Der Polifka Rudl, Ethik, Roséwein und der Wetterfrosch

Die Weinhandlung Rudolf Polifka hat sich einem antizyklischen Weinprogramm verschrieben. Darum wird der Roséschwerpunkt jetzt so lange ausgedehnt, bis Professor Celsius wieder einmal die 30-Grad-Marke erreicht.

In der Ethik unterscheidet man ja zwischen einer deskriptiven Ethik und einer präskriptiven oder auch normativen Ethik. Erstere beschreibt das, was sie an ethischen Vorstellungen und Praktiken in einer Gesellschaft vorfindet. Dabei hängt sie sich ganz gerne das Mäntelchen der Wertfreiheit um. Man könnte das mit einem Wetterfrosch im Glas vergleichen, der auf seiner Leiter nach oben oder nach unten kraxelt, je nachdem woher der Wind weht. Dem Polifka Rudl war das immer zu trivial, oft auch suspekt.

Die präskriptive Ethik sucht nach Maßstäben für richtiges Handeln, die vor dem kritischen Verstand bestehen. Wertfrei kann und will sie dabei naturgemäß nie sein.

Und weil man vom Wein genauso wie vom Fußball viel über Ethik lernen kann, versucht Herr Rudolf jetzt das Wetter zur Raison zu bringen, indem er präskriptiv so lange diverse Roséweine – freilich nicht ausschließlich solche – zur Ausschank bringt, bis auch das letzte Island-Tief verstanden hat, was von ihm jetzt erwartet wird, nämlich sich zu schleichen.

Roséschwerpunkt in der Weinhandlung Rudolf Polifka,  dienstags und freitags von 16 bis 22 Uhr (Reindorfgasse 22).

Inwieweit man daraus allfällige Schlüsse für Strategien gegen den globalen Klimawandel ziehen kann, remains to be seen …

Avec mes meilleurs salutations

Monsieur Rudolf

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