine. Domaine de l’Aitonnement“ weiterlesen.

Der Rudl-Fils geht davon aus, dass Sie, geneigte Oenologin, gewogener Oenologe, beim Lesen der Betreffzeile gleich gewusst haben werden, wo er gesessen ist, als er diese in die Tastatur seines mobilen Datenkübels geklopft hat. Das ist die Zeit. Die gilt für alle und alles, nur nicht für die Schlagzeilen der ewigen Edelfedern. Wahrscheinlich sind die darum im zeitlosen Präsens, im Infinitiv oder überhaupt gleich prädikatsfrei gehalten.

Probleme und Mysterien I

Dem Dogmatikprofessor Gottfried Bachl verdankt der Rudl den Hinweis, dass mit kaum einem Begriff mehr Schindluder getrieben wird als mit dem Wort „Mysterium“.

Bachl bezieht sich dabei auf eine Unart mancher Theologinnen und Theologen, wenn sie mit ihrem Latein am Ende sind, anstatt nachzudenken oder wenigsten nachzulesen das Nichtverstandene vorschnell als Mysterium zu klassifizieren. Der Rudl fragt sich freilich, ob derlei nicht auch in anderen Disziplinen praktiziert wird, nur dass es dort halt nicht „Mysterium“, sondern „alternativlos“ oder so heißt. Aber bitte.

Ein wirkliches Mysterium bleibt dem Rudl auf alle Fälle. Es vermag sich ihm nicht und nicht zu erschließen, warum viele Menschen für oder gegen bestimmte Dinge auf die Barrikaden, sind es auch nur virtuelle, steigen. Gegen die Zeitumstellung zum Beispiel, gegen Kopftücher oder gegen das Essen in der U-Bahn, wobei es für den Rudl bei letzterem um Grammatik geht.

Das Essen als Nominalisierung eines Vorgangs wird den Rudl nie und nirgends stören. Das Essen als Hauptwort im Sinne mancher Substanzen, die Menschen freiwillig zu sich nehmen, steht auf einem ganz anderen Blatt. Nur ist da dem Rudl der Ort der Zufuhr wurscht. Mag das in der U-Bahn, in einer Plastikgaststätte oder in einem städtischen Kindergarten sein, einen Dreck isst man nicht.

Citoyen Rudolf würde je gerne ein Volksbegehren einleiten. Titel: „Nicht dass gegessen wird, ist das Problem, sondern was gegessen wird.“ … oder irgendwie so. Aber für den Titel eines Volksbegehrens wird das zu lang sein. Und in der Sache hielte sich die Resonanz ziemlich sicher auch in Grenzen.

Das ist freilich bei etlichem, was dem Rudl auf den Zeiger geht, der Fall. Allein in der U-Bahn gäbe es da schon die imbecilen Aktivitäten an mobilen Endgeräten, Getränke aus Dosen, Stehenbleiben beim Türl, das Prinzip Zugluft statt Waschen und vor allem die oben erwähnten Medienprodukte, denen der Kampf anzusagen ist.

Darüber hinaus steht seit dem Auftreten eines Unruhestifters vor zweitausend Jahren bekanntlich fest, dass nicht das, was in einen Menschen hinein gelangt, ihn unrein macht, sondern das, was aus ihm heraus kommt, wobei da ziemlich sicher ein Zusammenhang besteht und Herr Rudolf erst recht wieder bei den Soundexklusivedelfedern ist.

Mysterium II

Noch viel mehr wundert sich Monsieur Rudolf, warum eine politische Bewegung, die sich früher einmal der Bildung und Aufklärung von Minderprivilegierten verschrieben gehabt hat, heute diesen Pofel bereitwillig mit Presseförderung und Inseratengeld durchfüttert.

Die Edelfedern bedanken sich dafür postwendend, indem sie Stimmung für den politischen Gegner machen. Viel mehr Mysterium ist nicht möglich.

Neue Altesses

 

Viel hat Ihnen Caviste Rudolf über die von ihm erforschten Weine jetzt zugegebenermaßen nicht erzählt und es juckert ihn, seine wöchentlichen Beetrachtungen hiermit zu beenden, aber das Altern wirkt sich auf irgendeine Weise mildernd auf die Konsequenz vom Rudl aus. Darum zu …

Maxime Dancoine

Der ist in Roubaix geboren worden, fünfunddreißig Jahre alt und trotzdem im savoyardischen Weinbau kein Unbekannter. Er hat in den letzten fünf Jahren als Angestellter der Landwirtschaftskammer deutlich betagtere Weinbaumeisterinnen und Weinbaumeister beraten. Der Rudl fragt sich, ob es in Österreich möglich wäre, dass ein fünfunddreißigjähriger Biodynamiker aus einem ganz anderen Winkel des Landes irgendwo von einer strengen Kammer (© Querschläger) als Berater angestellt wird.

Irgendwann hat sich dem ziemlich Unerschrockenen die Möglichkeit eröffnet, das Mikroterroir von Bernard und Marie-Do Bachellier in Aiton zu übernehmen. Die hatten ihrerseits diesen Weingarten gerade erst reaktiviert.

Aiton

Fährt man die Isère flussaufwärts und biegt vor Albertville rechts in das Tal des Arc ab, dann kommt man an einem Wegweiser nach Aiton vorbei. Folgt man dem, geht es zuerst einmal nach oben. In Aiton selber fährt man dann noch einmal hinauf. Dort riecht es mehr nach Stall als nach Weinkeller. Das ist nicht immer so gewesen. Vor dem Besuch der Reblaus in Savoyen ist Aiton sowohl prestige- als auch flächenmäßig, was Wein betrifft, ziemlich gut dagestanden. Irgendwann ist von den Weingärten dann nur mehr das übrig gewesen, was die Bewohner für die Erzeugung des Eigenbedarfs gebraucht haben. Den Großteil der Rebfläche haben Kühe übernommen, einen ganz kleinen Teil, 68 Ar Maxime.

Sein Unterfangen bezeichnet Maxime als Hackn von Dingos. Sein Ziel ist es nicht, einen großen savoyardischen Wein zu machen, sondern einen großen Wein.

Im Unterschied zum Weingarten seines Kollegen Brice Omont von der Domaine des Ardoisières ein Tal weiter, ist der Weinberg in Aiton nicht terrassiert. Karger geschieferter Kalk- und Mergelboden. Extrem steile Südlagen. Keine Chance dort, mit einem Traktor hineinzufahren. Alles auf den Schultern in den Weingarten tragen zu müssen bewahrt einen auch vor unüberlegten Aktivitäten im Weingarten.

In dieser Form einzigartiges Terroir in Savoyen.

Geheferlt wird selbstverständlich nicht, geschwefelt erst bei der Füllung und dort ganz dezent. Die Vergärung im Holz zielt nicht auf Holztöne, sondern darauf, den Wein an Sauerstoff zu gewöhnen, ihn quasi gegen Oxydation zu impfen.

Der Rudl hat im Urlaub eine Flasche Altesse von Maxime Dancoine aufgemacht und über fast eine Woche jeden Tag ein Glasl davon mit einem anderen Wein, auch keinen Wapplerweinen, verglichen. Jeden Tag ist die Altesse von Monsieur Dancoine der bessere gewesen.

Matthieu Goury

ist auch fünfunddreißig. Seine Rebläche ist etwas größer und auch zerstreuter. Ein Teil auf eisenhältigen Gletschermoränen am rechten Ufer der Isère um Saint Pierre d’Albigny, ein anderer auf braunem Kalk am linken Ufer. Dort wächst sein Apremont, dem der Rudl eine Woche in den Ferien fast jeden Abend beim Rennen den Servus herunter gerissen hat.

