Mondeuse und Persan. Rotweine, die man auch im Sommer trinken kann. Dialektisch

Konjunktiv zwei

 

Der Rudl würde Ihnen diese Woche gerne viel schreiben, vor allem über Adrien Berlioz, den Neffen von Gilles Berlioz und die Prieuré Saint Christophe, das ehemalige Weingut von Renaissancedesappellationsmitbegründers und Biodynamiepionier Michel Grisard, der eh noch im rentenberechtigten Alter gemeinsam mit Brice Omont den Weinberg von Cevins wiederbepflanzt und die Domaine des Ardoisières gegründet hat, irgendwann dann aber doch in den Ruhestand getreten ist und seine Weingärten den Giachinos übergeben hat.

 

Indikativ

 

In den nächsten Wochen hebt die mündliche Einheizmatura an. Auf die will das Alter Ego vom Rudl seine Kandidaten bestmöglich vorbereiten. Das kostet Zeit, Zeit, die dann für das Beschreiben der dieswöchigen Lehrveranstaltung an der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils fehlt. Drum kurz.

 

Rotweindialektik. Rötliche Wasserl – Marmelade – Wein

 

Monsieur Rudolf kann sich noch gut erinnern: 1994 muss es gewesen sein. Da hat ihm ein Illmitzer Winzer 1994 erklärt, dass in den Achtziger Jahren im Seewinkel abgesehen von Josef Umathum „niemand einen Rotwein zusammen gebracht hat“. Das seien damals alles rötliche Wasserl gewesen.

Ganz gestimmt haben kann das nicht. Der Wirt und Winzer des Vertrauens vom Rudl, zum Beispiel, ist auch in den Achtziger Jahren schon kompetent seinem Handwerk nachgegangen.

Nicht so lange nach den Achtziger Jahren hat die Umkehrosmose in einigen Kellern Einzug gehalten. Der Unterschied zwischen Marmelade und Rotwein ist dadurch nicht größer geworden.

Manche dürften ihren Konzentrierer dann im Internet versteigert haben. Unter den Käufern findet sich keiner der weiter unten genannten Weinbauern. Das sollte beim ersten Schluck aus den diese Woche zur Öffnung gelangenden Flascherln klar werden. Rotweine mit Struktur und Charakter, die man auch immer Sommer trinken kann.

 

Persan

 

Vor der Reblaus ist Persan als Rebsorte ziemlich erfolgreich gewesen, dann ganz lange nicht mehr. Jetzt wächst die mit Persan bestockte Rebfläche wieder langsam.

Die Trauben sind violett bis schwarz, nicht besonders saftig und im Aroma eher neutral. Bei knappem Ertrag sind eigenständige Weine mit kräftigen Tanninen das Ergebnis. Zu früh sollte man sie nicht trinken.

 

Mondeuse Noire

 

Etliche Ampelographen und Altphilologen vermuten Mondeuse hinter der von Plinius dem Älteren genannten „Allobrogicae“, wobei das nicht ganz unumstritten ist. Dass sie zur selben Familie wie Syrah gehört, ist dagegen gesichert. Mit dem friulanischen Refosco ist sie nicht verwandt, obwohl sie in Kalifornien so geheißen wird.

In der Schweiz und in Australien gibt es sie auch.

 

  • Mondeuse 2013, Domaine Dupasquier, Aimavigne, AOP Vin de Savoie (3/5)
  • Mondeuse „Marie Clotilde“ 2014, Adrien Berlioz, Chignin, AOP Vin de Savoie (4,50/7)
  • Mondeuse 2015, Cellier des Pauvres, Jacques Maillet, Motz, AOP Vin de Savoie (5/8)
  • Mondeuse „Prieuré Saint Christophe Rouge“ 2015, Domaine Giachino, Chapareillan, AOP Vin de Savoie (5/8)
  • Mondeuse „Harmonie“ 2016, Les Fils de Charles Trosset, Arbin, AOP Vin de Savoie (4,50/7)
  • Persan 2015, Domaine Giachino, Chapareillan, AOP Vin de Savoie (4/6)
  • Persan „Octavie“ 2014, Adrien Berlioz, (5/8)

(in Klammern die Preise für das Sechzehntel und das Achtel)

, selbstverständlich nicht ausschließlich diese Weine, sondern auch etliche von Dupasquier gibt es glasweise

am Mittwoch, den 30. Mai und am Freitag, den 1. Juni

jeweils von 16 bis 22 Uhr

in der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22

Nachrichten aus dem Sortiment

Ab sofort kann der Rudl ein paar Mangalitzawürstel offerieren. Ganz besonders freut er sich über den Neuburger Hommage 2017 vom Mantlerhof in seinem Sortiment.

Auf den Sommer und seine Weine!

Im Übrigen ist Rudolf Polifka der Meinung, dass man den 27. Jänner, den Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Vernichtungslager Auschwitz zu einem europäischen Feiertag erklären sollte!

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