Drei Weine aus beinahe drei Zeitzonen, drei Jahrgängen und drei unterschiedlichen Ausbaugebinden,

für die keine einzige Eiche gerodet werden musste – keine aus Allier, keine aus Amerika und auch keine steirische – diese Woche glasweise in der „Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils“, aber nicht ausschließlich.

Ein namhafter steirischer Terroir- und Klassikwinzer, der jetzt auf „Bio“ macht, hat in Klöch Weingärten gepachtet. In diesen Weingärten wurde vor ein paar Jahren eine alte altehrwürdige Eiche umgeschnitten, vielleicht wurde sie auch umschneiden gelassen, in Anbetracht der Tatsache, dass er ein gräfliches Weingut bewirtschaftet, respektive bewirtschaften lässt, wahrscheinlich eher Letzteres. Auf alle Fälle wächst dort, wo seit ewig dieser Baum über die Ruine Klöch auf die Halden des imposanten Basaltbergwerks geschaut hat, jetzt Sauvignon Blanc – junge Reben. Von außen deutet nichts auf eine besondere Begünstigung dieser Lage hin, geologisch nicht, Hangneigung oder –ausrichtung auch nicht und detto nichts, was den Wasserabzug betrifft, aber was weiß man: Vielleicht gibt es unter der Erde ganz besondere Bedingungen, die dort einen Sauvignon Blanc wachsen lassen, neben dem der Silex wie ein Mischungswein dasteht. Vor dem neuen Sauvignon Weingarten steht jetzt ein Kunstwerk aus Holz. Der Titel des imposanten Stumpfs, erraten: „Alte Eiche“. In einem Land, in dem Andreas Gabalier als bodenständig gilt, werden das möglicherweise gar nicht so viele als unfreiwillig komisch auffassen.

Damit will Herr Rudolf natürlich nichts grundsätzlich gegen den Ausbau von Wein in Holzgebinden geschrieben haben. Seine Lieblingsweine aus der Appellation Irouléguy werden in Mannhartsberger Eiche der Fassbinderei Stockinger ausgebaut. Höchstens etwas gegen geschäftstüchtiges Zurschaustellen von Urigkeit, aber das wäre ein anderes Thema.

Auf alle Fälle wird Rudolf Polifka kommende Woche einen georgischen Mtsvane 2011 vom Weingut Schuchmann, ausgebaut in Tonamphoren, ausschenken.

Dazu einen Grünen Veltliner Hengstberg 2006 von Toni Söllner, der sich damals im Steingut auf seine Abfüllung gefreut hat.

Und dann noch einen Muscadet 2004 von Michel Brégeon, gewachsen auf dem so ziemlich härtesten Weinbergboden, den es gibt, dem vulkanischen Gabbro. Dieser Wein drängt sich diese Woche förmlich auf. 89 Monate ist er in unterirdischen Glastanks auf der Feinhefe gelegen, was die „Revue du Vin de France“ als französischen Rekord bezeichnet. Altmeister Brégeon soll den Chablis-Winzer Franςois Raveneau einmal gefragt haben, warum dessen Weine 400 Euro kosten und seine eigenen 20. Darauf Reveanau: „Weil meine in Chablis wachsen und Ihre im Muscadet.“ Wer einen Winzer sehen will, der bodenständig ist und nicht nur aus marketingtechnischen Gründen ein Bodenständigkeitsfederl auf seinen Hut gesteckt hat, der kann Michel Brégeon in Gorges ja einmal besuchen. Und wenn Monsieur Brégeon gerade eigenhändig seine Flaschen einzeln etikettiert, wird er vielleicht eine Pause machen, seine Muscadets zum Verkosten anbieten und bei den Erklärungen beweisen, dass lehrreich und witzig kein Gegensatzpaar ist.

Wer in den nächsten Tagen nicht in der Nähe von Nantes vorbei kommt, der kann sich irgendwo auf You tube ein Interview mit Michel Brégeon anschauen.

Darüber hinaus gibt es ab sofort Leo Uibels Kampfansage an das Douro-Tal nicht nur, aber auch zu verkosten, seine Rosa Pearls sind wieder verfügbar und das Bräustübel-Bier aus Salzburg Mülln steht auch wieder auf der Karte,

am Mittwoch, den 30. April und am Freitag, den 2. Mai

von 16 bis 22 Uhr in der „Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils“,

Reindorfgasse 22

Herr Rudolf hat die Ehre!

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