Goldener Sonntag und der Heilige Waldmensch

„Es ist nicht alles Gold, was glänzt“, sagen besonders die schnell einmal, die sowieso längst das Gold durch Plastik ersetzt haben und glauben, die Differenz durch Marketinggequatsche kompensieren zu müssen. Dann ist alles alles und auch nix. Man kann ruhig auch alles abschaffen. Und jeder kann auch alles und nichts machen. Das Alles oder das Nix will nur „gut aufgestellt“ und verkauft sein. Und so kommt man sich dann auch vor.
Gut möglich, dass diese Form der Geschäftstüchtigkeit vor einem halben Jahrhundert zum Ende des „Goldenen Sonntags“ geführt hat. Ein Lokalaugenschein an einem Samstagnachmittag in der Stadt lässt diesen Zusammenhang als nicht ganz an den Haaren herbeigezogen erscheinen.

Rudolf Polifka ist das alles wurscht. Er wird morgen, am vierten Adventsonntag seine Weinhandlung noch einmal aufsperren und wenige, aber karatträchtige und sicher auch einen bernsteinfarbenen Weine kredenzen, unter anderem einen vom italienischen Winzer des Jahres 2007 (Gambero Rosso). Das erste Achtel geht dabei aufs Haus, beim Süßen das erste halbe Achtel.

Wer also von Gewissensbissen, noch nicht genug investiert zu haben, gepiesackt wird, heute aber trotzdem die wintersonnenwendewürdigen Wetterverhältnisse nützen will, findet morgen, am Sonntag in des Rudls gut aufgestelltem Kompetenzzentrum für Wellness und Lifestyle womöglich noch ein passendes Präsenterl,

am Goldene vierten Adventsonntag
in der „Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils“,
von 14 bis 18 Uhr, Reindorfgasse 22

Am Dienstag, den 31. Dezember feiern der römisch-katholische Teil der Christenheit und ein paar Pyromanen den Papst Silvester, auf Deutsch „den Mann aus dem Wald“. Griechisch- und Bulgarisch-Orthodoxe lassen ihn am 2. Jänner, Russisch-Orthodoxe am 15. Jänner hochleben, gelebter Pluralismus. Der Papst aus dem Wald ist sowieso in mehrerlei Hinsicht bemerkenswert. So war er nicht nur der erste Papst, der es ohne Martyrium zum Heiligen brachte, sondern ließ sich am Konzil von Nicaea auch von zwei Presbytern vertreten. Vielleicht musste er gerade eine Regierung angeloben, vielleicht war er aber auch nur im Wald Schwammerl suchen, vielleicht auch beides. Dazu schweigen die Quellen. Aber sind wir uns ehrlich: Genau wissen wir das ja auch im Fall des Finanzministers und des Bundespräsidenten nicht. Übrigens würde auch Rudolf Polifka am 31. Dezember frühestens ab 16 Uhr persönlich an einem allfälligen Konzil teilnehmen können. Vorher öffnet er nämlich ein letztes Mal in diesem Kalenderjahr die Pforten. Dem Tag entsprechend wird vor allem, aber nicht ausschließlich Schaumwein ausgeschenkt und natürlich auch zu erwerben sein,

am Dienstag, den 31. Dezember von 10 bis 16 Uhr
in der „Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils“ zu Reindorf.

Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr
wünschen Madame, Fils und Monsieur Rudolf

p.s. Abgesehen vom Silvestertag und dem Goldenen Sonntag ist die “Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils” bis einschließlich 7. Jänner geschlossen.

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