Ein Häusl weiter. Muscadet

 

Muscadet

 

Fred Lailler ist mehr oder weniger in einem Weingarten im Muscadet geboren und aufgewachsen. So steht es auf der Homepage der Domaine Michel Brégeon. Danach hat er Weinbau und Oenologie studiert, nicht so wie der Rudl, sondern in richtigen Klassenzimmern und Lehrsälen, später praktiziert, um anschließend wieder zurück zu seinen Wurzeln zu kehren und etwas aus Überzeugung zu machen. André Michel Brégeon wiederum musste vielmehr als er wollte in die Rente gehen. Irgendwann hat sein Rücken nicht mehr mitgespielt. Bei einem so konsequenten Verfechter der Handarbeit im Weingarten und im Keller ist das vermutlich auch gar nicht so verwunderlich. Möglicherweise ist es nicht die Regel, aber es kommt auch vor, dass die Übergabe eines Weingutes außerhalb der Familie hinhaut. Bei André Michel Brégeon und Fred Lailler zum Beispiel.

Fast alles, was Fred Laillers Überzeugungen ihm eingeflüstert haben, hat er in der Domaine Michel Brégeon vorgefunden. Diese zu biozertifizieren wäre in den Augen vom Rudl nicht mehr notwendig gewesen, Schaden war es aber auch keiner.

André Michel Brégeon

hat seit 1968 am elterlichen Weingut mitgearbeitet, 1975 seine ersten eigenen Rebstöcke gepflanzt und 1989 übernommen. Als Quereinsteiger wird man ihn eher nicht bezeichnen können. Mit der Disqualifizierung des Muscadets als billiges Gschloder hat sich Brégeon nie abfinden wollen, wobei sein Kampf eher dem Gschloder als dem Attribut „billig“ gegolten hat. Immer wieder liest man, Michel Brégeon kenne die Nuancen des Bodens. Der Rudl hält das für durchaus möglich.

Fred Laillers

Ziel ist es, die Region in Flaschen abzufüllen. Ab erst nachdem die Region mit dem Winzer alchemisch reagiert hat. 2011 hat er das Weingut Michel Brégeon übernommen, ein Jahr nachdem der Rudl zum ersten Mal dort gewesen war. Michel Brégeon hat ihm, Fred Lailler, sein Wissen über die Arbeit im Keller und vor allem über die ganz detaillierten Beschaffenheiten der Böden nicht vorenthalten.

Muscadet

gilt als frischer Wein, in der Regel, aber nicht um von Michel Brégeon als Regel unhinterfragt befolgt zu werden. Bis zu vinjauneverdächtigen sieben Jahren hat Brégeon Weine von seinen besten Lagen in unterirdischen, keramikverfliesten Tanks reifen lassen. Paradox frischer und weniger paradox tiefer Wein kommt dann aus diesen Tanks herauf.

Gabbro

ist alt, blau-grün, vulkanisch und der Grund, warum die Weine der Domaine Brégeon zumindest Cru-Status verdienen, letztendlich auch bekommen haben.

 

Château du Coing

 

heißt halbwegs favorabel übersetzt „Quittenschloss“. Wissen Sie, geneigte Oenologin, gewogener Oenologe, woher dieses Anwesen seinen Namen hat? Das ist eine dieser Geschichten, die dem Rudl so gut gefallen. Das Anwesen liegt in dem Eck, wo Sèvre und Maine zusammen rinnen, genaugenommen schluckt die Sèvre die Maine einfach. Bei Fusionen ist das ja fast immer so. Der Winkel, in dem die beiden Bäche einander treffen, ist halbwegs spitz, quasi eine Ecke, „coin“, wie der Franzose sagt. Jetzt ist es aber so, dass nicht nur Deutschsprechende die Ambition des Toilettenbesuchs mit „um die Ecke gehen“ synonymisieren, sondern auch Französinnen und Franzosen unter „le coin“ ein „Häusl“, wie das der letzte wirkliche Staatsmann im Bundeskanzleramt einmal am Opernball salopp ausgedrückt hat, verstehen. Darum hieße das Anwesen in dem Eck „Château du Coin“. Direkt vorteilhaft ist so ein Name nicht. Darum haben sie irgendwann einfach ein „g“ angehängt, was dann so viel wie „Quittenanwesen“ bedeutet.

 

  • Muscadet Sèvre-et-Maine sur Lie „Les Laures“ 2013, Bonnet-Huteau, Loire (3/5) – wieder ein Wein vom Granit und vom geschätzten Kollegen am Bacherplatz
  • Muscadet Sèvre-et-Maine „Gorges“ 2013, 28 mois sur lie, Domaine Michel Brégeon, Gorges, Loire (5/8)
  • Muscadet 2005, 65 mois sur lie, Michel Brégeon, Gorges, Loire (6/9)
  • Muscadet 2004, 89 mois sur lie, Michel Brégeon, Gorges, Loire (6/9)
  • Muscadet 2002, Michel Brégeon, Gorges, Loire (6,50/10)
  • Comte de Saint Hubert Vieilles Vignes 1999, Château du Coing (7/11)

 

 

(in Klammern die Preise für das Sechzehntel und das Achtel)

nicht nur, aber fast nur diese Weine gibt es glasweise

diese Woche am Dienstag, den 21. Mai und am Donnerstag, den 23. Mai

von 16 bis 22 Uhr

in der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22

Vorschau auf die Lehrveranstaltung vom 28. und 30. Mai

noch ein Häusl weiter in Richtung Süden: Irouléguy und Jurançon

Im Übrigen ist Rudolf Polifka der Meinung, dass man den 27. Jänner, den Tag der Befreiung der Überlebenden aus dem Vernichtungslager Auschwitz zu einem europäischen Feiertag der Menschenwürde erklärt!

Herr Rudolf grüßt völlig unbesoffen, aber mit umso mehr Gschicht!

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Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22, 1150 Wien

Öffnungszeiten: Dienstag und Donnerstag, 16 bis 22 Uhr, an Schultagen

kostenlose und CO2-minimierte Zustellung innerhalb von Wien ab einem Bestellwert von 57

 

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