Goldener Schaumweinsonntag. Morgen, 20. Dezember von 14 bis 18 Uhr geöffnet

„Eigentlich

… würde und müsste ich jetzt über die schreiben, die gerade die Ausbildung für Kindergartenpädagoginnen und Kindergartenpädagogen optimieren“, denkt sich Rudolf Polifka. Dass die jedes Jahr zwei- bis dreimal das Schulsystem reformieren, daran hat sich der Rudl mittlerweile gewöhnt. Nur, jetzt die Ausbildung für die Verdienstvollsten in der Bildungskette. Darauf könnte Herr Rudolf auch verzichten. Bildernische Erziehung und Instrumentalmusik zu kürzen, um eine sogenannte „Früherziehung“ auszubauen, hätte der Rudl nur jemandem unterstellt, der seine ganze eigene Schullaufbahn chronisch überfordert war. Was soll ein Kind im Kindergarten denn lernen, außer mit anderen zu spielen und „Bitte!“ und „Danke!“ zu sagen?

Andererseits

… möchte Ihnen der Rudl nicht mit so viel Unerfreulichem frohe Weihnachten und einen guten Rutsch wünschen. Drum lässt er es am Goldenen Sonntag perln.

Aber

… auf dass Sie das mit dem Silbernen und Goldenen Sonntag nicht falsch verstehen: Weinhausmeister Rudolf ist gegen die Sonntagsöffnung der Kramerläden. Es kann ruhig einen Tag in der Woche geben, der nicht auf dem Altar der Konsumhetzer geopfert wird und an dem der Hierbinichmenschhierkaufichein Sapiens eine Pause im Hü-Hot der Sonderangebote, Bindestriche und Rufzeichen einlegen kann, um sich ein paar freie Gedanken, im Freien Bewegung oder was weiß der Kuckkuck was zu machen. Die Betreiber der wertfreien architektonischen Kleinode an den Autobahnknoten können ruhig zugesperrt lassen, wenn es nach dem Rudl geht. Wobei die Betreiber ja sowieso nicht selber aufsperren würden. Die verbringen ein Kreativ-Powerweekend mit Mandalamalen, Meditation und den fünf Tibetern, ohne WLAN und Handynetz. Aufsperren müssten ja die Hackler der Betreiber. Aber „Hackler“ sagt man heute eh nicht mehr. Das ist Proletensprache. Der Hackler ist heute ein Mitarbeiter, manchmal sogar ein freier Mitarbeiter.

Quod licet Rudl, non licet Zementl

Ein bissl diebisch freut es Rudolf Polifka schon, dass er am Sonntag aufmachen dürfte und der Zementl (© Querschläger) nicht. Zumindest darf der das solange nicht, solange er nicht unter seinem Einkaufszentrum einen Bahnhof bauen lässt.

Goldene Zähne statt goldene Nasen

Um eine Tradition aus der Nachkriegszeit wieder zu beleben und ein ganz kleines bissl auch aus Schadenfreude gegenüber Parndorf & Co. öffnet Monsieur Polifka am Goldenen Sonntag, den 20. Dezember von 14 bis 18 Uhr wieder sein Geschäft, auf dass er sich dort keine goldene Nase, aber irgendwann doch einen goldenen Zahn verdiene. Sonst bleibt er gegen den Cagney sein Lebtag lang ein Zweiter.

Und ein Letztes

Weil der Rudl heuer nicht wie all die anderen Jahre zu Silvester aufsperren kann, gibt es drei Schaumweine am Goldene Sonntag glasweise, auch für den Fall, dass Sie noch ein probates Flascherl für Silvester suchen.

Muskateller Sekt, Otto Riegelnegg, Olwitschhof: konventionell, fruchtig & steirisch
Bela, Branko und Vasja Čotar, Kras: ungeschwefelt, unfiltriert & extra brut
Mont Blanc Brut Zéro, Domaine Belluard, Ayse, Vin de Savoie: der Selosse der Alpen und dem Rudl sein Lieblingsschaumwein

Selbstredend gibt es nicht ausschließlich Schaumwein, sondern trinke und schreibe darüber hinaus zwölf Stillweine

am Goldenen Sonntag, den 20. Dezember
von 14 bis 18 Uhr
in der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22

Herr Rudolf wünscht Ihnen ein plaisantes Wochenende!