Herbicide sind ihm sowieso noch nie in den Weingarten gekommen. Der Ausbau erfolgt sehr traditionell und endet, wenn in Savoyen ein Großteil der Ernte des Folgejahrgangs bereits verkauft ist. Seinem Credo nach muss ein Wein Abbild seines Platzes zu einer bestimmten Zeit sein.

Xavier Jacqueline

Dem seine Tochter heißt Mathilde. Seit sie entschieden hat, im elterlichen Weingut einzusteigen, geht dort einiges weiter. Die Weingärten befinden sich zwischen Aix les Bains und Brison Saint Innocent. Sie haben geologisch und wettermäßig mit denen von Jacques Maillet mehr zu tun als mit denen von Matthieu Goury und Maxime Dancoine im Tal der Isère.

Vater Xavier hat die Weingärten seit 2008 ohne Herbicide bearbeitet. Da ist der Schritt zum biologischen und biodynamischen Weinbau kein großer.

Gegenspieler haben Xavier lediglich zwei. Den richtigen Meltau, den die vom See aufsteigende Feuchtigkeit begünstigt. Und ein paar konventionell arbeitende Weinbauernnachbarn, die Angst haben, dass die Jacquelins mit ihren biologischen Umtrieben Ungeziefer anziehen.

Jean-Claude Masson

Gerne erzählt Ihnen der Rudl-Bau einmal etwas über ihn. Aber da müssen Sie sich zwei Wochen frei nehmen, weil das eine länger Geschichte ist.

  • Roussette de Savoie (Rebsorte Altesse) 2016, Xavier Jacquline, Aix les Bains, AOP Roussette de Savoie (2,50/4)
  • Roussette de Savoie 2016, Domaine de Chevillard (Matthieu Goury), Saint Pierre d’Albigny, AOP Roussette de Savoie (4,50/7)
  • Roussette de Savoie 2016, Jean-Claude Masson et Fils, Apremont, AOP Roussette de Savoie (5/8)
  • Altesse „Solar“ 2016, Domaine de l’Aitonnement (Maxime Dancoine), Aiton, IGP Vin des Allobroges (6/9)
  • Roussette de Savoie 2013, Dupasquier, Aimavigne, AOP Roussette de Savoie (3/5)
  • Roussette de Savoie 2015, Jacques Maillet, Motz, AOP Roussette de Savoie (5/8)

(in Klammern die Preise für das Sechzehntel und das Achtel)

selbstverständlich nicht ausschließlich diese Weine gibt es glasweise

am Mittwoch, den 12. September von 19 (!) bis 22 Uhr

und am Freitag, den 14. September von 16 bis 22 Uhr

in der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22

Vorschau auf das Pensum der nächsten Woche

Trousseau „Les Bérangères“ vom Papst aus Arbois, Jacques Puffeney. Eine Vertikale

Im Übrigen ist Rudolf Polifka der Meinung, dass man den 27. Jänner, den Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Vernichtungslager Auschwitz zu einem europäischen Feiertag erklären sollte!

Herr Rudolf grüßt Aufklärung und klassische Bildung, er pfeift auf allen postmodernen Hokuspokus!

Schicken Sie ein entsprechendes E-Mail, wenn Sie keine Nachrichten der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils bekommen möchten.

Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22, 1150 Wien

Öffnungszeiten: Mittwoch und Freitag, 16 bis 22 Uhr, an Schultagen

kostenlose und CO2-minimierte Zustellung innerhalb von Wien ab einem Bestellwert von 57 Euro

So oder so, der Rudl sieht Rot. Weine zum Schulanfang … und zum Reindorfgassenfest

(K)ein Semesteranfang

Der Rudl hat seinerzeit studiert, vor allem Schauspieler und Menschen, auf der Leinwand, der Straße, im Rallye und beim Zehnerwechseln.

Der Fils vom Rudl hat auch studiert. Das hat ihm ein seinerzeit schon als „Oida“ bezeichneter Bundeskanzler ermöglicht. Heute hat man jung zu sein, um jeden Preis, und man hat Slimfitknackwurschtpanier zu tragen, auch um jeden Preis.

Auf alle Fälle hat zu den akademischen Zeiten des Rudlfils ein Semester theoretisch am ersten Oktober begonnen. Ein paar sehr eifrige Lehrende, nicht immer die unfähigsten, haben tatsächlich in der ersten Oktoberwoche ihre Lehrveranstaltungen eröffnet, die Kapazunder tendenziell eher nicht. Deren Vorlesungen haben dann ein, zwei Wochen später angehoben.

Enseigneur Rudolph beschleicht der Eindruck, dass der akademische Betrieb seit seiner Zeit aber doch tendenziell eher verschult. Möglicherweise ist da dem selbständigen Anfangenlassen von Lehrveranstaltung seitens Professorinnen und Professoren eh schon drastisch Einhalt geboten worden. Der Rudl ist auf alle Fälle froh, nicht heute, sondern vor dreißig Jahren akademiemäßig mit seinen Forschungen begonnen zu haben.

Schon und doch noch nicht. Eine gar nicht eschatologische Differenz

Jetzt möchte sich der Rudl keinesfalls mit manchen Kapazundern, deren Lehrveranstaltungen er damals besucht hat, auf eine Stufe stellen. Darum eröffnet er das Semester in der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils auch im September, wie die Lehrer, und nicht im Oktober, wie die Professoren.

Das Reindorfgassenfest

Am Freitag, den 7. September und am Samstag, den 8. September findet das Reindorfgassenfest statt. Darauf können Sie sich freuen. Der Rudl ist bei dieser Gelegenheit infrastrukturell, energiemäßig und koordinativ lediglich in der Lage, flaschenweise mit Gläsern Getränke zu kredenzen. Folgende Weine werden zum Reindorfgassenfest in Trinktemperatur gebracht worden sein.

  • Zierfandler 2017, Friedrich Kuczera, Gumpoldskirchen, Thermenregion
  • Altesse 2013, Domaine Dupasquier, Aimavigne, AOP Vin de Savoie
  • Perles d’Aimavigne, Domaine Dupasquier, Aimavigne, AOP Vin de Savoie
  • Teran 2011, Vasija und Branko Čotar, Komen, Kras, Slowenien
  • Irouléguy Rouge 2013, Domaine Arretxea, AOP Irouléguy, Sud Ouest

Jeden anderen Wein aus dem Sortiment kühlt Caviste Rudolf bei zeitgerechter Bestellung (unter dieser Adresse oder unter der Telefonnummer 0699/1923 3008 – never fear the mailbox) selbstredend gerne ein.

Und ein kaltes Bräustübl Bier gibt es auch flaschenweise.

Vorher, am Mittwoch, den 5. September

findet in der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils quasi die Eröffnungskonferenz statt. Dazu werden, anders als beim Reindorfgassenfest, die oben angeführten Wein auch glasweise kredenzt. Dazu noch einer, über den der Rudl etwas weiter unten berichten wird.

Rot

Am Beginn des Schuljahres sieht der Rudl tendenziell Rot. Das will er nicht negativ verstanden wissen, zumal er das ja nicht fußballmäßig meint.

Es ist ein in mehrfacher Hinsicht ambivalentes Rotsehen. Einerseits hat man sich nach neun Wochen an eine bedingte Terminfreiheit gewöhnt, nicht nur man, sondern sogar der Rudl. Andererseits will man der Welt ja auch den einen oder anderen Haxen ausreißen. Da ist das Vorhandensein eines Auditoriums kein Nachteil.

