α wie Altesse und ω wie geänderte Öffnungszeiten

Altersbegrenzungen

Der Rudl wird nicht jünger. Darum wird er in Zukunft sein Weinkaufgeschäft um 21 Uhr zusperren. Die Schultage Dienstag und Donnerstag bleiben wie gehabt.

Nicht ganz unbescheiden

Direkt weltbekannt in ganz Wien, wie der Herr Kurt vielleicht sagen würde, sind Weine aus den Rebsorten Altesse, Jacquère, Mondeuse oder Petit Manseng ebendort nicht gewesen, bevor Caviste Rudolf seine Weinhandlung in der Frau Gerti ihrem Stricksalon aufgesperrt hat. Der geschätzte Herr M. am Bacherplatz hat vor über zehn Jahren bereits den einen oder anderen extraordinairen Wein aus Savoyen offeriert, so richtig systematisch hat vor dem Rudl aber kein österreichischer Caviste diese Weinbauregion studiert und nach Österreich gebracht. Eine veritable Herausforderung für die Beliebtheitswerte von Riesling, Syrah oder Chenin Blanc sind die autochthonen Rebsorten der französischen Hochgebirge aber eh nicht. Das werden sie auch nie sein, weil das ihre äußerst eingeschränkte Anbaufläche zu verhindern wissen wird. Altesse und Petit Manseng zeichnen sich darüber hinaus nicht gerade durch Übereifer aus, wenn es um Produktivität geht, vielleicht ein Grund für ihre eingeschränkte Ausbreitung.

Caviste Rudolf Polifka ist der Meinung, dass diese Rebsorten nicht nur zum Erbringen hervorragender, sondern veritabel großer Weine in der Lage sind. Der Terminus „großer Wein“ kommt dem Rudl eh nicht so schnell und schon gar nicht zu oft über die Tastatur.

Der Rudl hat sich darüber letzten Sommer mit Bruno Bozzer unterhalten. Der ist nicht nur Chefsommelier bei Marc Veyrat gewesen. Dabei schien es für Bruno Bozzer nicht ganz unwesentlich gewesen zu sein, dass sich der Rudl bereits seit 1996 für manche Weine Savoyens begeistert.

Müsste Herr Rudolf sich für eine einzige dieser Lieblingsrebsorten entscheiden, täterte er sich halbwegs schwer. Und auch die Geologie betreffend geht es ihm wie beim Antworten auf die Frage, welches Lied vom Herrn Kurt ihm am besten gefällt: „Ka Idee“!

Vielleicht doch Altesse. Vielleicht.

Und vielleicht doch Urgestein. Da gibt es aber eh ausschließlich den Quartz von Brice Omont. Der ist momentan aus. Die anderen hervorragenden Hoheiten lässt der Rudl die erste Woche des neuen Kalenderjahres eintanzen.

Über die Rebsorte als solche …

hat der Rudl vielleicht nicht alles, aber ziemlich viel schon erzählt. Zum Beispiel dass es zwei Erklärungen für den Weg der Altesse nach Savoyen gibt. Herr Rudolf kennt jetzt eine dritte.

Zur Wiederholung

Ludwig von Savoyen hat im fünfzehnten Jahrhundert eine gewisse Charlotte de Lusignan, ihres Zeichens Chefin der Insel Zypern, abgeschleppt. Über die daraus resultierende Begeisterung der Betroffenen gibt es unterschiedliche Angaben. So oder so, soll sie der Deplacierung nur unter der Bedingung, sich ein paar Rebstöcke aus ihrer Heimat mitzunehmen, zugestimmt haben.

Pierre Galet sieht Altesse bei Furmint, dem Wein des österreichisch-ungarischen Hofes. Louis Levadoux wiederum in der Familie der Sérines, zu der auch Marsanne, Roussanne, Viognier und Syrah, damit auch Mondeuse gehören.

Vermutlich können nicht alle dieser drei Erklärungsversuche denselben Grad an wissenschaftlicher Seriosität aufweisen. Dem Rudl gefällt ein gut erzählter Schmäh im Zweifelsfall tendenziell besser als eine wissenschaftlich kaschierte Ideologie.

 

Titel

 

Als Hoheitstitel wird Altesse in jedem Fall das Possesivpronomen „Son“ voran-, manchmal auch eines der Attribute „Sérénissime“, „Illustrissime“ „Grand-ducale“ sowie „Royale“, „Imperiale“ oder die beiden letzten gleich zusammen nachgestellt.

Wein

Lieber ist dem Rudl da Altesse als Wein, mit etwas höherer Säure, den Aromen von Bergkräutern, Bergamotten, Honig, Haselnüssen und einer ziemlich beeindruckenden Lagerfähigkeit.

  • Roussette de Savoie 2015, Domaine Dupasquier, Aimavigne, AOP Roussette de Savoie (3/5)
  • Roussette de Savoie 2014, Dupasquier, Aimavigne, AOC Roussette de Savoie (3/5)
  • Roussette de Savoie 2013, Dupasquier, Aimavigne, AOC Roussette de Savoie (4/6)
  • Roussette de Savoie 2011, Dupasquier, Aimavigne, AOC Roussette de Savoie (4/6)
  • Altesse „Autrement“ 2015, Jacques Maillet, Motz, AOC Vin de Savoie (6/9)

Jetzt ist die gute Altesse wie erwähnt sowieso schon kein Exempel für Übereifer. Wenn dann ein Weinbaumeister wie Jacques Maillet extra noch akribisch die locker- und kleinbeerige Stöcke weitervermehrt, können Sie sich, geneigte Oenologin, gewogener Oenologe, vorstellen, wie das bei der Lese ausschaut.

  • Altesse „Solar“ 2016, Domaine de l’Aitonnement, Aiton, IGP Vin des Allobroges (6/9)

    bald einmal wieder mehr

  • Roussette de Savoie 2017, Domaine Giachino, Chapareillan, AOP Roussette de Savoie (4/6)
  • Son Altesse 2017, Les Vignes de Paradis, Ballaison (Haute-Savoie), IGP Vin des Allobroges, (6/9)

    (in Klammern die Preise für das Sechzehntel und das Achtel)

nicht nur diese Weine gibt es glasweise

am Dienstag, den 7. Jänner und am Donnerstag, den 9. Jänner

jeweils von 16 bis 21 Uhr

in der Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22

Auf die Aristokratie im Glas statt in der Regierung!

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Weinhandlung Rudolf Polifka et Fils, Reindorfgasse 22, 1150 Wien

Öffnungszeiten: Dienstag und Donnerstag, 16 bis 21 Uhr, an Schultagen

kostenlose und CO2-minimierte Zustellung innerhalb von Wien ab einem Bestellwert von 57

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