Das Fugen-s und Jahresrückblicke

Highlights

Jetzt heben sie schön langsam an, die Jahresrückblicke im Rundfunk. Die Sporthighlights des Jahres. Die innenpolitischen Highlights des Jahres. Die außenpolitischen Highlights des Jahres. Die Kulturhighlights des Jahres. Die Societyhighlights des Jahres. Die Insolvenzhighlights des Jahres. Und die Taubenzüchterhighlights des Jahres. Die größten Steuerreformhighlights des Jahres. Und die Highlighthighlights des Jahres. Nur auf die Finanztransaktionssteuerhighlights müssen wir überraschenderweise weiter warten. Der EU-Schuld sei Dank! Überraschenderweise.

… und Highlights

Monsieur Rudolf hat nichts gegen Lichter und Höhepunkte. Er versteht sie aber wie vieles gerne wörtlich. Ein Stern, ein Satellit, ein Flugzeug am Nachthimmel. Ein beleuchtetes Gipfelkreuz, eine beleuchtete Kapelle oder eine beleuchtete Bergstation. Das alles kann er sich stundenlang anschauen. Anders als eine in einem Mordstempo geschnittene Abfolge von Hansi-Hinterseer-Bildern, die von Toni Faber und Ulli Sima unterbrochen werden.

Jahrerückblick

Eine – möglicherweise von orthographieüberaffinen Zeitgenossinnen und Zeitgenossen immer wieder aufgeworfene – Frage betrifft das sogenannte Fugen-s. Zumindest kommt das dem Rudl so vor. Das Fugen-s verbindet meistens zwei Teile eines Kompositums. Manchmal handelt es sich bei ihm um die Genetivendung des ersten Wortes, zum Beispiel bei Jahreswechsel. Manchmal erleichtert es auch nur die Aussprache wie in Zeitungsverkäufer. Wenn der letzte Laut des ersten Wortes und der erste Laut des zweiten Wortes sehr ähnlich oder sehr unähnlich sind, dann kann man eine ungewollte Kollision von Zähnen, Zunge, Lippe oder Gaumensegen unter Umständen verhindern, indem man ein s dazwischen schiebt. Ob es dann Zeitungsverkäufer oder Zeitungverkäufer heißt, gehört zu den Dingen, über die sich manche Deutschlehrer und manche Menschen, die Deutschlehrer gerne einer Wissenslücke überführen, gerne unterhalten. Der Rudl gehört quasi zu beiden Personenkreisen. Im Sinne der Logik Karl Valentins ist freilich beides ein Blödsinn. Da müsste es in Analogie zu den Semmelnknödeln sinnvollerweise Zeitungenverkäufer heißen, außer es ist ein Kolporteur mit ganz, ganz wenig Umsatz. Aber das würde Schulmeister Rudolf jetzt zu weit führen. Das Fugen-s ist, sofern keine Genetiv-Endung, sehr oft Geschmackssache. Da können Sie nicht viel falsch machen, es sei denn, das Fugen-s signifiziert einen Bedeutungsunterschied.

Ohne

Und auf so einen Bedeutungsunterschied will Linguoenologe Polifka hinaus, wenn er fugen-s-los zurückblickt, auf Jahre, nicht nur auf eines. Er hätte auch eine Vertikale ankündigen können, aber dann wäre dieser Newsletter ausgesprochen kurz ausgefallen. Oder es wäre wieder so viel um Wein gegangen. Herr Rudolf blickt auf die letzten fünf Jahre des Apremont von der Domaine Giachino aus Chapareillan zurück: 2010, 2011, 2012, 2013 und 2014

Apremont

1973 wurde einigen Weinen Savoyens die Appellation Vin de Savoie zuerkannt. Fünfzehn Gemeinden haben darüber hinaus das Recht erhalten, dieser Appellation den Ortsnamen als Cru anzufügen.
„Apremont“ ist auf ein lateinisches asper mons, in der Bedeutung rauer Berg, zurückzuführen. Mit diesem Berg war der heutige Mont Granier gemeint.
Jacquère ist die Rebsorte für den Apremont. Man könnte meinen, die Rebsorte Jacquère sei extra für die vielen Fodues in den französischen Wintersportgebieten erfunden worden.

Gansl oder Fisch

Wo Weihnachten vom sackbauerischen Vater-Sohn-Konflikt – der Senior fordert traditionsbedacht ein Gansl, der aufmüpfige Junior einen Fisch – beeinträchtigt zu werden droht, ist ein Apremont zumindest in der Weinbegleitung ein nicht zu unterschätzender Kompromiss. Seine Frische passt zu Gerichten, die einem eher selten von Dietologen empfohlen werden. Aber auch ausgezeichnet zu Fisch. Und die ausgesprochen niedrigen Alkoholwerte sind in einer Zeit, in der das erste alkoholhältige Getränk nicht immer erst nach acht Uhr am Abend konsumiert wird, vielleicht auch kein Nachteil.