Noch einererseits bringt ein neues Schuljahr erfahrungsgemäß Innovationen. Die sind nicht selten ein Grund, Rot zu sehen. Andererseits stirbt die Hoffnung zuletzt. Es ist ja zumindest aus wahrscheinlichkeitsrechnungsmäßiger Sicht nicht ausgeschlossen, dass irgendwann irgendeinem Bildungsexperten eine raisonable Idee einfällt. Schauen wir.

Vor Jahrzehnten etwa haben Bildungs- und Erziehungswissenschaftler herausgefunden, dass man Kindern mit Wohlwollen begegnen sollte, dass Angst keine gute Lehrerin ist und dass borniertes Beharren auf Äußerlichkeiten noch keine Bildung darstellt. Das überzeugt den Rudl heute noch.

Ein paar Schlaumeier, denen Ideologien näher stehen als Ideen, haben diesen Ansatz weiter gesponnen. Äußerungen von Schülerinnen und Schülern sollte hinkünftig von Lehrerinnen und Lehrern, die bereit waren, sich als „Lehrkraft“ heruntermachen zu lassen, tendenziell eher nur mehr gelobt und als genial befunden werden. Der rote Kuli des Lehrers sollte einem grünen Platz machen. Der Rudl hat das vor fünfundzwanzig Jahren schon nicht ganz verstanden. Seines Erachtens geht es ja darum, Lernende im Falle eines Fehlers nicht bloßzustellen, sie nicht zu demütigen und nicht zu entmutigen, sondern Anreize zu schaffen, aus Fehlern zu lernen. Darum erscheint dem Rudl nicht die Farbe des Kugelschreibers als das Problem, sondern das, was die Lehrerin oder der Lehrer mit dem Kugelschreiber hinschreibt. Aber bitte.

Oenologisch rot

Schulmeister Rudl hat seine roten Kugelschreiber auf alle Fälle nicht entsorgt und sich vorgenommen, auch oenologisch viel mehr rot zu sehen.

Wenn Sie, geneigte Oenologin, gewogener Oenologe, jetzt glauben, dass Sie in der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils fürderhin mehr Rotwein vorgesetzt bekommen werden, dann sind Sie, mit Verlaub, auf einem falschen Dampfer.

Eisen

Dass Eisen im Boden eine passable Voraussetzung für guten Wein ist, das hat der Rudl spätestens im Weingarten im Feia („Le Feu“) bei Dominique Belluard, in Irouléguy und im Karst bemerkt. Dort ist der Boden rot. Im Elsass, mit dessen Weinen sich Caviste Rudolf immer schwer getan hat, hat er dann genau genommen voriges Jahr, aber wirklich erst heuer die Lage Bollenberg entdeckt. Die bildet nicht nur einen Gegenhang zur klassischen Vogesenflanke, auf der ein Gros der Weingärten des Elsass wächst, sondern weist auch einen hohen Eisenanteil auf. Auch das eine Besonderheit in dieser Weinregion, in der sonst tendenziell eher Kalk, Schiefer und ein bissl vulkanisches Zeug dominieren.

Seit 1997 bewirtschaftet die Domaine Zusslin ihre Weingärten in und um Orschwihr biodynamisch. Vor allem die Weine vom Bollenberg haben den Rudl wieder einmal darin bestätigt, gerade auch dort zu forschen und zu suchen, wo er noch keinen Zugang zu den Weinen gefunden hat.

Zwei Weine von der Domaine Valentin Zusslin sind ab sofort Teile des Sortiments der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, der

  • Pinot Gris Bollenberg 2015 und der
  • Gewurztraminer 2013 „La Chapelle“ vom Bollenberg.

Letzteren kredenzt der Rudl am Mittwoch, den 5. September auch glasweise.

Dazu

Bei Eisen ist zuerst einmal an den Eisenberg im Südburgenland zu denken und dort vor allem an einen der bescheidensten und begnadetsten Weinbaumeister, Monsieur Alfred Weber. Der hat immer schon natürlich präzise und saubere Weine gekeltert. Da hat so manch heute angesagter Naturweinstar noch mit künstlichen Tanninen und Konzentrierer gewerkt.

Alfred Weber ist derlei nie ins Haus gekommen.

Jetzt ist dem Rudl die Idee mit dem Rotthema leider zu spät eingefallen, als dass er noch rechtzeitig Nachschub beschaffen hätte können. Er wird das nachholen.

Derweil offeriert er

am Mittwoch, den 5. September

von 16 bis 22 Uhr glasweise einmal folgende Weine:

  • Perles d’Aimavigne, Domaine Dupasquier, Aimavigne, AOP Vin de Savoie (3/5)
  • Zierfandler 2017, Friedrich Kuczera, Gumpoldskirchen, Thermenregion (2,50/4)
  • Altesse 2013, Domaine Dupasquier, Aimavigne, AOP Vin de Savoie (3/5)
  • Gewurztraminer „La Chapelle“ 2013, Valentin Zusslin, Orschwihr, Alsace (5/8)
  • Teran 2011, Vasija und Branko Čotar, Komen, Kras, Slowenien (4,50/7)
  • Irouléguy Rouge 2013, Domaine Arretxea, AOP Irouléguy, Sud Ouest (4/6)

(in Klammern die Preise für das Sechzehntel und das Achtel)

Beim Reindorfgassenfest

am Freitag, den 7. September und

am Samstag, den 8. September

gibt es alle oben angeführten Weine mit Ausnahme des Elsässers

flaschenweise

jeweils von 16 bis um 23 Uhr de Musik vuabei is, wie der Kurtl sagt,

in der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22

Nachrichten aus dem Sortiment

Mangalitza- und Steppenrindwürstel gibt es wieder und das Ein-€i-Ei auch.

Monsieur Rudolf grüßt die Gasse und ihr Fest!

Im Übrigen ist Rudolf Polifka der Meinung, dass man den 27. Jänner, den Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Vernichtungslager Auschwitz zu einem europäischen Feiertag erklären sollte!

Schicken Sie ein entsprechendes E-Mail, wenn Sie keine Nachrichten der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils bekommen möchten.

Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22, 1150 Wien

Öffnungszeiten: Mittwoch und Freitag, 16 bis 22 Uhr, an Schultagen

kostenlose und CO2-minimierte Zustellung innerhalb von Wien ab einem Bestellwert von 57 Euro

Sommerferien! Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils bis 4. September geschlossen. Zustellung bedingt möglich

Absolvenz

Während die Fußballer noch dribbeln, die Radler noch nicht radeln und die Schülerinnen und Schüler in Westösterreich lehrausgehen, ist das Sommersemester in der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils hundert Percent unstandardisiert, unreif, dafür aber wie gewohnt umso diplomierter abgeschlossen worden.

Schulmeister Rudolf bedankt sich für Aufmerksamkeit, sehr zufriedenstellendes Betragen und Interesse!

Glasweisheit kredenzt Caviste Rudolf voraussichtlich wieder am Mittwoch, den 5. September.

Weinzustellung

Weinzustellung mit dem Carbonfußabdruck einer Reblaus ist in der zweiten Wiener Ferienwoche vom 7. bis 12. Juli und im August innerhalb von Wien ab siebenundfünfzig Euro möglich.

Monsieur Rudolf wünsch Ihnen einen agreablen Sommer und guten Wein!

