Kimmeridge – Felsen, auf dem die Domaine Dupasquier steht

Es gibt Menschen, die fast permanent kommunizieren und sich präsentieren. Den Rudl hat ja immer schon interessiert, ob die das auch tun, wenn überhaupt gar niemand in der Nähe ist, aber das wird der Rudl naturgemäß nie erfahren, weil das geht nicht, aber interessant wäre es, wie gesagt, schon, weil wenn die das auch tun, wenn überhaupt niemand da ist, dann wäre zu überlegen, ob man nicht von Caviste auf Psychotherapeut umsatteln soll. An Diskontinuitäten ist dem Rudl seine Vita ja nicht arm, ein lebenslanger Lerner quasi, vom Kino-Billetteur über den rentnernden Nebenberufsgeldwechsler am Gürtel, den Kabel-TV-Konsumenten bis zum Cavisten und jederzeit weiter oder zurück, wenn notwendig.

Das ist jetzt gar nicht so siebenmalgescheit gemeint, wie es klingt. Ein Fünfzehnjähriger hat heute nicht die Wahl, ob er an seinem mobilen Endgerät anwachsen soll oder nicht. Tut er es nicht, gibt’s ihn gesellschaftlich nicht mehr. Und daran, dass das so ist, sind nicht die Fünfzehnjährigen schuld.

Über 150 Millionen Jahre alte Meeresablagerungen und fossile Einlagerungen

Aber zurück zum Kimmeridge: Die Domaine Dupasquier in Aimavigne, Jongieux ist als Weingut ungefähr so kommunikativ wie der Dent du Chat, der markante Berg, der auf sie herunter schaut: keine Homepage, was in Frankreich nicht weiß Gott wie ungewöhnlich ist; kaum einmal in einem Weinführer. Wenn dann mit hohen Bewertungen und erst seitdem die Jungen übernommen haben, mit Angabe einer E-Mail-Adresse. Kauft man dort direkt Wein, braucht man Zeit. Meistens muss man sich anstellen. Insofern passt das dann wieder alles zusammen. Denn Leute, die sich gerne reden hören, stellen sich nicht gerne an, das ist zumindest eine Arbeitshypothese vom Rudl. Und Menschen, die sich ständig vordrängen, sind sonst meistens nicht die allerflinksten, zumindest solange sie zur Fortbewegung eigene Energien aufbringen müssen.

Die Passion des Weins

Im fast weltweiten Internet gibt es eine lesenswerte Seite www.lapassionduvin.com. Dort schreiben Weinliebhaber über Weine, die sie gerade getrunken haben. Die Kommentare zu Château Cheval Blanc aus Saint Emilion erstrecken sich dort auf 23 Seiten, die über die Domaine Dupasquier auf 32.

Und André Combaz, der 1992 das Buch über die Weine Savoyens geschrieben hat, weist darauf hin, dass die Weingärten in Jongieux am ziemlich steilen Abhang zur Rhône – zum Glück ist sie rechtzeitig abgebogen, bevor sie in den Lac du Bourget geronnen wäre – mit dem Krampen in den Kimmeridge-Felsen gehaut worden sind, weil es dort fast keine Humusauflage gibt. Er nennt das „wine in the rocks.

Dem Rudl gefällt das schon sehr gut, landschaftlich und oenologisch. Von den Weinen der Domaine Dupasquier hat er seit zehn Jahren keinen Jahrgang versäumt. Darum gibt es diese Woche

Jacquère 2010

Chardonnay 2009

Roussette de Savoie 2009 (Altesse)

Roussette de Savoie, Cru Marestel, 2010

Mondeuse 2011 und

Pinot Noir 2011

glasweise in der „Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils“, aber nicht ausschließlich. Wie die schmecken, können Sie ziemlich sicher auf Lapassionduvin nachlesen. 

Marestel – Oberkellner und Berater

Marestel und Pinot Noir sind auf alle Fälle neu im Sortiment von Monsieur Polifka, Mondeuse wieder verfügbar. Und der Rudl müsste lügen, wenn er sagen würde, dass er nicht ein bissl stolz ist, vor allem auf den Marestel. Es gibt Weingüter, wo man Geduld braucht, wenn man bestimmte Weine möchte. Der Marestel von der Domaine Dupasquier ist so einer. Und der Marestel Fleur d’Altesse noch viel mehr, weil es von dem noch viel weniger gibt. 2009 war der erste seit 2005 und seit 2009 hat es dann keinen mehr gegeben.

Der Marestel ist ein Roussette der Savoie (Rebsorte Altesse) von einer bestimmten Parzelle über Jongieux. Marestel [maretel] heißt er nach Claude Marestel, dem Berater und Oberkellner von Herzog Emmanuel-Philibert aus dem sechzehnten Jahrhundert. No ja, Berater gibt es heute auch. Ob die auch Oberkellner sind, entzieht sich der Kenntnis des Rudl. Aber dass irgendwann einmal nach einem, von denen manche jetzt schon nicht mehr wissen, wo ihre Leischtung woa, ein Wein benannt sein wird, das kann sich Monsieur Polifka beim allerbesten Willen nicht vorstellen. Wobei … es gibt ja Weine …, aber lassen wird das.

Dupasquier, aber nicht ausschließlich

am Donnerstag, den 9. und am Freitag, den 10. Oktober

von 16 bis 22 Uhr

in der „Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils“, Reindorfgasse 22 

Neues aus dem Soritment

Ab sofort sind Riesling Rabenstein 2013 und der Grüne Veltliner Rosenberg Reserve 2013 von Josef Salomon aus Falkenstein verfügbar. Der Grüne Veltliner hat bis Juli gegärt. Ein paar Weinviertel DAC desselben Jahrgangs waren da wahrscheinlich schon getrunken.

Monsieur Rodolphe grüßt Claude Marestel, alle Oberkellner und fast alle Berater!

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