Ampelografie

Die Trauben des Jacquère geraten bei Vollreife zu einem hellen Rot. Besonders aromatisch sind sie nicht. Werden sie nicht drastisch zurück geschnitten, dann kann man champagneverdächtige 120 Hektoliter am Hektar ernten. Aber der Wein ist dann halt nicht besonders interessant.

Apremont, Domaine Giachino

David und Fred Giachino lassen dem Wein seine Feinhefe bis zur Füllung. Er wächst auf einer überwachsenen Geröllhalde und schmeckt nach Zitrusfrüchten, Bergamotten, Ananas, Wiesenkräutern und Feuerstein.

Apremont 2010, Domaine Giachino, AOC Vin de Savoie
Der letzte “grand millésime“. Ein extrem kalter Winter in Savoyen, dessen Niederschläge genug Feuchtigkeit für die gesamte Vegetationsperiode lieferten. Viel Sonne im Frühling. Extrem heißer Juli, Abkühlung im August, sonniger September, der für physiologisches Gleichgewicht gesorgt hat.

Apremont 2011, Domaine Giachino, AOC Vin de Savoie
Trockener Winter, gefolgt von einem ebensolchen Frühling. Achthundertfünfundfünfzig Sonnenstunden führen zu Frühreife. Knapp vor der setzen Niederschläge ein. Zum Glück ist Jacquère ziemlich resistent gegen beide Mehltaue.

Apremont 2012, Domaine Giachino, AOC Vin de Savoie
“Schawierig”, hätte Professor Conrads möglicherweise gesagt. Extrem kalter Winterausklang. Dann bleibt es kühl und regnerisch. Erst der August wird heiß. Der Ertrag bleibt gering.

Apremont 2013, Domaine Giachino, AOC Vin de Savoie
Erneut übermäßig kalt und feucht im Winter, scheußlicher Frühling. Nasser Juni. Das Wenige, was noch nicht verrottet ist, wird von einem heißen Juli gerettet, bevor ein Gutteil davon dem Hagel zum Opfer fällt. Eine lange Vegetationsperiode bringt qualitativ extraordinaire Weine, leider nicht viel davon.

Apremont 2014, Domaine Giachino, AOC Vin de Savoie
Ein Jahrhundertjahrgang der negativen Art, nicht nur in Savoyen.

Wie immer nicht ausschließlich diese fünf Weine glasweise

am Donnerstag, den 17. Dezember und am Freitag, den 18. Dezember
jeweils von 16 bis 22 Uhr,
sowie am Goldenen Sonntag, den 20. Dezember von 14 bis 18 Uhr
in der Weihandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22

Herr Rudolf grüßt, ganz besonders die Wiesenkräuter und hoffentlich bald den ersten Schnee!

Silberner Sonntag, 13. Dezember, 14 bis 18 Uhr außertourlich geöffnet

Dem Polifka-Rudl sein Lieblingsmusikant war ursprünglich ja derselben Meinung wie die Wirtschaftskammer. Er hat geglaubt, es gehe nur mit Schmäh, ganz ohne Gold und Silber. Aber dann hat er sich eines Besseren belehren lassen. Er weiß davon ein Lied zu singen („Gold & Silber“, © Günter Brödl).
Seinerzeit, der Cagney hatte gerade „Shake Hands with the Devil“ gedreht, sind am Sonntag Gaudete, das ist der mit der rosanen Kerze am Adventskranz, noch die Geschäfte offen gewesen.
Monsieur Rudolf knüpf an diese Tradition an und sperrt morgen, am Sonntag, von 14 bis 18 Uhr seine Weinhandlung auf.
Ein agreables Wochenende!

 

Scharf, süß, sündhaft & der Silberne Sonntag

Prüde

 

Einer der – so kommt es zumindest dem Rudl manchmal vor – letzten Intellektuellen dieses Landes, Adolf Holl, hat einmal gemeint, dass eine Gesellschaft, die sich auf Schritt und Tritt an die scharfen Dinge im Leben erinnern muss, ein ziemlich prüdes Leben führen muss. Er hat in diesem Zusammenhang von einer „frigiden Gesellschaft“ gesprochen. Die Konsumentinnen und Konsumenten der Wiener Qualitätsblätter dürften das genauso wenig gelesen, beziehungsweise verstanden haben wie die Produzentinnen und Produzenten derselben. Ein bissl was verrät das möglicherweise schon über das Leben der Menschen, die so einen Käse machen oder anschauen. Und wie trostlos die Kapazunder der diversen Marketing-Abteilungen ihr enthaltsames Dasein fristen, das möchte sich der Rudl eher nicht so genau vorstellen müssen.