Ostbahn lebt! … und lässt das und sich Ende August wieder hören.

Cordialement,

Rudolf Polifka

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Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22, 1150 Wien

Öffnungszeiten: Mittwoch und Freitag, 16 bis 22 Uhr, an Schultagen

kostenlose und CO2-minimierte Zustellung innerhalb von Wien ab einem Bestellwert von 57 Euro

Weine zur Tour de France 2018. Letzte Tankgelegenheit vor der Sommerpause

Es gibt Stroßn © da Kurtl

Wie jedes Studienjahr beschließt der Rudl auch das laufende mit einer Rundfahrt durch Frankreich. Und so wie die Radler jedes Jahr auf anderen Straßen unterwegs sind, wird der Rudl auch heuer andere Weine als voriges Jahr zu diesem Anlass glasweise kredenzen. Eine Ausnahme stellen die Pyrenäen dar. Der Rudl mag diese Etappen ganz besonders gerne und er hat den Eindruck, dass die Radrennfahrer dort jedes Jahr über dieselben drei Straßen düsen, über drei sehr schöne noch dazu.

Dass grundsätzlich die Weine aus den Bergen keine ganz unwesentliche Rolle bei diesem Parcours spielen werden, steht in Analogie zur Radrundfahrt und kommt dem Rudl seinem Geschmack entgegen.

Le grand départ

Wegfahren tun sie in Noirmoutier-en-l‘Île. Das liegt in der Vendée. Dort hat es vermutlich immer schon Wein gegeben. Eine eigene Appellation ist das der französischen Weinadministration die längste Zeit aber nicht wert gewesen, was wiederum vor sechs Jahren um ein Haar dazu geführt hätte, dass Herr

Rudolf von einem Frankreichurlaub in der Vendée ohne Wein von dort zurück kommt. Die ihm damals zugängliche französische Weinliteratur hat dort, wo zum Beispiel über die Domaine Saint Nicolas geschrieben werden hätte können, über andere Weingüter geschrieben oder Inserate geschalten. Jetzt ist das eh anders.

Damals hat der Rudl dann aber zum Glück doch noch in diesem Internet nachgeschaut. Dabei ist ihm die Domaine Saint Nicolas gleich einmal untergekommen, vor allem weil sie demeterzertifiziert ist. Hingefahren ist Herr Rudolf damals zwar nicht zum Weingut, aber justament hat es in der Woche, wo der Rudl dort war, in Saint-Gilles-Croix-de-Vie einen Biomarkt geben, mit einem Standl von der Domaine Saint Nicolas.

Le Haut des Clous 2010 , Domaine Saint Nicolas, Brem-sur-Mer, Fiefs Vendéens

Schieferboden und Chenin Blanc

Am dritten Tag radeln sie dann in der Mannschaft gegen die Uhr, von Cholet nach Cholet. Nicht weit weg davon hat Fred Lailler, den der Rudl leicht legasthenisch bis jetzt immer als Fred Lallier bezeichnet hat, gerade das Weingut von Michel Brégeon biologisch umgestellt.

In diesem Zusammenhang macht sich der Rudl auch oft seine Gedanken. Die Umstellungsarbeit im Keller wird sich für Fred Lailler in Grenzen gehalten haben. Im Weingarten hat er vermutlich eine Spur mehr, aber auch nicht viel machen müssen. Bleiben Behördenwege, Schriftwechsel und Dokumentationen. Alles in allem wird es dramatischere Änderungen auf Weingütern geben als die, die Fred Lailler beim Umstellen der Domaine Michel Brégeon auf Biobetrieb vorgenommen hat.

Es gibt auch Weinbauern, die sowieso immer schon minimal geschwefelt, nicht gedüngt und kaum synthetisches Zeug gespritzt haben. Wer das nicht erkennt, respektive erschmeckt, der hat halt ein Pech gehabt. Drum pfeifen sie auf eine Zertifizierung.

Und dann gibt es in den letzten Jahren ein Phänomen: Weinproduzenten mit großen Weingütern, die sich vor wenigen Jahren noch über die verrückten Biowinzer mokiert haben, stellen ihre vierzig, fünfzig oder hundert Hektar großen Betriebe um. Der Rudl tut sich da gelegentlich ein bissl schwer mit dem Nachvollziehen der Motive, wobei man vermutlich immer vorsichtig sein sollte. Hineinschauen kann man nicht und Hinschauen ist manchmal trügerisch. Es sind schon ganz andere gescheiter geworden. Und es sind auch schon manche dümmer geworden. Das ist der Grund, warum – jetzt rein weltverbesserungstechnisch – den Rudl Strukturen, Beziehungen und Rahmenbedingungen mehr interessieren als Individuen. Zum Schmähführen sind dann aber wieder Individuen ergiebiger, genauer genommen Personen und also erst recht wieder Beziehungen. Da wird es jetzt theologisch. Drum macht Monsieur Rudolf da auch einen Punkt. Genaueres können Sie in der Genesis nachlesen, Kapitel eins, wenns warad, Vers sechsundzwanzig oder siebenundzwanzig, vielleicht auch achtundzwanzig.

Muscadet Cru Gorges 2013, Domaine Michel Brégeon. Fred Lailler, AOC Muscadet Sèvre et Maine Gorges

Dann fahren sie einige Tage irgendwo herum, wo es keinen Wein gibt. No ja, zumindest fast keinen. Die Champagne hat schon auch ein bissl mit Wein zu tun. Aber entschieden wird die Tour de France da oben eher nicht.

Am 17. Juli befahren sie dann endlich savoyardisches Territorium. Und am nächsten Tag geht es von der Olympiastadt Albertville nach La Rosière hinauf. Das ist nicht weit weg vom kleinen Bernhardpass, über den man ins Aostatal fahren kann, im Sommer. Dort wird der Rudl im Ziel auf die Radlfahrer warten. Chapareillan ist nicht so weit weg, Frétrive auch nicht, Jacques Maillet ein bissl weiter, wenn auch nicht sehr viel. Michel Grisard von in Frétrive. Als er 2014 oder 2015 in die Rente gegangen ist, haben die Giachinos seinen Weingarten übernommen.

  • Monfarina 2015, Domaine Giachino, Chapareillan, AOP Vin de Savoie

  • Le P’tit Canon 2015, Jacques Maillet, Motz, Chautagne, AOP

  • Prieuré Saint Christophe Blanc 2015, Domaine Giachino, AOP Roussette de Savoie

In Alpe d’Huez wächst kein Wein. Aber sie sind dann eh bald an der Rhône. Viel Roussanne, die förmlich nach einem Vergleich mit Roussanne aus den Alpen schreit.

Les Pitchounettes Blanc, Domaine Les 4 Vents, AOP Crozes-Hermitage, Vallée du Rhône

Chignin Bergeron „Symphonie d’Automne“ 2016, Les Fils de Charles Trosset, Arbin, AOP Vin de Savoie

Über Carcassonne fährt man dann in die Pyrenäen, wo die Bioweinbauernnachbarn Espil von der Domaine Ilarria und Riouspeyrous von der Domaine Arretxea zu Hause sind.

Irouléguy Blanc 2013, Domaine Ilarria, AOP Irouléguy, Sud Ouest

Irouléguy Rouge 2013, Domaine Arretxea, AOP Irouléguy, Sud Ouest

    • Le Haut des Clous 2010, Domaine Saint Nicolas, Brem-sur-Mer, Fiefs Vendéens (6/9)

    • Muscadet Cru Gorges 2013, Domaine Michel Brégeon. Fred Lailler, AOC Muscadet Sèvre et Maine Gorges (5/8)

    • Monfarina 2015, Domaine Giachino, Chapareillan, AOP Vin de Savoie (2,50/4)

    • Le P’tit Canon 2015, Jacques Maillet, Motz, AOP Vin de Savoie (4,50/7)

    • Prieuré Saint Christophe Blanc 2015, Domaine Giachino, Chapareillan, AOP Roussette de Savoie (6/9)

    • Les Pitchounettes Blanc, Domaine Les 4 Vents, AOP Crozes-Hermitage, Vallée du Rhône (4/6)

    • Chignin Bergeron „Symphonie d’Automne“ 2016, Les Fils de Charles Trosset, Arbin, AOP Vin de Savoie (4/6)

    • Irouléguy Blanc 2013, Domaine Ilarria, AOP Irouléguy, Sud Ouest (5/8)

    • Irouléguy Rouge 2013, Domaine Arretxea, AOP Irouléguy, Sud Ouest (4/6)

(in Klammern die Preise für das Sechzehntel und das Achtel)

nicht ausschließlich diese Weine gibt es glasweise

am Mittwoch, den 27. Juni und am Freitag, den 29. Juni,

jeweils von 16 bis 22 Uhr

in der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22

Hinweis in eigener Sache

Am Mittwochnachmittag kann der Rudl keine Sitzplatzgarantie für sein Weinkaufsgeschäft abgeben.

Immer noch marktamtskonforme Ein€i-Cuisine

Sollte Ihnen die oder das Mangalitzawürstel als Tourbegleitung nicht konvenieren, gilt wie immer die ausdrückliche Einladung, sich das Papperl zum Wein selber mitzubringen.

Vorschau:

Bis 4. September bleibt die Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils dann geschlossen.

Im Übrigen ist Rudolf Polifka der Meinung, dass man den 27. Jänner, den Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Vernichtungslager Auschwitz zu einem europäischen Feiertag erklären sollte!

Allez & einen schönen Sommer!

Schicken Sie ein entsprechendes E-Mail, wenn Sie keine Nachrichten der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils bekommen möchten.

Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22, 1150 Wien

Öffnungszeiten: Mittwoch und Freitag, 16 bis 22 Uhr, an Schultagen

kostenlose und CO2-minimierte Zustellung innerhalb von Wien ab einem Bestellwert von 57 Euro

Graf Sauvignon von Maria und Sepp Muster sowie das Eineiei. Nur diese Woche andere Öffnungszeiten: ausnahmsweise Dienstag und Mittwoch, jeweils von 19 bis 22 Uhr, sowie Freitag von 16 bis 22 Uhr


Diese Woche andere Öffnungszeiten

Wie bereits vor zwei Jahren hat der Fils beim Sommerfest seiner Bildungseinrichtung auch dieses Jahre eine zentrale Rolle zu geben. Damals ist es ein Stein gewesen. Der gibt oenologisch natürlich einiges her, vorausgesetzt die Wurzeln sind tief genug. Da lässt sich dann eine temporäre Schließung des Einkaufsgeschäfts auch ganz passabel rechtfertigen. Welche Rolle es dieses Jahr ist, wird von der Bildungseinrichtung und vom Fils beharrlich geheim gehalten. Das ändert nichts an der Tatsache, dass der Rudl dieses Spektakel nicht versäumen will. Jetzt findet das Sommerfest am Mittwoch um vier Uhr statt. Damit kommt es wiederum der Geschäftsordnung der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils in die Quere. Caviste Rudolf löst das Dilemma, indem er am Mittwoch, den 20. Juni erst um 19 Uhr sein Geschäft aufsperrt. Damit seine Wochengeschäftsöffnungsgesamtzeit von lugneresken zwölf Stunden nicht gemindert wird, erlaubt er sich, ausnahmsweise auch am Tag davor, der ja schon morgen ist, am Dienstag, den 19. Juni von 19 bis 22 Uhr aufzusperren. Am Freitag ist dann wieder so wie jeden Freitag von 16 bis 22 Uhr geöffnet.

Verwandtschaften

Es gibt Winzer, bei denen hat der Rudl das Gefühl, dass sie einander irgendwie kennen müssen. Manchmal tun die das auch. Viel öfter aber nicht. Monsieur Rudolf versucht dann zu vermeiden, mit dem einen Weinbaumeister über den jeweils anderen zu sprechen, weil er das Gefühl hat, Winzer mit solchen Gesprächen zu langweilen, beziehungsweise davon abzuhalten, das zu machen, weswegen der Rudl gerade dort ist, nämlich guten Wein. Der entsteht bekanntlich nicht durchs Reden und noch viel weniger durch Angeberei des Konsumenten.

Ein Ausweg

Will man einen Winzer auf Wein eines Kollegen hinweisen, kann man ihm ja ein Flascherl davon hinstellen. Dazu muss der Weinbauer nicht einmal zu Hause sein, kann aber nachvollziehen, ob er sich gegebenenfalls mit der Urheberin oder dem Urheber des mitgebrachten Weines verwandt fühlt.

Bei der ersten Begegnung mit Jacques Maillet und dessen Weinen hat der Rudl an Sepp Muster und dem seine Weine denken müssen. Darum gibt es eine Woche nach den drei Jacquères von Jacques drei Grafen Sauvignon von Maria und Sepp Muster. Da können Sie dann kosten, ob Sie wie der Rudl eine Affinität zu den Weinen der vergangenen Woche schmecken.

Was den Zugang zu Wein über Sprache oder gar Sprechen betrifft, hat der Rudl sowieso massive Zweifel. Aber das ist eine andere Geschichte, die an dieser Stelle immer wieder angerissen, aber vermutlich nie erzählt werden wird.

Kaiser

Der Adel gilt in diesem Staat als abgeschafft. Das hält viele nicht davon ab, für die eine oder andere mehr oder weniger virtuos beherrschte Tätigkeit den Adelstitel „Kaiser“ mit vorangestellter Tätigkeitsbezeichnung zu äußern. Drum gibt es fast in allen Kategorien einen Kaiser. Und das ist dann auch wieder demokratisch in einer Weise.

Graf

Anders verhält es sich mit dem Adelstitel „Graf“. Die gibt es auch. Für manche von denen gilt nicht einmal mehr die Unschuldsvermutung. Trotzdem wären dem Rudl Fußball-, Ski- und Unterweltsgrafen sympathischer als deren Kaiserpendants, allein schon weil es da dann von jeder Sorte immer mehrere geben könnte. Das erschiene Citoyen Rudolf auch mehr den Prinzipien von Pluralismus und demokratischem Rechtsstaat zu entsprechen.

vlg.

Einen Bauernhof, der „Graf“ heißt, gibt es auch. Der hat von seiner Lage her etwas Erhabenes. In besonderem Maß trifft das für die Weingärten des „Graf“ zu. Die hängen zusammen und werden von keinen Fungiziden oder Herbiziden aus Nachbarweingärten angepöbelt. Das ist für den Demokraten Rudolf Polifka ein ausreichendes Motiv, Maria Muster, Sepp Muster und deren Weine zu Gräfinnen und Grafen zu adeln. Nur sind sie das sowieso schon.

Wein

Die Weine der Graf Linie vom Graf Hof wachsen in der Mitte des Hanges, unter dem Sgaminegg und über den Weinen der Opok Linie.