 

Sündhaft einst und jetzt

 

Könnte sein, dass es sich beim Essen ähnlich verhält? Wie oft und vor allem was essen Menschen, die ständig und überall an das Essen erinnert werden müssen? Und erst die Erinnerer? Sind es vielleicht die, die krampfhaft versuchen, den Begriff „Sünde“ bedeutungszuwandeln? Ausbaden können das Schweinsbraten, Schnitzel und vor allem die Mehlspeisen.

Ellbogen hinaus, angeben, ausnützen und lügen, bis sich die Balken biegen … das war alles einmal nicht in Ordnung. Der Rudl kann sich an diese Zeiten noch persönlich erinnern. Heute sagt man dazu „sich gut verkaufen“ und behauptet, das sei nicht wörtlich zu verstehen und oberstes Bildungsziel. Wen es trotzdem stört, der hat ein Glück, wenn er nicht als religiöser Fundamentalist da steht. Ultimativer Inbegriff von Sünde ist es heute anscheinend, ein Eis, einen Schweinsbraten oder Schokolade zu essen. Gemeint ist damit nicht, dass ein Säugling im Tragetuch seiner Mutter stirbt, weil die in der Kakaoplantage arbeiten und Pestizide versprühen muss. Und auch nicht die Zustände in der Schweinemast. Gemeint sind mit „Sünde“ die Kalorien.

Religiöse Terminologie oder das, was manche dafür halten, ist zum Spielball für frigide Marketingwappler geworden. Prüfet nichts und bewahret das irgendwo Aufgeschnappte. Etwas verstehen zu wollen, das war gestern.

 

Süß

 

Rudolf Polifka kredenzt diese Woche all dem zum Trotz vergorene Mehlspeisenbegleiter mit und ohne Restzucker, selbstredend nicht ausschließlich. Darüber hinaus lässt er die Weingläser von Schokoladekugerln begleiten, hundertpercent margarinefrei, die Schokolade im gleichen Ausmaß biologisch angebaut wie fair gehandelt und fait maison. Wie immer ermuntert Sie Herr Rudolf, den Effekt des Alkohols beim Zutritt zu Ihrem System durch die Einnahme selbst mitgebrachter Speisen, je süßer und sündiger, desto besser, zu mindern. Kekserl täterten sich da förmlich aufdrängen, wenn Sie den Rudl fragen.

 

Diese Woche unter anderem folgende Weine glasweise in der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils:

 

  • Pinot Gris Spätlese 2004, Josef Lentsch, Neusiedlersee
  • Traminer Classic 2013, Josef Wonisch, Südoststeiermark
  • Jurançon Cuvée du Domaine 2006, Domaine de Souch, Sud Ouest
  • Vintage Passion 2007, Leo Uibel, Weinviertel
  • und eine 1981er Trockenbeerenauslese von Martin Haider, Untere Hauptstraße, Illmitz

 

Dem Rudl selber zu seiner größten Freude kann er ab sofort den Weihnachtsbock und das Märzen von seiner Lieblingsbrauerei in Salzburg Mülln wieder ausschenken.

 

Silberner Sonntag

 

Wie alle Jahre und wie fast alle Zeitgenossinnen und Zeitgenossen pfeift Rudolf, das Renntier auch heuer um diese Zeit aus dem letzten Loch und auf die langen Einkaufssamstage. Da mögen sie einander im Shoppingeldorade an der A4 die letzten Fetzen vor den Nasen weggeiern. Herr Rudolf sitzt kommenden Samstag Nachmittag beim Heurigen oder geht durch die Kellergassen.

Dafür pflegt er wie jedes Jahr eine Tradition aus den Fünfziger Jahren. Am Silbernen und Goldenen Einkaufssonntag – das sind der dritten und der vierte Adventsonntag – sperrt Caviste Rudolf jeweils von 14 bis 18 Uhr seinen Weinkaufmannsladen auf.

 

Donnerstag, den 10. Dezember und Freitag, den 11. Dezember

wie immer von 16 bis 22 Uhr,

 

sowie am Silbernen Sonntag, den 13. Dezember außertourlich von 14 bis 18 Uhr

Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22

 

Herr Rudolf wünscht Ihnen eine scharfe, silberne Woche!