Die Reben sind alt, der Boden karg und der Wein außerordentlich gut. Um das zu erkennen, hat Caviste Rudolf ein paar Anläufe nehmen und ein paar Gewissheiten über den Haufen schmeißen müssen, wobei das auch ein bissl überzogen ist. Dass die Weine der Graf Linie ziemlich gut sind, ist nicht so schwer zu erkennen. Trotzdem ist der Rudl früher auf dem Standpunkt gestanden, dass ihm Wein der Opok Linie, ganz besonders der Sauvignon vom Opok besser schmeckt. Auf diesem Standpunkt ist der Rudl nicht ungern stehen geblieben, zumal er sich damit auch ein bissl gut vorgekommen ist, à la Alle glauben, dass teurere Weine besser schmecken, ich aber erkenne, dass der Sauvignon vom Opok der Spitzenwein ist. Dann ist der Jahrgang 2013 gekommen. Das ist der Jahrgang vom Fils. Darum hat Herr Rudolf von ausgewählten Weinen Magnums gekauft. Beim Sauvignon vom Opok ist das nicht möglich gewesen, weil der nicht in Großflaschen abgefüllt worden ist. Also hat der Rudl den Graf Sauvignon 2013 gekostet. Und mehr muss man dazu auch nicht schreiben.

Stein, Wetter und Erziehung

Opok“ ist ein regionaler Ausdruck für den kalkigen Mergel, der den Untergrund für gatschige Sedimente bildet. Graf Sauvignon wächst auch auf Opok, nur dass der dort in der Mitte des Hanges etwas karger ist als weiter unten.

Warm ist es im Sommer fast überall, auch am Schlossberg. Anders als auf der Gehsteigkante An der Ostbahn, wo bekanntlich laut Kurtl die Grenze zwischen Alpen und Pannonischer Tiefebene verläuft und es auch sehr heiß ist, weht auf den Schlossberg in der Nacht ein kühler Wind von der Koralpe herunter. Das mögen wiederum die Aromen in den kleinen Beeren.

Die Erziehung ist am Graf Hof an der Urrebe orientiert. Die hat sich seinerzeit an Bäumen hinauf gerankt, möglicherweise in geradem Gegensatz zu manch angesagtem Bildungsexperten von heute.

Ein Bildungsexperte von früher ist Jean-Jacques Rousseau. Der hat auch in Savoyen gewirkt. Möglicherweise ist das kein Zufall, auf alle Fälle aber wieder eine andere Geschichte.

  • Graf Sauvignon 2015, Maria und Sepp Muster, Schlossberg (5/8)
  • Graf Sauvignon 2011, Maria und Sepp Muster, Schlossberg (6/9)
  • Graf Sauvignon 2005, Maria und Sepp Muster, Schlossberg (6,50/10)

(in Klammern die Preise für das Sechzehntel und das Achtel)

nicht ausschließlich diese Weine gibt es glasweise

am Dienstag, den 19. Juni und am Mittwoch, den 20. Juni

jeweils von 19 bis 22 Uhr,

sowie am Freitag, den 22. Juni von 16 bis 22 Uhr

in der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22

Erneut marktamtskonforme Küche. Das Eineiei

Dem Rudl seine Gastrolizenz will es, dass er lediglich abgepackte Speisen kredenzt. Die sind ziemlich gut, zumindest wenn es nach Thomas Bernhard geht (Mannerschnitten). Die Mangalitzatrockenwürstel von der Metzgerei Karlo in Pamhagen sind sowieso großartig. Dass der Rudl diese Würstel nur eingeschweißt offerieren darf, mindert zwar die Qualität der Würstel kaum, charmanter wird das Angebot dadurch aber nicht.

Jetzt ist dem Rudl aber ein von der Natur abgepacktes Lebensmittel eingefallen. Es ist nämlich so, dass Herr Rudolf im März dieses Jahres einen Bericht über industrielle Hendlzüchter gesehen hat. Auch über industrielle Biohendlzüchter. Einer von denen hat die Tatsache, dass man die Hendl rationell auf den Geschmack der Konsumentinnen und Konsumenten hinzüchtet und nicht auf alte Hendlrassen setzt, damit gerechtfertigt, dass man auch keine Automobilmodelle aus den siebziger Jahren mehr produziere.

Der Rudl kann auf die gezüchteten Turbohendlbrüste auf Haxerln gerade so verzichten, wie er auf die neueste SUV-Schüssel verzichten kann. Darum fährt er zum Hendleierkaufen lieber mit der Badner Bahn nach Sankt Gabriel bei Mödling, wo es beim Klosterbauer Eier von alten Hühnerrassen gibt. Keines schaut aus wie das andere. Und der Dotter schmeckt wie keiner aus dem Supermarkt. Abgepackt sind die Dotter auch. Nichts spricht also dagegen, einmal im kleinen Stil diese Woche weiche Eier um einen Euro anzubieten. Über die Kochdauer entscheiden Sie je nach Geschmack und Größe des Eis. Um 1 i.

Sollte Ihnen diese Grafenbegleitung nicht konvenieren, bietet sich diese Woche Comté, die käsegewordene Grafschaft, an. Die müssten Sie sich halt selber mitbringen.

Vorschau auf die letzte Woche des Studienjahres 2017/18, am 27. und 29. Juni:

Tour de France 2018 … what else?

Im Übrigen ist Rudolf Polifka der Meinung, dass man den 27. Jänner, den Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Vernichtungslager Auschwitz zu einem europäischen Feiertag erklären sollte!

De la comté au comté!

Schicken Sie ein entsprechendes E-Mail, wenn Sie keine Nachrichten der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils bekommen möchten.

Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22, 1150 Wien

Öffnungszeiten: Mittwoch und Freitag, 16 bis 22 Uhr, an Schultagen

kostenlose und CO2-minimierte Zustellung innerhalb von Wien ab einem Bestellwert von 57 Euro

Autrement! Jacquère von Jacques Maillet 2011 – 2013 – 2015 … und Neues aus der Küche der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils

Jacquère und Welschriesling

haben etwas gemeinsam. Caviste Rudolf hält sie für außerordentlich interessante Rebsorten, vor allem wenn die Rebstöcke alt sind. Theoretisch.

In einem Punkt unterscheiden sich Jacquère und Welschriesling ganz maßgeblich.

Jacquère wächst quasi so gut wie nirgends, gute tausend Hektar weltweit, mehr sind da nicht. Und fast jeder einzelne Stock davon steht in Savoyen.

Welschriesling gibt es mehr, nicht viel mehr, aber mehr. In Österreich stehen über dreitausend Hektar Welschriesling. Darüber hinaus wächst er in Ungarn als Olász Rizling, in Slowenien als Laski Riesling, in Kroatien als Graševina, in Tschechien, der Slowakei, vor allem aber in Norditalien, wo er her sein soll.

Ein zweiter, wesentlicherer Unterschied

Während aus der wenigen Jacquère, was ist, wenigstens etwa zwei Hände voll Weinbaumeister wirklich großartige Weine keltern, muss man guten Welschriesling fast wie die Nadel im Heuhaufen suchen. Einige hat der Rudl schon gefunden und erstanden, andere hat er gefunden, von wieder anderen hat er gehört oder gelesen. Zufrieden geben tut sich Caviste Rudolf damit nicht. Das können Sie ihm glauben. Er wird die Suche nach den außergewöhnlichen Welschrieslingen im Herbst intensivieren und Ihnen noch in diesem Jahr einen Zwischenbericht seiner Forschungsergebnisse in Flaschen- und Glasform anbieten. Einen Platz reservieren werden Sie in der Welschrieslingwoche beim Rudl ziemlich sicher nicht müssen. Mindern wird das dem Rudl seine Anstrengungen bei der Suche aber nicht.