 

 

Äpfel, Nüsse, Mandelkern. Die obligate äquidistante Würdigung von Nikolaus und Krampus

Der Orient und wir

Wäre es in der Folge von 1095 nicht zu einem beispiellosen Wörter-, Zivilisations-, Wissens- und Reichtumstransfer von Südosten nach Nordwesten gekommen, hätten Siegfried, Lancelot und Giselbrecht ein paar Jahrhunderte länger in ihren trostlosen Sümpfen hocken bleiben, Waffen schmieden oder von Weinetiketten schauen müssen. Und hätte gut sechshundert Jahre davor im Südosten nicht ein Bischof genauer hingeschaut, dann hätte den Siegfrieds, Lancetlots und Giselbrechts nicht einmal einmal im Jahr der Nikolaus ein bissl Abwechslung, Süßes und Werte vorbei gebracht. Jene Werte, die heute oft von denen am ekelhaftesten mit Füßen getreten werden, die am meisten und am lautesten davon quatschen.
Darum bedankt sich Kind Rudolf diese Woche wieder einmal retardiert beim Niglo, indem er weingewordene Äpfel, Nüsse und Mandelkerne glasweise kredenzt.

Drei Nigloweine

Grüner Veltliner Vollmondlese 2014, Weingut Uibel, Weinviertel
grüner Äpfel, aber nicht ausschließlich

Savagnin 2010, Domaine Pignier, AOC Côtes du Jura
Nüsse, auch nicht ausschließlich … Der Vin Jaune muss ungefähr sechsundsiebzig Monate unter seinem Hefeflor auf seine Abfüllung warten, der Savagnin nur achtundvierzig. Drum soll man ihn auch nur vierzig Jahre aufheben.

Roussette de Savoie Cru Marestel 2010, Domaine Dupasquier, AOC Roussette de Savoie
Mandelkern, sowieso nicht ausschließlich … Wenn man mit dem Aufmachen nicht hudelt, nach ein paar Jahren Flaschenreife Trüffeln.

Äquidistanz

Und weil sich die Niglo wie kaum ein anderer eignet, der Ausgewogenheit zu frönen, erweist Herr Rudolf diese Woche auch dem Krampus die Reverenz, mit drei roten Komplementärweinen zu den weißen Äpfeln, Nüssen und Mandelkernen.

Der Vollmondlese ihr Krampus:
Wenn es eine rote Entsprechung zum Pfefferl des Grünen Veltliners – genau weiß der Rudl immer noch nicht, was dieses „Pfefferl“ ist – gibt, dann kann es nur Mondeuse sein. Dort ist der Pfeffer offenriechlich:
Mondeuse 2013, Jacques Maillet, AOC Vin de Savoie

Dem Savagnin sein Krampus:
… wäre, wenn es nach den Walnüssen geht, am ehesten ein reifer Portwein. Für den Hinweis bedankt sich Rudolf Polifka beim Grafen Thomas. Aber damit der Portugieser von Leo Uibel auch reifen kann, macht Herr Rudolf den erst nächste Woche auf und stellt dem Nikolaus von der Domaine Pignier, der auf grau-blauem Mergel gewachsen ist, einen auch vom Mergel geprägten
Rubis de Boisy (Pinot Noir und Mondeuse) 2010, Château la Tour de Marignan, AOC Vin de Savoie
an die Seite.

Dem Marestel sein Krampus
ist auch autochthon:
Teran 2011, Čotar, Kras

Insgesamt die folgenden sechs Wein diese Woche glasweise, aber auch die nicht ausschließlich:
Grüner Veltliner Vollmondlese 2014, Weingut Uibel, Weinviertel
Savagnin 2010, Domaine Pignier, AOC Côtes du Jura
Roussette de Savoie Cru Marestel 2010, Domaine Dupasquier, AOC Roussette de Savoie
Mondeuse 2013 Domaine Jacques Maillet, AOC Vin de Savoie
Rubis de Boisy 2010, Château la Tour de Marignan, AOC Vin de Savoie
Teran 2011, Čotar, Kras

am Donnerstag, den 3. Dezember und am Freitag, den 4. Dezember
von 16 bis 22 Uhr
in der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22

Herr Rudolf rasselt mit der Kette, fuchtelt mit der Rute und wünscht Ihnen einen schönen Start in die Zeit des Hinschauens!