Zurück zur Jacquère

Crumäßig ist Jacquère Apremont und Abymes. Nicht dass der Rudl alle Abymes und Apremonts so herausragend finderte, aber die herausragendsten wachsen dort, fast.

Weinbauernmäßig ist Jacquère Giachino und Masson. Die wohne in (der Nähe von) Apremont.

Und dann gibt es eine Jacquère, die ziemlich aus der Rolle fällt, geographisch, geologisch, meteorologisch und also geschmacklich:

Auf Sandstein, näher an der Rhône als an der Isère, in der Provence Savoyens, wie die Chautagne nördlich des Lac du Bourget bezeichnet wird. Mit einem „ … und so schmeckt er auch“ werden derlei Besonderheiten ganz gerne concludiert. Im gegenständlichen Fall trifft das ziemlich sicher auch zu, weil die Jacquère von Jacques Maillet wirklich ganz besonders schmeckt.

Besonders schon …

, aber nicht besonders nach Provence. So schmeckt es zumindest der Rudl. Der hat zu den Weinen der Provence bis jetzt keinen Zugang gefunden. Es ist nicht so, dass es der Rudl nicht probieren würde. Auch am Sonntag wieder, auf der Return to Terroir. Bis jetzt ist die Provence nicht dem Rudl sein Terrain, wobei man sich natürlich vergegenwärtigen muss, dass es wahnsinnig viele Weine dort gibt. Da ist es allein schon vom Gesetz der Wahrscheinlichkeit naheliegend, dass der eine oder andere auch Herrn Rudolf schmeckt. Nur gefunden hat der diese Weine noch nicht.

Chautagne

Aber die Provence de la Savoie ist nicht die Provence von Frankreich. Viel weniger Rosé, ganz andere Rebsorten, keine nennenswerten Lavendelfelder und auch kein Meer nicht, von den Wichtigtuerinnen und Wichtigtuern an der Côte d’Azur ganz zu schweigen. Die gibt’s in der Gegend wahrscheinlich auch, aber hundert Kilometer nordöstlich, am Nordufer des Genfer Sees, in Montreux oder Lausanne.

Wenn Sie einmal die Gelegenheit haben, die Chautagne zu besuchen, dann sollten Sie die beim Schopf packen. Zum Weingut von Jacques Maillet finden tendenziell nur die hinauf, die sonst im Urlaub nicht viel vorhaben und auch kein Navigationsgerät in der Kraxn einschalten. Außerdem hätte es nicht viel Sinn, weil Monsieur Jacques seit Anfang des Siebzehner Jahres in der Rente ist. Der Keller der Curtets, die das Weingut übernommen haben, befindet sich weiter unten im Tal. Das ist wahrscheinlich praktisch, aber lange nicht so schön zum Indieluft- und Hinunterschauen. Das könnte der Rudl oben bei Jacques stundenlang. Eine Vegetation, die ihresgleichen sucht und entsprechend riecht. Unten die Rhône und ein breites Tal, von dem Gewerbe und Industrie Besitz ergriffen haben, mittlerweile aber draufgekommen zu sein scheinen, dass sie dort keinen großen Auftrag haben, zumindest die Industrie nicht.

Jacquère Autrement (grünes Etikett), Jacques Maillet, Motz, AOP Vin de Savoie

Herr Rudolf erachtet es hoch an der Zeit, die Jacquère von Monsieur Jacques wieder einmal in den Mittelpunkt zu stellen.

Vieles kann man über diesen Wein lesen. Nicht alles davon vollzieht der Rudl nach, den Vergleich mit Dagueneau zum Beispiel. Dabei hat es Monsieur Rudolf unlängst in gelehrter Gesellschaft einmal auf diesen Vergleich, im Speziellen mit Mont Damné ankommen lassen. Die Ähnlichkeiten wollten sich ihm dabei zaghaft bis nicht erschließen.

Selber Wein zu beschreiben ist jetzt auch nicht das, was der Rudl besonders passioniert macht. Ingwer kommt ihm oft in den Sinn, so auch vor ein paar Tagen bei Vorbereitungsarbeiten auf das Thema dieser Woche. Ganz anders als die meisten Jacquères halt, auch ziemlich anders als die besonders guten und trotzdem selber auch extraordinaire. „Autrement“ halt, aber das stehe eh am Etikett.

Jacques Maillet. Ein Rückblick

Das Weingut von Jacques kann man nicht gerade als Traditionsweingut bezeichnen. Anfang der Neunziger ist es gewesen. Da hat Jacques Maillet beschlossen, Wein zu machen. Schon damals war er begeistert von biologischer und biodynamischer Arbeitsweise. Aber er ist nicht gerade in Marie geschwommen. Die Banken haben ihm Kredite nur unter der Voraussetzungen, dass er konventionell mit dem ganzen chemischen Zauberkasten arbeitet, angeboten. Jacques hat die Krot geschluckt, sich der örtlichen Genossenschaft angeschlossen und ist dabei krank geworden. 2003 hat er davon dann genug gehabt, seinen Weingarten umgestellt und zur Genossenschaft „Auf Wiederschaun!“ gesagt, nicht ohne sich das Nutzungsrecht von genossenschaftlicher Presse und Tank herauszuverhandlen. Jacques erster eigener Wein, ein Verschnitt aus Pinot Noir, Gamay und Mondeuse war zum Glück gleich ein Erfolg. Autrement!

Dieser Erfolg hat es ihm ermöglicht, eine Parzelle mit bis zu über hundert Jahre alten Jacquère-, Altesse- und Mondeuse-Rebstöcken zu kaufen.

Herbizide und Pestizide kommen ihm seither keine in den Garten, filtriert wird nicht, gereinzuchtheferlt auch nicht, geschwefelt höchstens minimal bei der Füllung und da nicht immer.

  • Jacquère. Autrement 2011, Jacques Maillet, Motz, AOP Vin de Savoie (4,50/7)

  • Jacquère. Autrement 2013, Jacques Maillet, Motz, AOP Vin de Savoie (4,50/7)
  • Jacquère. Autrement 2015, Jacques Maillet, Motz, AOP Vin de Savoie (4/6)

und als Referenz

  • Apremont «Lisa» 2016, Jean-Claude Masson, Apremont, AOP Vin de Savoie (4/6)

  • Welschriesling 2016, Weingut Roland Minkowitsch, Südliches Weinviertel, (2,50/4)
  • Sandperle 2017, Josef Lentsch. Dankbarkeit, Neusiedlersee (2/3)

(in Klammern die Preise für das Sechzehntel und das Achtel)

, wie fast immer nicht ausschließlich diese Weine gibt es glasweise

am Mittwoch, den 13. und am Freitag, den 15. Juni

jeweils von 16 bis 22 Uhr

in der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22

Marktamtskonforme Küche

Dem Rudl seine Gastrolizenz will es, dass er lediglich abgepackte Speisen kredenzt. Die sind ziemlich gut, zumindest wenn es nach Thomas Bernhard geht (Mannerschnitten). Die Mangalitzatrockenwürstel von der Metzgerei Karlo in Pamhagen sind sowieso großartig. Dass der Rudl diese Würstel nur eingeschweißt offerieren darf, mindert zwar die Qualität der Würstel kaum, charmanter wird das Angebot dadurch aber nicht. Im Großen und Ganzen ist Caviste Rudolf aber nicht böse ob der Einschränkung des kulinarischen Angebots. Seinem Selbstverständnis nach ist er ein guter Weinhändler, er dilettiert als Wirt und er kocht zwar sehr gerne, ist wahrscheinlich aber vieles eher als ein Koch. Das alles sieht man ihm hoffentlich an. Zusätzlich zur Einschenkerei ein Schmalzbrot streichen zu müssen, würde die Koordinierungskapazitäten von Herrn Rudolf ziemlich sicher weit über ihre Grenzen strapazieren. Drum ist der Rudl gar nicht traurig ob der marktamtlichen Restriktionen. Dazu kommt, dass der Rudl ja selber gerne irgendwo ein Gast ist. Und wenn die Behörden in der Gastronomie ganz generell ambitionierter auf die Einhaltung von Regeln achten, als sie das im Bildungswesen tun, dann ist das sicher auch kein Schaden für den Gast.

Schlippertipix, ein Ei!

Jetzt ist dem Rudl ein von der Natur abgepacktes Lebensmittel eingefallen. Es ist nämlich so, dass Herr Rudolf im März dieses Jahres einen Bericht über industrielle Hendlzüchter gesehen hat. Auch über industrielle Biohendlzüchter. Die Hendln werden dort rationell auf die Wünsche der Konsumentinnen und Konsumenten sowie auf das, was letztere nach Selbsteinschätzung für Geschmack halten, hingezüchtet. Auf alte Hendlrassen zu setzen, wäre laut Aussage von so einem Hendlbaron genauso abwegig, wie ein Golfmodell aus den Siebziger Jahren serienmäßig zu produzieren.

Der Rudl kann auf gezüchtete Turbohendlbrüste mit Haxerln gerade so verzichten, wie er auf die neueste SUV-Schüssel verzichten kann. Darum fährt er zum Hendleierkaufen lieber mit der Badner Bahn nach Sankt Gabriel bei Mödling, wo es beim Klosterbauer Eier von alten Hühnerrassen gibt. Keines schaut aus wie das andere, Hendl nicht und Ei auch nicht. Die Dotter schmecken anders als die aus dem Supermarkt. Abgepackt sind die Dotter auch. Nichts spricht also dagegen, einmal im kleinen Stil diese Woche weiche Eier anzubieten. Über die Kochdauer entscheiden Sie je nach Geschmack und Größe des Eis. Salzen und Pfeffern delegiert der Rudl an Gästin und Gast. Um einen Euro können Sie so ein abgepacktes Ei erwerben und auch gleich verputzen. So bekommt die umgangsprachliche Bezeichnung „Ei“ für die europäische Währungseinheit auch einen Sinn.

Vorschau auf das Studienangebot vom 19., 20. und 22. Juni:

vermutlich Graf Sauvignon von Maria und Sepp Muster 2005 – 2011 – 2015

Bon Appétit, autrement!

Im Übrigen ist Rudolf Polifka der Meinung, dass man den 27. Jänner, den Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Vernichtungslager Auschwitz zu einem europäischen Feiertag erklären sollte!

Schicken Sie ein entsprechendes E-Mail, wenn Sie keine Nachrichten der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils bekommen möchten.

Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22, 1150 Wien

Öffnungszeiten: Mittwoch und Freitag, 16 bis 22 Uhr, an Schultagen

kostenlose und CO2-minimierte Zustellung innerhalb von Wien ab einem Bestellwert von 57 Euro

Kein Thema, aber neun Weine, mindestens

Eine Woche muss Sie der Rudl noch auf seine Aus-, Um- und Abschweifungen warten lassen, beziehungsweise verschont er Sie noch mit diesen, je nachdem wie Sie das halt sehen.

Weine macht er zum Zwecke der glasweisen Kredenzung selbstverständlich trotzdem auf:

  • Sauvignon Blanc Classic 2013, Karl Renner, Leutschach (2,50/4)

Steirische „Classic“ der guten Art. Vielleicht nicht zufällig mit „C“ geschrieben.

  • Neuburger 2017, Nikolaihof, Wachau (4/6)

Manche Fragen, die sich der Rudl selber stellt, beantwortet er sich irgendwann. Die Frage, ob der beste Neuburger der von Sepp Mantler, der vom Nikolaihof oder der vom Wirt und Winzer seines Vertrauens ist, beantwortet der Rudl nicht, weil er das nicht kann.

  • Weißer Traminer Sandberg 2015, Weingut Rudolf Fidesser, Platt, Westliches Weinviertel (3/5)

Wenn Monsieur Gallet Recht hat, dann stammen der Weiße Traminer Sandberg von Fidesser, Le Feu von Belluard und der Vin Jaune von Jacques Puffeney von ein und derselben Rebsorte. Schmecken tun sie schon recht unterschiedlich, aber alle drei extraordinairement gut.

  • Pamhogna Weiß 2016, Andert, Pamhagen (3/5)

Wenn in einem Ort biomäßig etwas weiter geht, dann geht meistens ordentlich etwas weiter, in Pamhagen. Wenn nicht, bedauerlicherweise auch ordentlich nicht.

  • Numen Fumé Blanc 2015, Johannes Zillinger, Südliches Weinviertel (6/9)

Es gibt Weine, da passen Name, Etikett und Flascheninhalt zusammen, solche, wo das im positiven Sinn der Fall ist, auch solche, wo das im negativen Sinn der Fall ist.

Es wird auch Weine geben, die ein gelungenes Etikett beziehungsweise einen solchen Namen haben, aber dem Rudl nicht schmecken.

Und es gibt gar nicht so wenige Weine, deren Name und respektive oder Etikett beim Rudl ein eher horizontal ausgerichtetes Kopfschütteln auslösen, der Schluck des Inhalts aber dafür ein umso anerkennenderes und heftigeres vertikales Nicken als Gestifizierung des Ohjos zur Folge haben. Auffällig häufig ist Caviste Rudolf bei biologischen oder biodynamischen Weinen mit diesem Phänomen konfrontiert.

  • Mondeuse „Harmonie“ 2016, Les Fils de Charles Trosset, Arbin, AOP Vin de Savoie (4,50/7)

  • Mondeuse „Marie Clotilde“ 2014, Adrien Berlioz, Chignin, AOP Vin de Savoie (4,50/7)

  • Persan „Octavie“ 2014, Adrien Berlioz, Chignin, AOP Vin de Savoie (5/8)

  • Prieuré Saint Christophe Rouge 2015, Giachino, Chapareillan, AOP Vin de Savoie (5/8)

(in Klammern die Preise für das Sechzehntel und das Achtel)

, wie fast immer nicht ausschließlich diese Weine gibt es glasweise

am Mittwoch, den 6. und am Freitag, den 8. Juni

jeweils von 16 bis 22 Uhr

in der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22

Vorschau auf das Studienangebot vom 13. Und 15. Juni:

vermutlich Sommerwein weiß, Jacquère 2011 – 2013 – 2015 von Jacques Maillet

Mehr auf die Reife als auf die Zeugnisse, die der Kurtl „gnumma und vabrennt“ hat!

Im Übrigen ist Rudolf Polifka der Meinung, dass man den 27. Jänner, den Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Vernichtungslager Auschwitz zu einem europäischen Feiertag erklären sollte!

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Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22, 1150 Wien

Öffnungszeiten: Mittwoch und Freitag, 16 bis 22 Uhr, an Schultagen

kostenlose und CO2-minimierte Zustellung innerhalb von Wien ab einem Bestellwert von 57 Euro